Es gibt Menschen, die belohnen ihre Hunde mit Leckerchen. Und dann gibt es mein Frauchen Bine. Bine belohnt mich mit etwas, das deutlich nachhaltiger wirkt als getrocknete Lunge: Aufmerksamkeit. Das klingt harmlos, fast liebevoll. Ist es auch. Für mich ist es trotzdem der Jackpot. Denn Aufmerksamkeit bedeutet bei Bine nicht einfach „ich sehe dich“. Aufmerksamkeit bedeutet: Blick, Reaktion, Kommentar, Mini-Analyse, manchmal ein Lachen, manchmal dieser Tonfall, der sagt: „Ach, du wieder.“ Und wenn man ein Hund wie ich ist, merkt man schnell: Das ist keine Nebensache. Das ist die Sorte Aufmerksamkeit, für die andere Hunde Kunststücke machen.
(oder: warum Bine mich manchmal versehentlich groß macht)
Es gibt Menschen, die belohnen ihre Hunde mit Leckerchen. Und dann gibt es mein Frauchen Bine. Bine belohnt mich mit etwas, das deutlich nachhaltiger wirkt als getrocknete Lunge: Aufmerksamkeit.
Das klingt harmlos, fast liebevoll. Ist es auch. Für mich ist es trotzdem der Jackpot. Denn Aufmerksamkeit bedeutet bei Bine nicht einfach „ich sehe dich“. Aufmerksamkeit bedeutet: Blick, Reaktion, Kommentar, Mini-Analyse, manchmal ein Lachen, manchmal dieser Tonfall, der sagt: „Ach, du wieder.“ Und wenn man ein Hund wie ich ist, merkt man schnell: Das ist keine Nebensache. Das ist die Sorte Aufmerksamkeit, für die andere Hunde Kunststücke machen.
Auf der Lieblingsbank: Hier bin ich der Star der Show.
Draußen: Die Leine und der erste Blick
Wenn wir unterwegs sind und irgendwo taucht etwas auf, das potenziell interessant ist, passiert bei Bine immer dasselbe. Ihr erster Blick geht nicht nach vorne. Er geht zu mir. Nicht, weil sie mir nicht vertraut. Sondern weil sie mich kennt. Und weil sie wissen will, wie ich reagiere. Das ist grundsätzlich klug. Nur: Ich merke das natürlich.
Ich muss dann nicht mal groß eskalieren. Es reicht oft schon, wenn ich minimal in Spannung gehe. Ein kleiner Fokus. Ein kleines „aha“. Und zack, Bines Augen sind bei mir. Sie checkt mich ab wie ein Wetterradar. Und ich denke mir: Aha. Heute bin ich wieder die Hauptmeldung. Manchmal glaubt sie, sie würde etwas kontrollieren. In Wahrheit fühlt es sich für mich an wie: Scheinwerfer an. Und Scheinwerfer machen etwas mit einem Hund, der ohnehin überzeugt ist, dass er die Lage im Griff hat.
Foto-Modus: Das endlose „noch einmal kurz“
Man könnte denken, Foto-Modus sei für mich anstrengend. Ist er auch. Aber nicht aus dem Grund, den Menschen vermuten. Bine findet beim Fotografieren kein Ende. Noch einmal von links. Noch einmal von rechts. Noch einmal ein bisschen tiefer. Jetzt ist das Licht gut. Jetzt ist es gleich weg. Oh, warte, da war ein Haar vor dem Auge.
Und während sie sich in diese Schleife aus Perfektion, Licht und „nur noch eins“ dreht, passiert etwas sehr Praktisches: Ich bekomme Daueraufmerksamkeit. Ich stehe da, ich gucke, ich halte halbwegs still, und alles um mich herum richtet sich nach mir. Nicht nach der Welt. Nicht nach dem Spaziergang. Nach mir. Ich bin dann kurz kein Hund, ich bin ein Projekt. Und das Gemeine ist: Ich mag Projekte.
Sitzenbleiben: Das Taxi-Drama
Manche Hunde mögen Abenteuer. Ich mag Fortbewegung mit Service. Wenn wir eine Radrunde gemacht haben und ich in meinem Gubacca-Taxi unterwegs war, will ich am Ende oft nicht aussteigen. Nicht, weil ich nicht kann. Sondern weil es da drin perfekt ist.
