Nach einer schlaflosen Nacht ging es pünktlich um 5 Uhr auf die Autobahn Richtung Chemnitz. 550 Kilometer Autobahn lagen vor uns und ich war neugierig und gespannt, wie Gubacca sich in den vergangenen drei Wochen entwickelt hatte. Wie groß würde er sein? Svea hatte mir geschrieben, dass er beim Tierarzt bereits 6,3 Kilogramm gewogen hatte. Das waren mit seinen acht Wochen schon zwei Kilo mehr, als Lottchen auf die Waage bringt.
Wir hatten Glück mit dem Verkehr und schon fünf Stunden später klingelten wir aufgeregt bei Svea am Gartentor. Nach dem Empfangskomitee Ozzy und Lili kamen auch sofort die Welpen durch den Steingarten angewackelt und begrüßten uns. „Was für Riesen“, war mein erster Gedanke. Die Welpen waren kaum wiederzuerkennen und an keinem entdeckte ich das gewohnte rote Halsband, das Gubacca immer trug. „Wer von den Riesen ist nur Gubacca?“, fragte ich mich prompt. Aber die Größe verriet ihn dann doch. Gubacca trug schon sein neues grünes „Reisehalsband“ und bekam später noch zusätzlich ein rotes Geschirr von Oma Benni angezogen.
Nach einer Stunde kam dann auch der Zeitpunkt für Gubacca, „Tschüss“ zu sagen. Schnell wurde noch ein Abschiedsfoto von allen vieren gemacht und dann marschierte Gubacca auch schon stolz an der Leine mit Svea zu unserem Auto.
Im Vorfeld hatte ich mir viele unnötige Sorgen gemacht. Kann man einem Welpen eine so lange Fahrt schon zumuten? Sollten wir ihn in einer Autobox transportieren oder doch lieber auf meinem Schoß? Wir entschieden uns für die Box auf der Rücksitzbank und ich setzte mich daneben. Eine gute Entscheidung: Die gesamte Rückfahrt verlief vollkommen problemlos.
Zuhause angekommen wurde sofort neugierig der Garten erkundet und das neue Spielzeug getestet. Das neue Körbchen im Wohnzimmer wurde ebenfalls als gut empfunden und schon eine halbe Stunde später schlummerte Gubacca in seinem neuen Zuhause.
Unser „Zwerg-Riese“ war angekommen – viel problemloser und einfacher, als ich im Vorfeld gedacht hatte. Gleich ein neuer Grundsatz, den ich in Zukunft mit Gubacca viel öfter berücksichtigen sollte!
Was in diesem Tagebucheintrag fast erstaunlich problemlos klingt, hatte in meinem Kopf natürlich längst deutlich mehr Drama. ;-) In „Unkompliziert war der Plan. Mein Hund hat Einwände.“ erzähle ich den Tag noch einmal ausführlicher: die Fahrt nach Chemnitz, den Abschied bei Svea, meine Sorgen um 550 Kilometer Rückweg – und die ersten Stunden mit einem acht Wochen alten Zwerg-Riesen, der plötzlich wirklich zu uns gehörte.
Kapitel 6: Wenn das Warten ein Ende hat →
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