Gubaccas dritte Lebensjahr
Vom zweiten bis zum dritten Geburtstag
Mit zwei Jahren sah Gubacca endgültig erwachsen aus. Ich hielt das für ein gutes Zeichen. Gubacca sah darin offenbar keinen verbindlichen Auftrag. Zwischen ruhigem Herumliegen und einer sehr persönlichen Lagebewertung passten bei ihm weiterhin nur wenige Sekunden.
Dieses dritte Lebensjahr führte uns von Julianadorp und Langholz über Hundstage, Hohwacht und Obedience bis zu Gabi – einer Trainerin, die nicht Gubacca, sondern mich trainierte. Kurz vor seinem dritten Geburtstag wurde schließlich deutlich: Viele seiner Eigenschaften hatte ich schon sehr früh richtig gesehen. Verändert hatte sich vor allem mein Blick auf sie.
104 Geschichten passen in ein Lebensjahr. Aber nicht unbedingt in einen Abend. Gubacca empfiehlt sechs Etappen – Bine widerspricht ausnahmsweise nicht.
Zwei Jahre alt – zwischen Spiegelbildern und Meerweh
Nach Torte und Geburtstagsgeschenken ging das Leben erstaunlich unfeierlich weiter. Gubacca hielt mir den Spiegel vor, geriet wegen zehn Löffelchen und eines Wasserglases auf 130 und zeigte beim Crosstraining, dass Bilder und Wirklichkeit nicht immer dasselbe erzählen. Banyas kleine G’s brachten Welpenalarm, Julianadorp endlich wieder Meer – und zwischen all dem wurde aus einem zarten Faden immer deutlicher unser gemeinsames Tau.
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Kevin, Langholz und ein Sommer am Meer
Pascal zog ein, Lottchen blieb Gubaccas große kleine Schwester und Kevin meldete sich mit Dünnpfiff und Biergarten-Eklat zurück. Dann packten wir den Koffer für Langholz. Aus dem Urlaub wurde eine lange Geschichte aus Ostsee, Lieblingsorten, Radtouren, neuen Bekanntschaften und Ferienliebe Julie. Gubacca war unterwegs erstaunlich souverän. Bine am Steuer nicht immer.
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Erwachsen? Gubacca hatte Rückfragen.
Nach Hundstagen bei 40,5 Grad tauchte die Frage wieder auf, ob Gubacca nun langsam erwachsen sei. Er zeigte seine Vorstellung von einem lieben Hund, ließ sich mit anderen vergleichen und war in der Heide ziemlich nah an meiner Wunschvorstellung. Dann begann der Obedience-Schnupperkurs. Ich sah darin eine neue Chance. Gubacca vermutlich zunächst nur einen neuen Platz mit vielen Menschen.
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Hohwacht, Kopfkino und 90 Prozent Super-Gubacca
Zunächst kam Hohwacht: zwei Wochen Meer, Wege und Urlaubstagebuch. Danach wurde es deutlich unruhiger. Angst traf auf Lebensqualität, auf den Sturm folgten 90 Prozent Super-Gubacca – und gleich darauf die nächste Falle in der Hundeerziehung. Während ich noch zwischen Erfolg und Rückschritt rechnete, erzählten andere längst ihre ganz eigenen Versionen von Gubacca und mir.
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Als nicht Gubacca, sondern Bine trainiert wurde
Die Frage, was angeboren und was anerzogen ist, führte direkt zu der Frage, wer hier eigentlich Hilfe brauchte. Mit Gabi begann kein neues Hundetraining, sondern ein Personal Training für Bine: Bindung vor Erziehung, klare Worte statt Wortsalat und ein anderer Blick auf denselben Hund. Im Dezember wurde aus dem Gos mit typischen Eigenschaften wieder deutlicher: Das ist dein Gubacca.
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Hooksiel, Alltag und der magische Dritte
Zwölf Urlaubstage in Hooksiel führten uns über Weihnachten und den Jahreswechsel. Danach wurde der Alltag wieder ganz normal – soweit dieser Begriff bei MY GUBACCA belastbar ist. Andere Gossos, ein Geschirrkauf mit 99 Anläufen, erste Hamsterkäufe und Mr. Trailwatch begleiteten den Endspurt. Kurz vor dem dritten Geburtstag stand schließlich die entscheidende Frage im Raum: Wer ist Gubacca?
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Der dritte Geburtstag. Gubacca war noch derselbe – und genau das war die Erkenntnis.
Kurz vor seinem dritten Geburtstag beschrieb ich Gubacca mit erstaunlich ähnlichen Worten wie schon viel früher: gelassen und aufmerksam, eigenständig, humorvoll und immer bereit, eine Situation selbst zu beurteilen. Verändert hatte sich weniger der Hund als mein Verständnis für dieselben Eigenschaften. Was ich früher vor allem durch die Erziehungsbrille betrachtete, erkannte ich immer mehr als Teil seiner Persönlichkeit. Das dritte Lebensjahr endete deshalb nicht mit einem fertigen Hund – aber mit einem deutlich klareren Blick auf meinen.
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