Ich bin drin. Ich werde geschoben. Ich habe Aussicht. Und ich sehe, wie Bine sich innerlich mit sich selbst unterhält. Sie sagt dann nicht viel, aber ich spüre dieses „Komm jetzt, wir sind zuhause“ in ihrer Haltung. Und ich? Ich bleibe. Das ist eine strategische Erinnerung an einen ganz einfachen Zusammenhang: Wenn ich das Taxi-Drama starte, passiert etwas Wertvolles. Bine wird aktiv. Sie spricht. Sie schaut. Sie beschäftigt sich komplett mit mir. Kurz: Bühne.
Zuhause: Bines Radar und mein Blick
Und dann gibt es den Bereich, in dem ich wirklich professionell arbeite: Zuhause. Bine hat mich ständig im Visier. Wirklich ständig. Wenn ich bei ihr im Zimmer bin, reicht ein Geräusch und zack, ihr Blick geht zu mir. Sie checkt, was ich mache. Ob ich liege. Ob ich aufstehe. Ob ich irgendwo hin will. Ob ich irgendwas plane.
Abends ist mein Lieblingsmoment: Ich komme zum Sofa, lege den Kopf auf die Sitzfläche und starre sie an. Nicht hektisch, nicht nervig. Nur dieser Blick, der sagt: „Ich bin da. Ich könnte auch oben sein. Du könntest das jetzt entscheiden.“ Manchmal hält sie stand. Dann tut sie so, als würde sie mich nicht sehen. Aber ich merke, wie viel Kraft sie das kostet. Sie muss sich richtig anstrengen, diesen Blick zu übersehen. Und ich denke mir: Jau. Treffer. Ich bin in ihrem System.
Bühne frei: Ich weiß genau, wie ich Bines Radar aktiviere.
Viele unserer Streichel-Interaktionen gehen von mir aus. Ich starte sie. Ich frage sie an. Ich stelle mich so hin, dass es für sie schwer wird, „nein“ zu sagen, ohne sich wie ein schlechter Mensch zu fühlen. Und das ist der Punkt, an dem ich ein bisschen schmunzeln muss. Nicht, weil ich ich sie ärgern will. Sondern weil ich sie so gut lesen kann.
Warum das wichtig ist
Bine ist nicht zu weich. Bine ist nicht zu nett. Bine ist aufmerksam. Und sie lebt Beziehung über Kontakt. Das ist eine ihrer größten Stärken. Genau deshalb sind wir so ein Team. Nur hat Aufmerksamkeit eine Eigenschaft, die Menschen gern unterschätzen: Sie belohnt.
Nicht immer das Richtige. Nicht immer das, was Bine eigentlich verstärken möchte. Aber sie belohnt. Weil sie Bedeutung gibt. Weil sie mich in den Mittelpunkt stellt. Weil sie mir zeigt: „Ich bin bei dir.“ Und bei einem Hund wie mir reicht das manchmal, um ein Verhalten wieder auszupacken, das sich längst erledigt haben könnte.
Vielleicht ist das ihr Lernfeld. Nicht weniger Liebe. Sondern weniger Publikum. Nicht jedes Geräusch braucht ihren Blick. Nicht jeder Sofa-Starr-Wunsch braucht eine Antwort. Und nicht jedes Stehenbleiben an der Leine verdient eine Live-Reportage. Manchmal ist Beziehung nicht „ich bin bei dir“, sondern „ich bin so sicher bei mir, dass ich dich nicht ständig prüfen muss.“
Und ja, das fühlt sich am Anfang an, als würde sie mich ignorieren. Dabei macht sie etwas viel Gemeineres: Sie entzieht mir die Bühne. Ich werde das nicht gut finden. Ich werde es aushalten. Ich kann ja schließlich gut sitzenbleiben. Aus Überzeugung.
Gestern war ich wieder mit meiner Freundin spazieren. Und ich muss ja zugeben: Wenn ich selten auf etwas neidisch bin, um ihre Wohnlage beneide ich sie glühend. Leben, wo andere Urlaub machen, sage ich nur. Bei ihr gehst du aus der Haustür und bist sofort mitten in der Natur. Wasser, Waldwege, dieser Mix aus Ruhe und Weite, den ich so liebe. Selbst bei so trübem Regenwetter wie gestern hat die Lage dort etwas Besonderes – auch wenn wir diesmal wieder ordentlich im Schlamm versunken sind.
