Meine Freundin Claudia ist momentan doppelt gestraft: Gleich zwei ihrer Freundinnen – eine davon bin ich – haben pubertierende Junghunde und die sind Dauerthema! Ich stelle mir Claudia manchmal bildlich vor: An einem Ohr das Telefon mit Freundin Lisa und auf dem Handy mich per WhatsApp, weil ich ja nicht gerne telefoniere. Und immer die gleichen Sorgen und Nöte. „Hilfe, Gubacca beißt schon wieder in die Leine.“ Am Ohr die frustrierte Lisa nach einem total stressigen Urlaub in Kellenhusen. Kommt mir irgendwie bekannt vor ... Auch von mir bekam Claudia einige WhatsApps aus Greetsiel.
Kurzerhand beschloss Claudia dann, dass die leidgeplagten Junghundbesitzerinnen sich einmal persönlich austauschen sollten. Bekanntlich ist geteiltes Leid ja halbes Leid und so organisierte sie ein gemeinsames Frühstück im Lieblingscafé – ohne Hunde!
Ach, was war das herrlich, wieder einmal schick angezogen unterwegs zu sein! Keine Gummistiefel und keine alten Klamotten, falls man doch wieder einmal angesprungen wird. Gemütlich plaudernd saßen wir am Tisch, das Frühstücksbuffet war herrlich und die Zeit verflog nur so! Dauerthema waren natürlich auch hier „Kevin“ und „Chantalle“. Es tat sooo gut zu hören, dass auch bei anderen nicht immer alles perfekt läuft! Lisas Holländische Schäferhündin ist knapp vier Wochen jünger und auch nicht immer einfach.
Ich denke, viele Welpen- und Junghundbesitzer kennen dieses Gefühl: Kaum ist eine Baustelle erledigt, steht man schon vor der nächsten Hürde. Schnell schleicht sich das Gefühl „Hamsterrad“ ein und man meint, überhaupt keine Fortschritte zu machen. Aber ist das wirklich so? Gut, die Baustelle „Leine beißen“ hatte ich eigentlich schon abgehakt und schwupps fing Gubacca schon wieder damit an. ABER wir haben in den letzten Monaten auch schon ganz viel geschafft!
Das war für mich das schöne Ergebnis aus diesem Cafétreff der „leidgeplagten Junghundbesitzerinnen“. Einige Dinge, die bei Lisa und ihrer Hündin Emma ein Problem sind, klappen bei uns super. Natürlich funktionieren im Gegenzug bei Lisas Emma viele Dinge, die bei uns noch nicht so rund laufen. Das In-die-Leine-Beißen ist zum Beispiel schon seit Wochen kein Thema mehr bei den beiden.
Natürlich haben wir uns gegenseitig auch in vielen Sorgen und Nöten wiedererkannt. Das Gedankenkarussell von Lisa, wenn sie nachts nicht schlafen kann, weil es mit Emma besonders stressig war, kenne ich auch sehr gut! In den „heißen“ Kevin-Phasen am Anfang lag ich auch manchmal wach und fragte mich, wie das nur werden soll, wenn Gubacca mal 60 cm und 35 Kilo wiegt :-O!
Abgesehen davon, dass Zwerg-Riese weder so groß noch so schwer wird, ist er ja mit 18 Monaten der best... (ihr wisst schon ;-)) ever – ever – ever! Aber man macht sich trotzdem Sorgen, ob man wirklich alles schafft und richtig macht.
Viele Dinge nahm ich bisher auch als ganz selbstverständlich hin. So hatte Gubacca zum Beispiel noch nie ein Problem damit, während meiner Arbeitszeit ruhig neben meinem Schreibtisch zu liegen. Durch unseren Cafétreff ist mir bewusst geworden, dass das nicht „normal“, sondern eine tolle Leistung von Zwerg-Riese ist. Lisa ging es ähnlich wie mir. Auch sie bemerkte während unseres Gespräches immer wieder selber, wie viel sie und Emma eigentlich schon gemeinsam gemeistert haben.
Eigentlich passt dieser Blogbeitrag auch perfekt zu meinem Juni-Beitrag zum Thema „Top und Flop in der Hundeerziehung“. Ich habe mir auf jeden Fall fest vorgenommen, mir in regelmäßigen Abständen mal aufzulisten, was gut läuft und wo unsere Baustellen liegen.
Meine Liste der Baustellen wäre momentan aber sehr mager!!!! Unser Pubertätslevel ist noch weiter in den Keller gerutscht. Von gefühlten 30 von 100 der letzten Tage sind wir jetzt sogar bei maximal 15 angekommen.
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