Spätestens um 8 Uhr fahren wir los! Theorie und Praxis, sage ich nur. Nach über 30 Ehejahren kennt man schließlich seine bessere Hälfte und ich plane lieber gleich eine kleine „Pufferzeit“ ein. Mit meiner Drohung – mein Mann ist Langschläfer – „Aber pünktlich um 8 Uhr!“ schaffen wir es normalerweise zuverlässig gegen 9.30 Uhr auf die Straße.
Natürlich wieder mit einem Auto, das bis unters Dach vollgepackt ist. Diesmal geht das allerdings eindeutig auf meine Kappe. Ich hatte vorher noch groß verkündet: „Wir nehmen nur das Nötigste mit!“ Klar. Im September braucht man aber erstaunlich viel Nötigstes: T-Shirts und kurze Hosen für den Strand, Pullover, Fleecejacke für morgens und abends, Regenhose und Regenjacke, mehrere Jeans, falls Gubacca mich dreckig anspringt, und natürlich noch etwas Schickeres fürs Restaurant. Besonders schön fand ich, dass ich optimistisch meinen Bikini einpackte, während Detlef Schal und Mütze in seinem Koffer verschwinden ließ. Handtücher und Proviant für den ersten Tag mussten natürlich auch noch mit. Und die größte Tasche? Hatte selbstverständlich wieder Zwerg-Riese.
Der große Knut muss leider zu Hause bleiben
Gubacca ist mittlerweile schon ein richtiger Reiseprofi. In den 16 Monaten, die er bei uns lebt, ist das tatsächlich schon sein sechster Urlaub. Und ich habe trotzdem immer das Gefühl, wir würden gar nicht besonders viel verreisen. Eine seiner vielen tollen Eigenschaften ist jedenfalls, dass er sich problemlos auf fremde Umgebungen einstellen kann.
Damit ihm das möglichst leichtfällt, schleppe ich natürlich auch entsprechend viel für ihn mit. Seine geliebte Box zum Schlafen gehört genauso selbstverständlich ins Gepäck wie Mini-Knut. Beim großen Knut hat Detlef dieses Mal allerdings gestreikt – sehr zum Leidwesen von Zwerg-Riese.
Bikini: genehmigt. Schal und Mütze: genehmigt. Mehrere Jeans: genehmigt. Großer Plüschhund in annähernder Gubacca-Größe: vom Fahrer abgelehnt.
Sechs Stunden Fahrt und einer bleibt völlig entspannt
Die letzten Fahrten an die Ostsee waren ein einziger Dauerstau. Gefühlt besteht die A1 inzwischen hauptsächlich aus Baustellen, deshalb plante ich vorsichtshalber gleich sechs Stunden Fahrtzeit ein. Leider eine ziemlich realistische Einschätzung: Allein in Bremen standen wir über eine Stunde.
Gubacca stören solche langen Autofahrten überhaupt nicht. Er legt sich hin und schläft. Dabei ist es ihm ziemlich egal, ob er in seiner Box im Kofferraum, angeschnallt auf dem Rücksitz oder im Fußraum mitfährt. Hauptsache, er ist dabei. Beim Einladen des Gepäcks war davon allerdings noch nichts zu merken. Da rannte er uns nervös hinterher, als bestünde ernsthaft die Gefahr, dass wir ausgerechnet ihn zu Hause vergessen könnten. Als ob das in seinem bisherigen Leben jemals passiert wäre.
Die wichtigste Nachricht zuerst: Das Haus gibt es wirklich
Ich bin auf der Hinfahrt leider deutlich weniger entspannt als Gubacca. Besonders bei einem neuen Ferienhaus beginnt bei mir irgendwann das übliche Kopfkino: Habe ich wirklich den richtigen Ankunftstag im Vertrag stehen? Ist das Haus tatsächlich so schön wie auf den Bildern? Funktioniert der Schlüsselcode? Und hoffentlich sind wir nicht doch auf irgendeine Fake-Anzeige hereingefallen.
Entsprechend erleichtert war ich, als wir ankamen: Das Haus existierte, der Schlüsselcode funktionierte und drinnen sah tatsächlich alles so aus, wie es im Internet beschrieben worden war. Urlaub konnte also offiziell beginnen.
Ein Reh im Garten und der erste Weg führt natürlich ans Meer
Langholz ist für mich ein echter Wohlfühlort. Ich fahre schon seit meiner Kindheit regelmäßig hierher und liebe dieses ruhige Leben am Meer. Von unserem Ferienhaus sind es nur wenige Minuten bis zum Strand und rundherum gibt es wunderschöne Wege zum Spazierengehen. Selbst die Rehe kommen bis in den Garten. Beim Kofferauspacken staunten wir jedenfalls nicht schlecht, als plötzlich eines direkt draußen stand und neugierig ins Fenster schaute. Das Beweisfoto findet sich oben links auf der Collage.
Nach dem Auspacken führte der erste Weg natürlich direkt zum Strand. Für Langholzer Verhältnisse war dort noch ziemlich viel los und Gubacca reagierte etwas gestresst auf die vielen Hunde. Insgesamt hat er sich aber tapfer geschlagen. Ich bin ziemlich sicher, dass er sich in ein paar Tagen an den Trubel gewöhnt hat und wieder deutlich entspannter damit umgehen wird.
Viel länger hielt der erste Urlaubstag bei mir ohnehin nicht mehr. Um 22 Uhr schlief Bine bereits vor dem Fernseher ein, Gubacca schlummerte längst zufrieden in seiner Box und nur unsere Nachteule Detlef war noch munter.
Langholz, wir sind da. Und wir freuen uns auf einen schönen Urlaub!
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