(Oder: Warum Kaffee besser schmeckt, wenn man den Chef-Posten nicht abgibt)
Gestern war ich wieder mit meiner Freundin spazieren. Und ich muss ja zugeben: Wenn ich selten auf etwas neidisch bin, um ihre Wohnlage beneide ich sie glühend. Leben, wo andere Urlaub machen, sage ich nur. Bei ihr gehst du aus der Haustür und bist sofort mitten in der Natur. Wasser, Waldwege, dieser Mix aus Ruhe und Weite, den ich so liebe. Selbst bei so trübem Regenwetter wie gestern hat die Lage dort etwas Besonderes – auch wenn wir diesmal wieder ordentlich im Schlamm versunken sind.
Trübe Aussicht? Von wegen! Für uns hat dieses Wetter seinen ganz eigenen Charme.
Ein liebgewonnenes Ritual von uns ist nach dem Spaziergang bei ihr noch einen handaufgebrühten Kaffee zu trinken. Nichts mit schnell-schnell, nichts mit „ich drück auf den Knopf“. Eher dieses: Wasser kochen, in Ruhe aufgießen, kurz warten, weiterreden. Genau unser Tempo.
Ihr kleiner Café-Tisch steht direkt am bodentiefen Fenster und ich liebe diesen Platz. Du sitzt da gemütlich mit deiner Tasse und hast den Blick auf den Fluss und den dahinterliegenden Wanderweg. Gerade am Wochenende und bei schönem Wetter ist dort oft ordentlich was los: Radfahrer, Jogger, Spaziergänger. Und natürlich auch viele Hunde.
Während ich diesen Ausblick genieße, bewundere ich jedes Mal aufs Neue die Gelassenheit meiner Freundin. Sie ist vermutlich der einzige Mensch, den ich kenne, der komplett tiefenentspannt bleibt, wenn zwei Langhaarhunde erst durch aufgeweichten Waldboden pflügen, dabei in Zeitlupe im Schlamm versinken und dann anschließend völlig selbstverständlich auf ihr Sofa hopsen, als hätten sie gerade nur kurz „die Pfoten abgestaubt“.
Gubacca im Sofa-Modus: Erst im Schlamm versinken, dann weich landen.
Gubacca und ihre Gos-Hündin hatten es sich also auf dem Sofa gemütlich gemacht. Dieses Bild aus Fell, Ruhe und „wir regeln das hier schon“. Wir saßen am Tisch, hatten den Kaffee vor uns, plauderten, lachten, und alles fühlte sich genau so an, wie man sich einen Winter-Nachmittag wünscht. Bis plötzlich ihre Hündin vom Sofa aufsprang.
Nicht hektisch, nicht „oh Gott, was ist jetzt“, eher so, als hätte sie gerade eine Nachricht bekommen, die sonst niemand gehört hat. Ein Satz Richtung Fenster und im nächsten Moment war klar: Draußen läuft jemand. Oder ein Hund. Auf jeden Fall etwas, das ihrer Meinung nach nicht einfach nur „Kulisse“ ist.
Zum Glück hatten wir die Tassen gerade fest in der Hand. Man weiß ja nie, wozu so ein handaufgebrühter Kaffee noch alles gut ist. Im Zweifel als Anker in der Realität. Dieses Bellen war bei ihr nicht dieses nervöse „Huch“, sondern eine sehr klare Ansage: Da ist was auf meinem Weg. Und weil die Bäume gerade kein Laub tragen, ist dieser Weg für sie eben auch nicht nur „da hinten irgendwo“, sondern gefühlt direkt vor der Nase.
Wachsamer Beobachter: Wenn der Gos meldet, steckt immer ein Grund dahinter.
Gubacca hob nur den Kopf. Diese typische Gubacca-Reaktion, die irgendwo zwischen „interessant“ und „ich bleibe trotzdem liegen“ liegt. Er ist ja in solchen Momenten gern der Typ Kollege, der sich aus dem Drama raushält, solange es nicht direkt sein Zuständigkeitsbereich wird.
