1148. - 1151. Tag | Wieviel Bewegung braucht ein Gos?

April 30, 2021

Wieviel Bewegung braucht Gubacca? Diese Frage habe ich mir früher öfter  gestellt. Ein großer Hund braucht doch bestimmt doppelt so lange Spaziergänge als ein kleiner, oder?! Mit dieser Einstellung bin ich damals hochmotiviert an das Thema herangegangen und habe die "verstaubten" Joggingschuhe wieder aus dem Keller geholt. Was habe ich nicht alles gemacht, damit der feurige Spanier körperlich ausgelastet ist: Wieder mit dem Joggen angefangen, da Gubacca noch zu jung war, um neben dem Rad zu laufen. Wie oft bin ich schon im Sommer um 5.30 Uhr aufgestanden, damit er noch im Kühlen eine große Runde machen konnte. Auch heute sieht man uns oft bei Regen und Sturm durch die Felder radeln, damit Gubacca einmal richtig Gas geben kann. Aber braucht mein Katalane das wirklich? Das Bild spricht glaube ich Bände: Gubacca findet es viel schöner, wenn ich kräftig in die Pedale trete und er sich "sanft" durch die Gegend schaukeln lassen kann.
 

In der "Sportlichkeitsskala" des Gos d` Atura liegt Gubacca glaube ich eher im Mittelfeld. Er braucht es, für den Stressabbau, mal richtig Gas geben zu können und jagt dann auch mal mit 20 Stundenkilometer neben meinem Rad her. Das sind aber immer nur kleine "Temperaments-Ausbrüche" und eigentlich bevorzugt Gubacca ein "Gassi-Tempo", bei dem man noch jeden Grashalm inspizieren kann. Er würde sich auch lieber in der  Rolle als Bines Jogging-Trainer sehen, anstatt als Radbegleithund. Ich aber nicht... Dabei ist  Gubacca sogar ein toller "Personal Trainer" beim Joggen, der nicht zu schnell läuft und ein gutes Tempo vorgibt... Wenn Frauchen in dieser Richtung nicht so unsportlich wäre... Leider sah ich nach jeder Runde so fertig aus, dass Mini-Rütter jedes Mal überlegte, ob er ein Sauerstoffzelt bringen soll oder doch lieber gleich 112 anruft. Von daher stehen meine Joggingschuhe jetzt wieder da wo sie hingehören, im Keller. 
 



Gubacca  beizubringen ruhig neben dem Fahrrad zu laufen war gar nicht so einfach und ausnahmsweise trägt Detlef mal zurecht den Namen "Mini-Rütter".  Ich hatte es nach mehreren Fehlversuchen genervt aufgegeben und das Rad stehengelassen. Gubacca überdrehte bei mir jedes Mal schon nach einer kurzer Strecke. Er fing dann entweder an in die Leine zu beißen oder noch schlimmer, mich während der Fahrt anzuspringen. Detlef übte es dann unermüdlich mit ihm. Sobald der junge Spanier ausflippte, stieg er ab und lief ein Stück mit ihm. Langsam aber stetig wurden die Laufpausen immer kürzer und Gubacca  gewöhnte sich an das Rad. Bei mir klappte das nicht ganz so gut und ich hatte Probleme den Jungspund wieder auf normale "Betriebstemperatur"  zu bekommen. So kam ich auf die Idee einfach den Fahrradanhänger wieder regelmäßig zu nutzen. Den Erfolg hatte ich mir aber ein bisschen anders vorgestellt - Gubacca entwickelte eine Leidenschaft dafür, sich gemütlich durch die Gegend schaukeln zu lassen.



 
Heute sind diese Problemchen aber Vergangenheit. Gubacca läuft  toll neben dem Rad und wir fahren fast jeden Mittag eine Runde durch die Felder. Was leider nicht ganz so unproblematisch verläuft sind die Hundebegegnungen. Viele Hunde verfallen ja schon fast in einen "Rausch", wenn sie neben dem Rad laufen und ignorieren alles um sich herum. Auf Gubacca trifft das absolut nicht zu und er hat mich auch schon vom Fahrrad gezogen,  weil ihn ein Rüde angeblafft hatte. Aus diesem Grund nehme ich nach wie vor gerne den Anhänger mit. In "brenzligen" Situationen habe ich so immer die Möglichkeit, Gubacca einfach in den Hänger zu setzen. Aber auch bei wärmeren Wetter oder längeren Strecken ist der Fahrradanhänger einfach super praktisch.



 
Mittlerweile bin ich aber auch ein bisschen entspannter beim Thema "körperliche Auslastung" von Gubacca. Für ihn ist es überhaupt  kein "Weltuntergang", wenn er einen Tag mal nur kürzere Runden macht. Das schlechte Gewissen habe ich  immer sofort. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass er nur weil er doppelt so groß wie Chiru ist, viel längere Strecken laufen muss.  Ein bisschen schmunzeln  musste ich bei der Internetrecherche zu diesem Thema. Auf vielen Seiten steht, dass der Bewegungsbedarf nicht von der Größe des Hundes abhängig ist. Liest man dann den Artikel ein Stück weiter findet man Aussagen wie: Ein kleiner Hund benötigt mindestens 30 Minuten Auslauf und ein großer sollte 60 Minuten laufen können... So ganz sicher ist man sich da wohl doch nicht bei der Frage, ob die Größe eine Rolle spielt. 
 



