Ein Moment fürs Marmeladenglas

März 12, 2020

Viele von euch kennen bestimmt dieses verdammt doofe Gefühl, wenn der eigene Hund auf die fremde Trainerin auf' s Wort hört und einen selbst gerne im Regen stehen lässt. Ich muss zugeben, dass ich nach den ersten Stunden  bei Gabi  oft mit einem sehr zwiespältigen Gefühl und auch nachdenklich nach Hause gefahren bin. Auch wenn ich es nicht gerne zugebe: Es hat mich doch  sehr frustiert zu sehen, wie pflegeleicht Gubacca sein kann und wie viel "will to please" doch tatsächlich in ihm steckt. Gubacca freut sich jedes Mal riesig Gabi zu sehen und klebt förmlich an ihrer Seite. Jeder ihre Wünsche ist ihm ein Befehl und auch die regelmäßigen Spaziergänge mit ihren beiden Rüden sind überhaupt kein Problem.
Training mit Gabi · zwischen Zweifel und Vertrauen

Viele von euch kennen bestimmt dieses verdammt doofe Gefühl, wenn der eigene Hund auf die fremde Trainerin aufs Wort hört und einen selbst gerne im Regen stehen lässt. Ich muss zugeben, dass ich nach den ersten Stunden bei Gabi oft mit einem sehr zwiespältigen Gefühl und auch nachdenklich nach Hause gefahren bin.

Auch wenn ich es nicht gerne zugebe: Es hat mich doch sehr frustriert zu sehen, wie pflegeleicht Gubacca sein kann und wie viel „will to please“ doch tatsächlich in ihm steckt. Gubacca freut sich jedes Mal riesig, Gabi zu sehen, und klebt förmlich an ihrer Seite. Jeder ihrer Wünsche ist ihm ein Befehl und auch die regelmäßigen Spaziergänge mit ihren beiden Rüden sind überhaupt kein Problem.

Doch dann habe ich mir gedacht: „Bine, du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder du machst wieder den Fehler, dich selbst ständig infrage zu stellen, oder du freust dich einfach darüber, was für ein toller Hund Gubacca ist!“ Und plötzlich war es beim Training mit Gabi einfach nur ein beruhigendes Gefühl, dass er super auf sie hört. Dadurch hatte auch ich jetzt die Möglichkeit, Situationen mit ihm zu üben, bei denen ich unsicher bin. Zum Beispiel ohne Leine an einer großen Pferdekoppel vorbeizulaufen und nicht sofort anzuleinen, wenn mir Spaziergänger entgegenkommen.

Letzten Freitag übten Gabi und ich mit ihm ein neues Kunststück und standen dafür ein Stück voneinander entfernt auf einer Wiese. Plötzlich gab es einen lauten Knall, über den Gubacca sich sehr erschreckte. Wie ein Blitz kam er auf mich zugeschossen, setzte sich zwischen meine Beine und schaute mich an.

Ich war in dem Moment so glücklich – das kann ich gar nicht richtig in Worte fassen. Gabi meinte später zu mir, ich hätte von einem Ohr zum anderen gegrinst. Für mich war es ein richtiger Marmeladenglas-Moment! Ich hätte eher damit gerechnet, dass er zu Gabi rennt, und noch vor ein paar Wochen wäre Gubacca laut kläffend der vermeintlichen Gefahr entgegengerannt. Schöner hätte Gubacca mir nicht zeigen können, dass er mir vertraut und wir mit unserem Training auf dem richtigen Weg sind.

Ich spürte in diesem Moment so richtig das feste Band, das uns verbindet, und war so verdammt glücklich! Am liebsten hätte ich für eine Weile die Zeit angehalten oder diesen Augenblick zumindest für die Ewigkeit festgehalten. Das geht zwar nicht – aber in unser gemeinsames Marmeladenglas, da kann ich ihn reinpacken – diesen wunderschönen Glücksmoment!

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