Die Meldung annehmen
Früher hat meine Freundin in solchen Momenten oft geschimpft. Was ich vollkommen verstehe, weil man ja nicht am Kaffeetisch sitzt und denkt: Ach, wie schön, ein kleines Trainingsfenster. Man denkt: Bitte nicht. Nicht jetzt. Wir hatten gerade so einen schönen ruhigen Nachmittag. Aber gestern machte sie etwas anderes.
Sie stand auf, ging zum Fenster, schaute raus und sagte nicht „Aus!“, nicht „Nein!“, nicht „Hör auf!“, sondern sie nahm die Meldung an. So schlicht. So klar. So „okay, ich hab’s gehört“. Und dann schickte sie ihre Hündin hinter sich. Ruhig. Ohne Theater. Ohne diesen Tonfall, der schon nach Streit klingt, bevor überhaupt jemand verstanden hat, worum’s geht.
Die Hündin zögerte kurz. Gos halt. Erst mal prüfen, ob das wirklich ernst gemeint ist. Dann trat sie zurück. Und wurde still. Nicht still im Sinne von „ich darf nicht“, sondern still im Sinne von: Gut. Du hast es gesehen. Du übernimmst. Ich kann abgeben.
Und da saß ich mit meinem Kaffee und dachte: Genau. Das ist es. Ich mache das mit Gubacca ähnlich, vor allem draußen. Gerade im Dunkeln, wenn er mir eine Person „meldet“. Oder wenn er auf etwas reagiert, das für ihn ungewöhnlich ist. Diese kleinen „Moment mal“-Dinge, die wir Menschen gerne wegwischen, weil wir abgelenkt sind oder weil wir glauben, wir müssten alles sofort kleinmachen, damit es ruhig bleibt.
Ich hab mir über die Zeit angewöhnt, diese Meldungen nicht als „Aufregen“ zu behandeln, sondern als Information. Ich nehme sie an. Ich gucke hin. Und ich signalisiere ihm: Alles gut. Ich hab’s. Weil ich gemerkt habe: Wenn ich ihn an der Stelle ernst nehme, muss er gar nicht hochdrehen. Dann fühlt er sich nicht allein zuständig. Dann wird aus „Ich muss das regeln!“ eher ein „Okay. Bine ist dran.“
Als die Hündin wieder auf dem Sofa lag, war im Raum sofort wieder diese Ruhe. Der Kaffee schmeckte wieder nach Kaffee und nicht nach „gleich eskaliert hier was“. Draußen liefen Menschen weiter über den Weg, als wäre nichts gewesen. Und Gubacca? Gubacca hatte sich in der ganzen Zeit nicht einmal bewegt. Was ich irgendwie typisch fand. Denn er hat bei solchen Szenen eine Ausstrahlung wie: „Ja. So macht man das. Ich hätte es genauso gemacht. Aber ich wollte euch nicht reinreden.“
Manchmal muss man den Hund nicht „runterfahren“. Man muss ihm nur zeigen, dass seine Information angekommen ist. Nicht dieses „Sei leise, weil’s mich nervt“, sondern: „Danke. Ich hab’s gesehen. Ab hier bin ich dran.“
In diesem Sinne wünsche ich euch entspannte Kaffeestunden!
Hast du dich auch schon mal gefragt, warum unsere Katalanen bei jeder Kleinigkeit „Bescheid geben“ müssen? Es liegt ihnen einfach im Blut! Wenn du Lust hast, tiefer in die faszinierende Welt des Gos d'Atura einzutauchen und verstehen willst, wie du diese „Meldungen“ im Alltag für dich nutzen kannst, schau mal bei Goslogisch vorbei.
Der große Häufchen-Bluff oder wie ich als Bloggerin endgültig im Tabu-Kapitel angekommen bin
Vor ein paar Wochen war ich noch Wick-Werbung auf zwei Beinen und mein Mann musste die großen Runden übernehmen. In meinem Fieberwahn dachte ich ja noch rührselig: „Die armen Männer, wie sie wohl ohne mich klarkommen?“ Ich sah mich als die unabkömmliche Zentrale, das Herzstück des Gubacca-Universums, ohne dessen ordnende Hand alles im Chaos versinkt.
