Am Wochenende saß ich vor dem Computer und wollte das neue Zitat des Monats schreiben. Über Gubacca - logisch. Klingt erstmal nicht nach einer Aufgabe, an der man scheitern müsste. Und trotzdem war mein Kopf auf einmal erstaunlich leer. Nicht, weil es über Gubacca nichts zu schreiben gäbe. Im Gegenteil. Aber ich wollte nicht über Seelenhund, treuen Begleiter und all die netten Dinge schreiben, die man eben so über seinen Hund sagt, wenn man ihn liebt. Ich suchte nach dem, was ihn wirklich ausmacht.
Heute ist er vor allem einfach Gubacca.“
Am Wochenende saß ich vor dem Computer und wollte das neue Zitat des Monats schreiben. Über Gubacca – logisch. Klingt erstmal nicht nach einer Aufgabe, an der man scheitern müsste. Und trotzdem war mein Kopf auf einmal erstaunlich leer.
Nicht, weil es über Gubacca nichts zu schreiben gäbe. Im Gegenteil. Aber ich wollte nicht über Seelenhund, treuen Begleiter und all die netten Dinge schreiben, die man eben so über seinen Hund sagt, wenn man ihn liebt. Ich suchte nach dem, was ihn wirklich ausmacht.
Früher hätte ich da keine drei Sekunden überlegen müssen. Da hätte ich einfach die typischen Eigenschaften eines Gos d’Atura aufgezählt und Gubacca innerlich direkt mit dem Satz einsortiert: So ist der Gos halt. Ein Hund, der nicht nur mitläuft, sondern mitdenkt, mitbewertet und im Zweifel auch mitentscheidet. Ob man das nun möchte oder nicht.
Ganz falsch war das natürlich nicht. Gubacca war für mich schon anders als meine anderen Hunde vor ihm. Er reagierte schneller, musste neue Situationen erst einmal für sich sortieren und tat das mitunter nicht gerade unauffällig. Und auch sein will to please (also der Wunsch zu kooperieren) hatte von Anfang an eine sehr eigene Note: grundsätzlich vorhanden, aber nicht ohne Rückfrage.
Aber dann musste ich an meine frühere Trainerin Gabi denken. Und an den Satz, den sie schon in unserer ersten gemeinsamen Stunde zu mir gesagt hatte:
Ich möchte herausfinden, wer Gubacca ist.“
Damals konnte ich wenig damit anfangen und mein „Ja, aber!“ kam zuverlässig wie immer. Aber sie hatte recht. Am Anfang wusste ich zu wenig darüber, warum ein Gos bestimmte Dinge tut. Später habe ich dann den umgekehrten Fehler gemacht und irgendwann fast alles nur noch durch die Gos-Brille betrachtet.
Da war plötzlich überall Gos. Und manchmal etwas wenig Gubacca.
Natürlich bringt er Dinge aus seiner Rasse mit, das zu verstehen war wichtig. Aber irgendwann reicht diese Erklärung allein nicht mehr aus. Früher habe ich schneller gedacht: „Typisch Gos“. Heute denke ich öfter: „Ja, typisch er.“ Das ist nicht dasselbe.
Es heißt auch nicht, dass plötzlich alles einfach geworden ist. Gubacca ist ja nicht über Nacht zum tiefenentspannten Mitläufer geworden. Man muss es mit der Entwicklung auch nicht gleich übertreiben.
Aber ich sehe ihn heute weniger als Sammlung von Rassemerkmalen und mehr als den Hund, der er eben ist. Mit allem, was in ihm steckt. Das von der Rasse. Und das, was einfach seins ist.
Witzigerweise haben mich an Gubacca oft genau die Eigenschaften Nerven gekostet, die ich von mir selbst nur zu gut kenne. Wenn ich unter Stress gerate, gehöre ich auch nicht gerade zur Fraktion „Ach, wird schon“. Mein Nervenkostüm ist dann eher Marke Sollbruchstelle. Ich sehe förmlich die Flöhe husten und kann mich mit erstaunlicher Gründlichkeit in Dinge hineinsteigern.
Dass ich dann ausgerechnet einen Hund bekomme, der das auf seine eigene Art ebenfalls ziemlich gut beherrscht, hat schon eine gewisse Ironie.
Verändert haben wir uns wahrscheinlich beide. Gubacca ist reifer geworden. Und ich habe gelernt, anders auf ihn zu schauen. Früher habe ich vieles an Gubacca schneller als ‚typisch Gos‘ gelesen. Heute sehe ich klarer, was an ihm Rasse ist und was einfach Gubacca.
Und genau deshalb lautet das Zitat des Monats diesmal:
Heute ist er vor allem einfach Gubacca.“
Es hilft, etwas über die Rasse des eigenen Hundes zu wissen. Gerade am Anfang. Aber irgendwann reicht das allein nicht mehr. Denn der Hund vor einem ist nie nur das, was irgendwo über ihn steht. Er ist immer auch einfach er selbst.
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