Time to say goodbye vom Namen „Zwerg-Riese“. Neun Monate hatte der Name mich begleitet. Der größte Gos ever, ever, ever: Wenn schon nicht der besterzogenste Gos, dann zumindest der Größte, dachte ich. Aber ein großer Irrtum, wie sich gestern herausstellte.
Zwerg-Riese wurde gemessen und ich konnte das Ergebnis überhaupt nicht glauben – er ist nur 54 cm hoch! Laut Rassestandard sollen die Gos-Rüden eine Größe zwischen 47 und 55 cm haben – also nix größter ever, ever, ever :-) und ab sofort „Zwerglein“. Jetzt muss ich doch wieder am besterzogensten Gos ever, ever, ever arbeiten. Gut, dass wir heute Hundeschule haben.
Gestern habe ich bei herrlichem Sonnenschein Andrea mit Grace in Haltern getroffen. Andrea ist Vorsitzende und Zuchtwart beim PPC e.V. und war Schiedsrichterin bei einer Wette zwischen Jürgen K. und mir. Jürgen, Svea – Gubaccas Züchterin – und Andrea waren von Anfang an überzeugt, dass Gubacca maximal 55 cm würde. Siegessicher, wie ich mich fühlte, wettete ich dagegen und tippte auf 56+ cm.
Überzeugt von meinen Messkünsten, die jedes Mal ein Stück Hals einschlossen, kam Zwerg-Riese bei mir auch schnell auf 58 cm. Bei meinen früheren Größenmessungen hatte ich schließlich schon ausreichend Gelegenheit gehabt, meine ganz eigene Methode zu perfektionieren.
Mein Gesichtsausdruck muss herrlich gewesen sein, als ich mit meinem Auto auf den Parkplatz kam und Andrea mit Grace dort stehen sah. Ich wusste, dass Grace um die 53 bis 54 cm ist, und schon auf den ersten Blick war mir klar, dass mein „Größter ever, ever, ever“ eher noch kleiner wirkte. Kleiner war er dann zwar nicht … aber mit seinem schlaksigen Körperbau und dem Babyfell wirkte er sehr zart neben ihr.
Gleich zu Beginn löste Gubacca dann auch wieder einmal Aufregung aus, weil er – wie so oft – abhaute, um im Stausee ein Bad zu nehmen. Dumm nur, dass der See mit einem breiten Stacheldrahtzaun abgetrennt ist und der Weg durch eine Dornenhecke führte.
Rein ins Wasser ging es seltsamerweise wunderbar, nur beim Rückweg hatte Mr. Baywatch dann große Probleme. Ich sah mich schon in die Stever klettern, um den übermütigen Jungspund zu retten. Aber alles ging gut – Gubacca fand den Weg alleine zurück und mit einem wie immer nassen und dreckigen Zwerg-Riese ging es weiter.
Gubacca fand Grace und Andrea sofort toll und genoss es sichtlich, mit der souveränen Hündin unterwegs zu sein. Stolz zeigte er seine Kunststückchen und hatte überhaupt keine Berührungsängste, angefasst zu werden und dicht neben Grace für die Kamera zu posieren.
Grace ist auch diejenige, die bei mir vor einigen Jahren den Wunsch nach einem Gos d’Atura Català ausgelöst hatte. Durch eine zufällige Begegnung mit einem jungen Gos-Rüden war ich neugierig auf die Rasse geworden und fragte Andrea, ob ich ihren damaligen Wurf und ihre Hündin kennenlernen dürfte. Ich war sofort begeistert von Grace und ihrer tollen Art.
Es war ein sehr schöner Nachmittag – Fortsetzung folgt, und nächste Woche lernt Gubacca den Rest von Andreas Rudel kennen. Grace hatte ja mehr das „mütterliche“ Auge auf den Jungspund und nächste Woche kann er dann mit dem Wildfang Nivelle um die Wette flitzen.
Heute Nachmittag geht es dann aber erst einmal zur Hundeschule … mein Ehrgeiz ist geweckt.
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