Die 60 Minuten, die im Internet oft angegeben werden, hat Gubacca aber locker jeden Tag. Unser Morgen startet regelmäßig mit einer kleinen Runde durchs Feld oder dem Gang zum Bäcker und wir sind meistens eine halbe Stunde unterwegs. Gegen Mittag machen wir dann unsere Fahrradrunde und Gubacca läuft knapp sieben Kilometer. Das Tempo bestimmt er dann oft für sich selbst, da er überwiegend ohne Leine läuft. Am späten Nachmittag machen wir bei schönem Wetter noch einmal eine größere Runde zu Fuß, die bei Regen aber auch schon mal knapper ausfallen kann.  Gegen 21 Uhr geht es dann nur noch mal kurz zum Beinchen heben vor die Tür. 
 
Mein Fazit ist, dass der Gos nicht zwingend  mehr Bewegung braucht  als andere Rassen. Für mich ist es viel mehr auch ein Stück von der Persönlichkeit des Hundes abhängig. Auch bei uns Menschen gibt es ja deutliche Unterschiede bei der Sportlichkeit und dem Bewegungsdrang. Vielleicht spielt es auch eine Rolle, wie viel Action ein Gos als Junghund hatte und man erzieht sich den Leistungssportler auch ein Stück selbst heran. Die Bandbreite ist bei der Rasse auf jeden Fall sehr groß und reicht von "gemütlich" bis zum "Spitzensportler". Und Spieglein, Spieglein an der Wand ... wer hätte das gedacht... Gubacca ist ähnlich wie seine Bine: Schon gerne sportlich unterwegs - aber nicht (mehr) so hochmotiviert, dass es "Superleistungen" sein müssen. In diesem Sinne wünschen wir euch ein schönes Wochenende und starten gleich zu unserer Fahrradrunde...

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4 Kommentare

  1. Ha, so geht es mir mit Socke auch. ICH hab ein schlechtes Gewissen, wenn Socke weniger als 6-7 km am Tag läuft, dabei bedenke ich nie, dass sie meist die doppelte Strecke rennt, da sie pausenlos im Wald rumrast. Sie liegt gerade dösenderweise rum, springt allerdings sofort auf, wenn ich mich zur nächsten Tour rüste. Manchmal glaube ich allerdings, dass sie mir einen Gefallen damit tun will, damit ich nicht allein gehen muss.

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    1. Genau das habe ich vor 5 Minuten in Facebook noch geschrieben:
      "Manchmal habe ich sogar den Verdacht, dass er denkt "ok, wenn die Bine unbedingt etwas für ihre Figur machen muss, dann begleite ich sie eben... Nötig wäre es aber nicht".
      Passt perfekt zu deinem Kommentar!
      Über deinen Kommentar habe ich mich sehr gefreut!
      Liebe Grüße
      Bine & Gubacca

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  2. Ich bin sehr froh, dass unsere Hunde sehr flexibel sind - es geht mehr und es geht auch wenig. Meistens drehen wir drei Runden am Tag: morgens eine lange, mtitags eine kurze und Abends ist es immer anders. So sind wir an ganz normalen Tagen gute 1,5 Stunden unterwegs.
    Hier gibt esja auch sonst noch genug Bewegung - bei Toberunden im Innenhof oder im Garten ;) Wobei ich schon sehr oft festgestellt habe, dass unsere Beien bei Spaziergängen niht mal so Strecke oder Tempo brauchen. Die Beiden genießen das Schnüffeln und Beobachten dabei viel mehr. Oft richte ich mich ja nach Ihnen und stelle fest, wir sind in einer halben Stunde nichtmal einen Kilometer weit gelaufen - aber die Hunde sehen trotzdem sehr zufrieden aus ;)

    Und hier ist auch die Lust auf einen Spaziergang nicht immer da, aber ich kann die Hunde immer dazu überreden ... aber merke dann auch oft, eine kleine Runde reicht den Beiden völlig.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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  3. Liebe Bine,
    ich glaube, es ist tatsächlich eine Mischung aus der Veranlagung des (einzelnen) Hundes und der Art und Weise, wie er aufwächst. Wir sind es mit Carai sehr ruhig angegangen, als Zweithund zu einem "älteren Herren" war das einfach so, und sie ist sehr genügsam und durchaus sehr pflegeleicht. Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass sie der pflegeleichteste Hund ist, den ich je hatte! Sie läuft und tobt schon gerne - aber es muss nicht stundenlang sein. Wichtig ist, dass sie dabei sein darf, egal, wohin es geht.
    Ich denke auch, viele Hunde sind mit dem "Programm", das sie so absolvieren, eher überfordert. Schon ein Spaziergang auf einer sehr hundelastigen Strecke kann sehr anstrengend sein, gibt es da doch so viel zu schnuppern und keine klaren Reviere. Der Gos ist ja eigentlich ein Arbeitshund, und die Schafherden ziehen normalerweise langsam grasend durch die Lande. Da ist Aufmerksamkeit gefragt und schnelle Reaktionen, wenn nötig. Aber kein ständiges Rennen und auch nicht unbedingt viele Kilometer. Gubacca ist klug - er genießt den Überblick vom Anhänger aus und schont dabei seine Kräfte. ;-)

    Liebe Grüße,
    Kerstin & Carai

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Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Wir freuen uns immer riesig über Rückmeldungen.
Liebe Grüße
Bine & Gubacca