Zum Beispiel in einem ganz gewöhnlichen „Guten Morgen“, das ich meiner Mutter und meiner Schwester morgens nach dem Aufstehen schicke. Ein kleines Ritual, mit dem wir uns gegenseitig zeigen, dass wir gut in den neuen Tag gestartet sind. Zwei Worte, über die ich mir früher kaum Gedanken gemacht hätte. Heute freue ich mich darüber, dass wir sie einander schreiben können.
Oder die Mittagsrunde mit Gubacca. Wenn ich meinen Dienstrechner mit einem entschlossenen „Soch!“ zuklappe, steht er schon bereit. Er weiß genau, was dieses Geräusch bedeutet, und seine Vorfreude ist jedes Mal dieselbe. Ich brauche nur nach meiner Jacke zu greifen, und schon macht Gubacca sich auf den Weg zur Tür. Dann ziehen wir los, gehen unsere Lieblingswege und sitzen manchmal einfach eine Weile auf unserer Bank. Gubacca beobachtet die Umgebung, ich lasse meine Gedanken schweifen. Und oft denke ich dabei, wie schön es ist, dass wir diese kleinen gemeinsamen Auszeiten haben.
Und gerade, während ich diese Zeilen schreibe, schiebt sich eine ziemlich dicke und feuchte Hundenase unter meinen Arm. Gubacca ist der Meinung, wir könnten jetzt gemeinsam schlafen gehen. Schließlich waren wir gerade noch draußen, es ist spät und er sieht keinen vernünftigen Grund, warum ich immer noch vor dem Rechner sitze.
Ich muss lachen und streiche ihm über den Kopf.
Neuneinhalb Jahre ist dieser Hund inzwischen alt. Und immer noch hat er ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie wir unseren Alltag gemeinsam gestalten sollten.
Es gibt Momente, da überkommt mich dieses warme Glücksgefühl so unvermittelt, dass ich gar nicht weiß, wohin damit. Ich bin einfach dankbar für das, was ich habe. Und manchmal wünsche ich mir dann ganz still, dass alles noch möglichst lange so bleiben möge.
Gubacca stupst mich ein zweites Mal an. Ich speichere den Text, klappe den Rechner zu und gehe mit.
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