Tja. Inzwischen bin ich wieder einigermaßen aufrecht und musste schmerzhaft feststellen: Das Universum hat nicht nur ohne mich überlebt – es hat sich prächtig amüsiert. Während ich im Bett lag, hat sich hinter meinem Rücken ein neues Team gebildet. Eine Männer-WG mit ganz eigenen, höchst dubiosen Abläufen. Und genau hier kommen wir zu dem Punkt, an dem ich etwas gestehen muss: Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann mal einen Blogbeitrag über das hier schreibe.
Vor ein paar Wochen war ich noch Wick-Werbung auf zwei Beinen und mein Mann musste die großen Runden übernehmen. In meinem Fieberwahn dachte ich ja noch rührselig: „Die armen Männer, wie sie wohl ohne mich klarkommen?“ Ich sah mich als die unabkömmliche Zentrale, das Herzstück des Gubacca-Universums, ohne dessen ordnende Hand alles im Chaos versinkt.
Tja. Inzwischen bin ich wieder einigermaßen aufrecht und musste schmerzhaft feststellen: Das Universum hat nicht nur ohne mich überlebt – es hat sich prächtig amüsiert. Während ich im Bett lag, hat sich hinter meinem Rücken ein neues Team gebildet. Eine Männer-WG mit ganz eigenen, höchst dubiosen Abläufen. Und genau hier kommen wir zu dem Punkt, an dem ich etwas gestehen muss: Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann mal einen Blogbeitrag über das hier schreibe.
Aber offenbar gibt es im Leben einer Hundebloggerin dieses eine Tabu-Thema, an dem man nicht vorbeikommt, wenn die Männerwirtschaft erst einmal die Regie übernommen hat. Man kann jahrelang so tun, als würde man nur über Fellpflege, Sonnenaufgänge und niedliche Pfotenabdrücke schreiben und plötzlich steht man im Dickicht und denkt: „Okay. Dann eben Häufchen.“
Unschuldsblick im Schnee: Gubacca berechnet vermutlich schon die nächste Keks-Rendite.
Denn während ich noch an die heiligen Regeln der Hundeerziehung glaubte, hat mein Mann eine völlig neue Währung eingeführt. Er ist nämlich der festen Überzeugung, dass Gubacca nach dem Häufchen als Belohnung ein besonderes Leckerli verdient.
Man muss sich das mal vorstellen: Nach. Dem. Häufchen.
Mir würde so etwas nie im Traum einfallen. In meiner Welt ist das Erledigen des Geschäfts eine biologische Pflicht, kein Bonusprogramm mit anschließender feierlicher Zeremonie. Aber mein Mann? Der sieht das völlig anders.
Es hat ja seinen Grund, warum ich ihn hier auf dem Blog schon seit Jahren konsequent Herrn Mini-Rütter nenne. Er ist eben der unangefochtene Großmeister der theoretischen Hundeerziehung – während ich meistens diejenige bin, die die Theorie in der Praxis irgendwie umsetzen darf. Und weil er in diesen Momenten wieder diese ganz eigene Mischung aus pädagogischer Überzeugung und grenzenlosem Tascheninhalt entwickelte, hat er seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht.
(Er selbst sieht das natürlich als Auszeichnung und Kompliment an seine Fachkompetenz. Ich sehe es eher als dringenden Warnhinweis für die Statik unserer mühsam aufgebauten Erziehung.)
Dann waren wir zusammen spazieren. Ich, wieder halbwegs im Leben. Herr Mini-Rütter, entspannt wie jemand, der nicht bei jedem Ohrzucken eine Charakteranalyse startet. Und Gubacca… nun ja: Gubacca war Gubacca. Dieser charmant-chaotische kleine Typ, der so guckt, als hätte er gerade einen Plan und als wären wir die Praktikanten, die ihn ausführen sollen.
Irgendwann hockte er sich hin. Ein ganz normaler „Es ist soweit“-Moment. Nur: Er schielte dabei zu Herrn Mini-Rütter. So ein Blick, der nicht fragt, sondern erinnert. Wie ein Kellner, der dich an dein Dessert erinnert, obwohl du eigentlich nur zahlen wolltest.
