Langholz, 3. Tag – Der Hund war ein Reh

September 13, 2018

Der erste Blick aus dem Fenster war heute Morgen schon einmal vielversprechend: kein Regen! Bevor sich daran noch etwas ändern konnte, hüpfte ich um sieben Uhr aus dem Bett und zog mich schnell an. Aber irgendwer fehlte doch. Wo war Zwerg-Riese? Normalerweise ist Gubacca der Erste, der begeistert aufspringt, sobald es nach Morgenrunde aussieht. Heute lag er allerdings tiefenentspannt in seiner Box und machte keinerlei Anstalten aufzustehen. Dieses Spiel kenne ich inzwischen von zu Hause. Anfangs hatte ich den Fehler gemacht, ihn mit der sich öffnenden Kühlschranktür zu locken. Für diese Konditionierung brauchte Gubacca erstaunlicherweise genau zwei Wiederholungen. Seitdem gilt offenbar: Ohne Kühlschrank keine Morgenrunde.
Reisetagebuch Langholz · September 2018

Der erste Blick heute Morgen aus dem Fenster war schon einmal vielversprechend: KEIN Regen! Bevor sich daran noch etwas ändern konnte, hüpfte ich um sieben Uhr aus dem Bett und zog mich schnell an. Aber irgendwer fehlte doch. Wo war Zwerg-Riese? Normalerweise ist Gubacca der Erste, der begeistert aufspringt, sobald es nach Morgenrunde aussieht.

Heute lag er allerdings tiefenentspannt in seiner Box und machte keinerlei Anstalten aufzustehen. Dieses Spiel kenne ich inzwischen von zu Hause. Anfangs hatte ich den Fehler gemacht, ihn mit der sich öffnenden Kühlschranktür zu locken. Man hört ja immer, Lernen brauche viele Wiederholungen. Für diese Konditionierung reichten Gubacca erstaunlicherweise genau zwei. Seitdem gilt offenbar: Ohne Kühlschrank keine Morgenrunde.

Mittlerweile habe ICH allerdings Trick 18 entwickelt. Ich tue einfach so, als würde ich ohne ihn losgehen. Zwei Sekunden später steht Gubacca an der Tür. So auch heute Morgen.

LERNERFOLG · DIE ZAHL DES TAGES IST ZWEI

Zweimal Kühlschranktür: Regel verstanden. Zwei Sekunden scheinbar ohne ihn losgehen: Hund steht an der Tür. Über die Verteilung der pädagogischen Begabung in diesem Haushalt reden wir lieber ein anderes Mal.

Morgenrunde · Freilauf wird langsam Alltag

Der Hund an der Kurve hatte plötzlich Geweih

Im inzwischen schon fast gewohnten Freilauf ging es wieder rüber zum Lehmberger Strand. So gut das momentan klappt, übe ich auf unübersichtlichen Wegstücken trotzdem immer wieder, dass Gubacca an meiner Seite läuft und dort auch bleibt.

In der Ferne entdeckte ich an der nächsten Kurve einen „Hund“ und leinte Gubacca vorsichtshalber an. Zum Glück. Mein vermeintlicher Hund entpuppte sich nämlich als Reh. Ich sollte wirklich langsam über eine Brille nachdenken. Und es blieb nicht bei diesem einen Tier: Ein Stück weiter stand gleich eine kleine Gruppe auf dem Acker. Puh. Das hätte deutlich weniger entspannt ausgehen können, wenn Gubacca die Rehe vor mir entdeckt hätte. Gut gesichert ging es deshalb weiter Richtung Strand.

Am Strand · heute mit sehr überzeugenden Argumenten

Die Geheimwaffe heißt Schweinshaxe

Am Strand wartet Gubacca inzwischen schon ziemlich artig, bis ich ihm erlaube, ins Meer zu gehen – oder besser gesagt: zu rennen. Läuft mit der Hundeerziehung, sage ich nur! Und heute kam noch etwas hinzu, das mich beinahe sprachlos machte: Selbst als er Enten auf dem Meer entdeckte, ließ er sich abrufen.

Seit gestern Abend habe ich allerdings auch eine absolute Geheimwaffe in der Tasche: Schweinshaxe. Genauer gesagt kleine Fleischstücke vom Abendessen. Der Erfolg ist grandios. Ohne meinem nächsten Blogbericht vorgreifen zu wollen: Auf der Abendrunde kamen zwei angeleinte Hunde keifend auf uns zu. Ich musste Gubacca nur leise ansprechen und mit meinem Beutel rascheln – und Zwerg-Riese blieb bei mir.

Eigentlich war es heute fast egal, was passierte. Die Aussicht auf ein Stück Haxe ließ ihn zuverlässig an meiner Seite kleben. Blöd nur, dass ich inzwischen den letzten Rest verfüttert habe. Was mache ich morgen? Vielleicht hat sich das gewünschte Verhalten ja bereits wunderbar gefestigt. Schauen wir mal. Ansonsten muss sich Detlef eben opfern und noch einmal Schweinshaxe essen.

Mittags machten wir wieder unsere inzwischen obligatorische Runde über Klein-Waabs und am Strand zurück. Dank Schweinshaxe in meiner Tasche waren auch Strand und Meer ohne Leine heute überhaupt kein Thema. Vielleicht sollte ich tatsächlich öfter mit Belohnungen arbeiten, die Gubacca wirklich richtig gut findet. Meistens bekommt er unterwegs sein Trockenfutter, und für alles ist Zwerg-Riese inzwischen längst nicht mehr zu begeistern.

Das Wetter konnte sich während unserer Runde allerdings nicht so recht entscheiden, ob es nun trocken bleiben oder wieder regnen wollte. Nur bei einer Sache war es sich ziemlich sicher: warm sollte es auf keinen Fall werden.

Nachmittags · einmal ohne Feldweg und Strand

Ein kleiner Stadtbummel durch Kappeln

Nachmittags machten wir noch einen Stadtbummel durch Kappeln. Die kleine Hafenstadt liegt nur rund 20 Kilometer von Langholz entfernt und ist unter anderem als Drehort der Fernsehserie „Der Landarzt“ bekannt. Ich muss allerdings gestehen, dass ich die Serie nie gesehen habe. Ich kenne hauptsächlich die Schilder an den Restaurants, auf denen steht, was dort alles gedreht wurde.

Hebebrücke in Kappeln
Die Hebebrücke von Kappeln
Abendrunde · Arbeitsteilung im Urlaub

Gubacca und ich laufen – Detlef bewacht das Bier

Gegen Abend machten Gubacca und ich noch eine Runde über die Steilküste. Detlef drückte sich und machte es sich stattdessen an der „Strandbude“ mit einem Bier gemütlich, während er auf uns wartete.

Und damit schließt sich unser Reisetagebuch für heute. Ein schöner Tag war es wieder – trotz fehlender Sommertemperaturen, beinahe übersehener Rehe und einer inzwischen vollständig aufgebrauchten Schweinshaxen-Geheimwaffe.

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