Wer einen Hund mit Unterwolle hat, kennt das Problem: Es dauert verdammt lange, bis das Fell wirklich nass ist – und mindestens doppelt so lange, bis es wieder trocken wird. Bei Gubacca reichte gründliches Abrubbeln mit einem Handtuch meistens nicht aus. Die Feuchtigkeit saß weiterhin tief im Fell und wurde anschließend mit Vorliebe durch ausgiebiges Schütteln in der näheren Umgebung verteilt.
Also habe ich ihm aus alten Handtüchern einen Bademantel genäht. Er besteht aus einem Rückenteil, einem Bauchbereich und einem Kragen. Durch den verstellbaren Verschluss lässt er sich gut an den eigenen Hund anpassen.
Hier findet ihr die ausführliche Anleitung mit allen Schnittteilen und Arbeitsschritten.
Unser selbst genähter Hundebademantel war Teil der VOX-Sendung hundkatzemaus. Dass uns ein paar ausrangierte Handtücher einmal ins Fernsehen bringen würden, war beim ersten Zuschnitt allerdings noch nicht abzusehen. Hier geht es zu Gubaccas Fernsehauftritt →
Das benötigt ihr für den Hundebademantel
- 1 Badehandtuch
- 1 normales Handtuch
- gefalztes Schrägband beziehungsweise Kantenband
- Garn
- Gurtband
- 1 Klickverschluss
- ein kurzes Stück Klettband
- Schere
- Maßband oder Lineal
- Kreidestift oder Nähkreide
- Stecknadeln oder Stoffklammern
- Nähmaschine
1. Schritt: Die Einzelteile zuschneiden
Gubaccas Bademantel besteht aus drei Teilen. Ich habe mir die einzelnen Formen zunächst als Schnittmuster auf Nähpapier vorbereitet. Das erleichtert das Zuschneiden und ich kann beim nächsten Bademantel wieder darauf zurückgreifen.
Ich habe mit dem größten Teil, dem Rücken, begonnen. Wichtig ist, dass bei allen drei Schnittteilen der Stoff doppelt liegt. An der Bruchkante wird das Handtuch gefaltet und die beiden Seiten werden genau aufeinandergelegt.
Aus dem Rest des Badehandtuchs wird anschließend der Bauchbereich zugeschnitten. Auch hier wird das Handtuch wieder an der Bruchkante gefaltet, festgesteckt und danach ausgeschnitten. Mit Nähkreide lassen sich die Umrisse vorher direkt auf den Stoff übertragen. Mir fällt das Zuschneiden dadurch deutlich leichter.
Den Kragen habe ich aus dem grauen Handtuch zugeschnitten. Bei der Höhe von 22 Zentimetern könnt ihr problemlos variieren.
Ein kleiner Tipp: Ich habe beim Zuschneiden darauf geachtet, möglichst viele vorhandene Handtuchkanten zu nutzen. Auf dem folgenden Bild liegt der Schnittbogen so, dass die untere Naht des Handtuchs bereits einen sauberen Abschluss für den Kragen bildet. Dadurch muss diese Seite später nicht noch einmal umgenäht werden.
So sehen alle drei Teile fertig zugeschnitten aus. Auch hier ist gut zu erkennen, dass ich die vorhandenen Abschlusskanten der Handtücher in den Zuschnitt einbezogen habe. Die festen Kanten können so bleiben und müssen nicht zusätzlich umgenäht werden.
2. Schritt: Kragen und Schulterseiten zusammennähen
Zuerst wird die obere Abschlusskante des Kragens genäht. Ich arbeite dafür gerne mit kleinen Stoffklammern und komme damit besser zurecht als mit Stecknadeln.
Danach wird die Seitennaht geschlossen und der Kragen ist bereits fertig.
Im nächsten Schritt werden die Schulterseiten mit einer geraden Naht verbunden.
An der entstandenen Öffnung wird anschließend der graue Kragen festgenäht.
Für mich ist es dabei jedes Mal ein kleines Gehirn-Jogging, welche Stoffseiten aufeinanderliegen müssen. Deshalb habe ich es sicherheitshalber direkt auf dem Foto notiert.
Mit den geschlossenen Schulternähten und dem Kragen sieht das Ganze bereits deutlich nach Bademantel aus. Nun sind alle drei Teile miteinander verbunden.
Nun werden noch die seitlichen Kanten umgenäht, an denen später die Verschlüsse befestigt werden und der Mantel geschlossen wird.
Schaut vor dem Nähen sicherheitshalber noch einmal, ob ihr tatsächlich die richtige Stoffseite umschlagt. Bei meinem Bademantel habe ich nicht richtig aufgepasst und durfte die fertige Naht anschließend wieder auftrennen.
3. Schritt: Die Ränder mit Kantenband einfassen
Schräg- beziehungsweise Kantenband gibt es in unterschiedlichen Breiten. Für den Bademantel habe ich eine etwas breitere Variante bestellt. Das gefiel mir nicht nur optisch besser, sondern ließ sich auch einfacher annähen.
Ich habe nicht alle Ränder mit Kantenband eingefasst, sondern teilweise die bereits vorhandenen Abschlusskanten des Badehandtuchs genutzt. Das ist jedoch reine Geschmackssache. Natürlich könnt ihr auch sämtliche Seiten mit dem Kantenband umnähen.
4. Schritt: Die Verschlüsse annähen
Der Hundebademantel wird mit einem Klickverschluss auf dem Rücken geschlossen. Die beiden Teile des Verschlusses habe ich mit Gurtband an den Seiten des Brustteils befestigt.
Bei den üblichen Klickverschlüssen wird das auf dem Foto rechte Verschlussteil fest vernäht. Beim linken Teil mit den drei Stegen lässt sich das Gurtband später in der Länge verstellen.
Für die rechte Schnalle wird das Gurtband auf der Rückseite mittig gefaltet, wie auf dem Foto zu sehen ist. Danach wird das Band gewendet und der Verschluss auf dem Bademantel festgenäht.
Für mehr Stabilität habe ich ein Rechteck mit einem zusätzlichen Kreuz in der Mitte genäht.
Mit einem Lineal habe ich ausgemessen, an welcher Stelle das Gurtband auf dem Stoff liegen muss, damit sich der Verschluss später mittig auf Gubaccas Rücken befindet.
Zum Schluss könnt ihr noch ein Stück Klettband auf das längenverstellbare Gurtband kleben oder nähen. Dadurch steht das überstehende Ende später nicht ab.
Und schon ist euer selbst genähter Hundebademantel fertig.
Schnüffeldecken, Hundekissen, Beschäftigungsspiele und weitere praktische Ideen findet ihr auf unserer Übersichtsseite DIY für Hunde – Gubacca macht’s selbst.
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