Heute möchte ich einen Kommentar von Manu aufgreifen, in dem sie schrieb, dass sie öfter das Gefühl habe, sich nicht genug mit ihrem Hund Jack zu beschäftigen. Mir geht es häufig genauso. Kaum mutiert Gubacca zum Kevin, stelle ich mir die Frage: Ist Gubacca ausreichend ausgelastet? Benötigt er als Junghund vielleicht doch mehr Spaziergänge, bei denen er so richtig flitzen kann? Sollte ich mich noch mehr mit ihm beschäftigen, um ihn auch geistig stärker zu fordern?
Bei Chiru hatte ich schon sehr früh die Erfahrung gemacht, dass er ein gewisses Mindestmaß an körperlicher Bewegung benötigte. Sobald er über die Felder flitzen und sich richtig auspowern durfte, hatte ich zu Hause den liebsten Hund.
Braucht Kevin etwa mehr Beschäftigung?
Bei Gubacca hingegen merkte ich schnell, dass ihn viel körperliche Bewegung auch sehr leicht überdrehen lässt. In solchen Momenten ist er wie ein kleiner Vulkan, der plötzlich ausbricht. Und wie ihr schon öfter lesen konntet, endete dieser Ausbruch nicht selten mit einem kaputten T-Shirt.
Bei Herrn Wütebrecht vermeide ich deshalb tunlichst jede Art von wildem Spiel. Hochpushen ist für ihn ein absolutes Tabu. Zum Glück hat er für das Raufen seinen Hundefreund Lennox. Der ist dafür ohnehin wesentlich besser ausgestattet als ich.
Leider gibt es für die richtige Mischung kein Patentrezept. Oft hilft mir nur, Gubacca genau zu beobachten. Und dabei stelle ich immer wieder fest, dass ich seine Anzeichen zunächst genau falsch herum deute. Wenn er mich viel anspringt oder anbellt, denke ich schnell, er brauche noch mehr Bewegung.
Gerade nach Tagen, an denen er viele neue Eindrücke verarbeiten muss oder etwas für ihn Aufregendes erlebt hat, helfen ihm aber häufig seine ruhigeren Such- oder Intelligenzspiele viel besser. An anderen Tagen ist er tatsächlich etwas zu kurz gekommen und braucht einfach einen Spaziergang, bei dem er so richtig Gas geben kann.
So sieht unser Alltag momentan aus
Momentan macht Gubacca drei Gassirunden am Tag von jeweils etwa 25 bis 30 Minuten. Neben seinen regelmäßigen Treffen mit Lennox gehen wir sonntags zum Welpenspiel. An ein bis maximal zwei Nachmittagen in der Woche bin ich zusätzlich mit ihm unterwegs. Mal treffen wir Freundinnen mit ihren Hunden, gehen in eine Eisdiele, erkunden neue Spazierwege oder unternehmen etwas anderes.
Die Vormittage verschläft Gubacca komplett. Mit Beginn meines Homeoffice von acht bis dreizehn Uhr sehe ich den Zwerg-Riesen eigentlich nur schlafend. Die einzige Unterbrechung ist eine kurze Pieselrunde draußen.
Gezielte Übungseinheiten mit Sitz, Platz und Bleib mache ich mit Gubacca eher selten und nur für kurze Zeit. Ich versuche lieber, diese Dinge so oft wie möglich in unseren gemeinsamen Alltag einzubauen. So hat er gelernt, an der Straße so lange zu sitzen und zu warten, bis ich ihm das Zeichen zum Überqueren gebe. Auch aus dem Auto darf er nicht einfach herausspringen.
Gubacca ist ein echter Nasenbär. Er liebt Suchspiele und findet mittlerweile sogar erfolgreich seine versteckten Plüschtiere. Auch Konzentrationsübungen machen ihm Spaß. Die Übung mit der Fleischwurst in der Hand und dem Blickkontakt konntet ihr bereits in einem Video sehen.
Momentan üben wir, dass er sitzen bleibt, während ich sein Spielzeug werfe. Den Tipp haben wir vom Frauchen seiner Schwester bekommen und er hilft tatsächlich, Julia! Danach ist der Zwerg-Riese meist sofort deutlich entspannter.
Im Moment kommen wir mit dieser Mischung aus Beschäftigung, gemeinsamen Aktivitäten und viel Schlaf gut zurecht. Zumindest meistens. Kevin sieht das an einzelnen Tagen bekanntlich etwas anders.
Muss ich ihn eigentlich dauernd bespaßen?
Bei meiner Suche nach Tipps, wie ich Gubacca das Anspringen abgewöhnen kann, bin ich noch auf einen Gedanken gestoßen, bei dem ich mich durchaus ein wenig ertappt gefühlt habe: Vielleicht bin ich manchmal einfach zu schnell der Meinung, für jede wache Minute meines Hundes zuständig zu sein.
Witzigerweise mache ich mir ja gerade dann besonders viele Gedanken darüber, ob Gubacca genügend Beschäftigung bekommt, wenn er meine Aufmerksamkeit sehr nachdrücklich einfordert. Und natürlich fällt es mir schwer, ihn dann auch einmal nicht zum Mittelpunkt des Universums zu machen.
Eine Sache, die mir persönlich sehr schwerfällt. Aber ich arbeite daran!
Vielleicht besteht die eigentliche Kunst also gar nicht darin, möglichst viel mit Gubacca zu machen, sondern immer wieder herauszufinden, was er gerade wirklich braucht. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. In der Ruhe liegt die Kraft. Zumindest arbeiten Gubacca und ich noch daran.
Liebe Grüße und eine gute Nacht!
Bine
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