Und aus mir kam – völlig ungekünstelt und vermutlich in einem Ton, der auch in einem Sitzungssaal funktioniert hätte: „Du wirst das doch wohl nicht belohnen?“ Herr Mini-Rütter ließ die Hand in der Tasche. Tapfer. Stark. Man konnte richtig sehen, wie es in ihm arbeitete: Pflichtgefühl gegen Keks-Automat. Wir gingen weiter. Wenige Meter später hockt sich Gubacca wieder hin. Wieder dieser Blick. Diesmal schon etwas offensiver. So nach dem Motto: „Hallo? Wir haben hier ein System etabliert.“ Herr Mini-Rütter blieb hart. Wir liefen weiter.
Beim dritten Mal wurde ich dann doch unruhig. Nicht, weil die Inspektion von Hinterlassenschaften zu meinen bevorzugten Freizeitbeschäftigungen gehört – aber wir Hundehalter wissen ja: Ein ganz normaler Haufen ist eben immer auch der beste Indikator für einen gesunden Hund. Verantwortungsgefühl nennt man das. Oder Kontrollzwang. Je nach Tagesform.
„Privatsphäre, bitte!“ – Oder doch nur der Aufbau einer geschickten Täuschung?
Also bin ich hinterher. Problem: Gubacca erledigt solche Dinge nicht einfach am Wegesrand wie ein zivilisierter Stadthund. Nein. Dieser Hund verschwindet fürs Geschäft grundsätzlich weit im Dickicht, als würde er seine Privatsphäre verteidigen und nebenbei einen Geheimdienst führen.
Ich also: Beutel in der Hand, Pflichtgefühl im Anschlag, Schritt rein ins Gestrüpp, Blick nach unten wie eine sehr unromantische Schatzsucherin. Und dann: nichts. Kein Häufchen. Keine Spur. Nicht mal ein „Hier könnte theoretisch was gewesen sein“.
Ich stand da, zwischen Brombeeren und meinem eigenen Anspruch, und mir dämmerte langsam: Herr Gubacca hatte uns getäuscht. Nicht aus Versehen. Nicht „Ups, falscher Alarm“. Sondern mit vollem Körpereinsatz. Mit Schauspiel. Mit Timing. Mit Blickkontakt.
Ja – zumindest gibt es Hinweise, dass Hunde ihr Verhalten taktisch anpassen können, wenn sie wissen, mit wem sie es zu tun haben. In einer Studie der Universität Zürich führten Hunde eine kooperative Person (die Futter gibt) eher zum besten Futter. Bei einer kompetitiven Person (die Futter eher wegnimmt) zeigten sie später häufiger Verhalten, das wie gezieltes Irreführen wirkt – teils sogar in Richtung einer leeren Option.
Quelle: Heberlein et al. (2017), Universität Zürich.
Und während ich noch in Gedanken die Szene rekonstruierte – „Hocke… Blick… Hocke… Blick…“ – nutzte Herr Mini-Rütter den Moment… und gab dem kleinen Schwindler seine Belohnung. Einen Keks. Für nichts.
Ich schwöre, ich musste gleichzeitig lachen und innerlich sehr kontrolliert kurz schreien. Denn natürlich war es nicht nur ein Keks. Es war ein Keks mit politischer Tragweite. Ein Keks, der sagt: „Wir lassen uns hier verhandeln.“ Und wenn ein Gos merkt, dass es verhandelbar wird, dann verhandelt er. Aus Prinzip. Aus Freude. Aus Kunst.
Herr Mini-Rütter sagt übrigens, ich solle das nicht so eng sehen. Es sei doch nur ein Keks. Ich sage: Das war die offizielle Einführung des „Hock-und-Hoff“-Programms: hinhocken, bedeutungsvoll gucken, Keks abholen.
Und Gubacca? Gubacca sagt nichts. Er läuft nur weiter. Sehr zufrieden. So, als würde er gerade überlegen, ob er in fünfzig Metern nochmal „häufchen“ möchte. Rein vorsorglich.
Wir sind MY GUBACCA
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Gubacca ist ein Gos d’Atura Català und ich eine leidenschaftliche Bloggerin.
Gemeinsam erzählen wir euch – immer mit einer gehörigen Portion Humor – von unserem Alltag, der mit einem Katalanen nie langweilig wird.
Vom Welpenwahnsinn zum Seelenhund. Begleite uns auf dem Weg zum fertigen Buch.
Menschen lieben Geschichten..“
Wie diese Rasse denkt, fühlt und im Alltag überrascht.
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