In den letzten beiden Tagen ging es eher ruhig bei uns zu. Mich hat eine Erkältung voll erwischt und alles läuft ein wenig auf Sparprogramm. Gubacca trägt das mit Fassung und ich glaube, mit unserem Mix aus „neuen Erfahrungen“ und langen Schlafphasen haben wir die richtige Mischung für ihn gefunden.
Einige Gosbesitzer haben mir den Rat gegeben, es im ersten Jahr etwas ruhiger mit ihm angehen zu lassen. Ein Hinweis, der mir sehr wichtig ist und den ich gerne befolge. Schon jetzt merkt man, dass Gubacca ein sehr quirliger Hund ist, der mich oft an einen Grashüpfer erinnert. Wie bringt man Ruhe in so einen kleinen Zwerg, fragte ich mich daher. Schnell kam mir die Idee, ihm von Anfang an beizubringen, dass Ruhe zum Erfolg führt. Und das Schöne: Ausnahmsweise ist das total easy!
Ich hatte ja schon von unserem Boxentraining erzählt. Gubacca wird dort regelmäßig gefüttert und hat schnell gelernt, dass die Tür sich nur öffnet, wenn er entspannt und mucksmäuschenstill davor wartet.
Das funktioniert super. Es gibt kein Bellen oder um mich herum hüpfen, obwohl er wahnsinnig gerne frisst. Die Zeit, die er warten muss, habe ich immer ein kleines Stück verlängert und es funktioniert. Gubacca hat innerhalb kürzester Zeit gemerkt, dass er nur liegend und ruhig an die ersehnte Belohnung kommt.
Wobei ich auch zugeben muss, dass das gar nicht mein vordergründiges Ziel war. Gubacca sollte sich ja eigentlich nur an die Box gewöhnen und sie mit etwas Positivem verbinden. Aber siehe da – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen :-).
Die zweite Übung ist ebenfalls ein Zufallsprodukt. Auf Facebook habe ich ein „Rudigramm“ von Anita Balser gefunden, in dem sie ihrem Welpen Rudi „Platz“ beibringt. Im Gegensatz zu den üblichen Vorgehensweisen funktioniert diese Lernweise erst einmal vollkommen ohne Kommando oder Handzeichen.
„Frau“ – in dem Fall ich – hält ein Leckerchen in der Hand, zeigt es Schüler Gubacca und wartet ab, was passiert. Fiepen, springen, stubsen, sitzen und irgendwann lag unser „Zwerg-Riese“ dann im Platz, was sofort mit dem Leckerchen belohnt wurde. Erst viel später kommt dann auch das Kommando „Platz“ dazu.
Was Gubacca aber für sich innerhalb kürzester Zeit verinnerlicht hat, ist die Information: „Lege ich mich hin und bin ruhig, bekomme ich etwas Leckeres.“ Ich muss jetzt schon immer schmunzeln, wenn ich sehe, wie unser „Zwerg-Riese“ sich ein Leckerchen ergattern möchte. Nicht mit Betteln – nein, es wird sich brav hingelegt.
Aber auch in anderen Alltagssituationen bemerke ich immer häufiger, dass er sofort ins Platz geht, wenn ich stehen bleibe. Ein toller Nebeneffekt, mit dem ich viel Ruhe in meinen kleinen Grashüpfer bekomme.
Aber jetzt genug von der Theorie und vom Üben. Eigentlich ist das nur ein minimaler Teil unseres Tages. Viel wichtiger ist es mir, dass wir eine enge Bindung zueinander aufbauen und er seinen Alltag hier in der Umgebung kennenlernt.
Heute haben wir gemeinsam das kleine Wäldchen bei uns im Ort erkundet. Unser „Zwerg-Riese“ darf ja noch nicht so weit laufen und so kam das Mini-Taxi zum Einsatz. Ich war mit Chiru dort schon immer sehr gerne und für einen Welpen ist es ideal dort. Es sind nur wenige Leute unterwegs, weil das Wäldchen für größere Spaziergänge einfach zu klein ist. Für Gubacca war es wie ein großer Abenteuerspielplatz mit all den vielen Bäumen und Stämmen.
Für Gubacca war es der erste Ausflug in das „Zauberwäldchen“ und mir war wichtig, dass er die neue Umgebung gemeinsam mit mir erkundet. Mit unserem „Zwerg-Riesen“ geht das sehr gut, weil er sich Neues oft erst einmal in Ruhe anschaut. Gemeinsam mit mir ist er dann über Ministämme gelaufen, wir haben die schönsten Stöckchen gemeinsam gefunden ;-) und ich habe ihm kleine Leckerchen auf dem Stamm versteckt.
Gubacca machte das riesigen Spaß und er beobachtete mich die gesamte Zeit sehr genau. Schließlich könnte ich ja jeden Moment etwas Spannendes entdecken und er würde es verpassen :-)!
In einer ungewohnten Umgebung Pippi machen ist übrigens auch überhaupt kein Problem, wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann. Nach der kleinen Runde durch den Wald reichte das aber dann auch schon für uns beide. Ich pflege meine Erkältung und Gubacca sorgt für die nötige Entspannung, indem er neben mir schläft.
Ein paar kurze Worte noch zu unserem 12. Tag. Gestern haben wir den kleinen Lennox, einen 10 Wochen alten Catahoula, kennengelernt. Er wohnt bei uns im Wohnviertel und die beiden haben sich auf Anhieb toll verstanden und super miteinander gespielt. Von Größe und Temperament her passen die beiden perfekt zusammen.
Die zwei werden sich jetzt regelmäßig sehen. Ich bin total happy darüber, dass Gubacca mit einem gleichaltrigen Hund regelmäßig spielen kann. Fotos müssen wir demnächst nachreichen. Gestern standen zwei glückliche Frauchen im strömenden Regen und freuten sich über den Anblick der beiden spielenden Hunde.
Wobei das Frauchen von Lennox eindeutig im Vorteil war – Lennox ist ein Kurzhaarhund und sah danach nicht wie ein Erdferkel aus. Gubacca dafür umso mehr. Aber er ist ja schon Badewannenprofi und lässt sich gelassen die Pfoten abbrausen.
Die Box positiv aufbauen – bei uns half der Fressnapf
Bei uns funktionierte ein kleiner Perspektivwechsel erstaunlich gut: Nicht Gubacca kam in die Box und die Tür ging zu – sondern sein Fressnapf kam hinein und Gubacca blieb draußen. Ich stellte sein Futter in die Box, schloss die Tür und ließ ihn erst hinein, wenn er ruhig davor wartete.
Für unseren ausgesprochen verfressenen „Zwerg-Riesen“ bekam die Box dadurch ziemlich schnell einen hervorragenden Ruf. Und Gubacca wäre nicht Gubacca gewesen, wenn er nicht versucht hätte, das Verfahren ein wenig abzukürzen: Zu den üblichen Essenszeiten legte er sich irgendwann vorsorglich schon einmal für ein Nickerchen hinein. Man konnte ja nie wissen. ;-)
.png)
2 comments