Langsam wird die Luft eng ... Gubacca wird in drei Wochen ein Jahr alt und mein großes Ziel vom besterzogenen Gos ist in weiter Ferne?! Ich muss immer innerlich lachen, wenn ich den Gesichtsausdruck meiner Gesprächspartner sehe, sobald ich ihnen ganz euphorisch von meinem großen Ziel erzähle.
In der Regel sitzt Zwerg-Riese dann gerade neben mir und fängt an zu bellen, weil ihm mal wieder langweilig wird. Eine nette Variante ist dann auch der hüpfende Gummiball, der es schafft, meine frisch gewaschene Hose in zwei Sekunden zu ruinieren. Kaum entfleucht mir das Wort „besterzogen“, klebt Gubacca schon an mir. Aber meine Gesprächspartner sind ja höflich und in der Regel kommt dann ein gequältes „Naja, Gubacca ist ja auch noch ein junger Hund“, verbunden mit einem großen Schritt aus seiner Reichweite.
Aber ich muss zugeben, teilweise provoziere ich auch gerne mit dem Satz. Unvergesslich der Blick unserer Hundetrainerin, als ich ihr in einer Stunde selbstbewusst sagte: „Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass Gubacca das lernt – in einem Jahr habe ich den besterzogensten Hund.“
Was folgte, war Stille und dann ein lautes Lachen. Ja, das ist doch mal eine Ansage, meinte meine Trainerin. Sonst würde sie von ihren Teilnehmern immer nur hören: „Ob ich das wirklich schaffe?“ oder „Das bekomme ich nie hin!“
Und da sind wir auch schon bei dem Grund meiner „großspurigen“ Ansage. Eigentlich ist es einfach eine Motivation für mich selbst. Viel zu oft zweifelt man an sich und sieht Katastrophen, wo noch gar keine sind. Ich denke, einige Erziehungsprobleme entstehen, weil wir selber schon vorher überzeugt sind, dass es nicht funktioniert.
Gubacca ist auf dem Hundeplatz ein „Selbstläufer“, wie ich es oft nenne. Er arbeitet gerne und lernt wahnsinnig schnell. Ich merke daher selber oft an mir, dass ich mir bei neuen Übungen überhaupt keine Gedanken mache, ob er es macht. In der Regel bin ich überzeugt, dass wir das locker hinbekommen, und habe ein riesiges Vertrauen in Gubaccas Fähigkeiten.
„Das macht Zwerg-Riese locker ...“ „Jau“ – und tatsächlich macht er es dann auch ganz locker. Im Alltag fehlt mir diese Siegessicherheit manchmal und das überträgt sich auch auf Zwerg-Riese ... So viel nur mal am Rande zum Thema, warum ich immer den besterzogensten Gos ever, ever, ever haben möchte.
Aber wie sieht mein Traum aus vom besterzogenen Gos ever? Wie stelle ich mir Gubacca vor und wie weit bin ich von meinem Ziel entfernt? Auch wenn es jetzt bestimmt einige Lacher gibt ... gar nicht so weit – ich sehe schon die Flagge in weiter Ferne.
Der besterzogene Zwerg-Riese ... malen wir doch mal gemeinsam ein Memoboard, das ich mir neben den Schreibtisch hängen kann:
Das ist mein Traum vom besterzogenen Gos ever, ever, ever.
Zum Schluss möchte ich euch noch ein Video von vorgestern zeigen, das einen Teil meines Traumes zeigt. Wahrscheinlich werdet ihr beim Ansehen des Videos stutzen und denken: Das ist doch wieder das kleine Wildschwein beim Toben.
Ja, genau das soll er auch ruhig – aber schaut einmal genau hin. Gubacca läuft ohne Leine mit mir durch die Felder. Er hat sichtlich Spaß dabei und buddelt nicht in seinem Lieblingsschlammloch, obwohl er es verdammt gerne getan hätte. Dafür darf er als Belohnung durch die Pfütze toben und kommt sofort angeflitzt, als ich gepfiffen habe. Achtet einmal darauf, wie oft er den Blickkontakt gesucht hat und von alleine wieder zurückgekommen ist ...
Das Memoboard hängt jetzt an der Pinnwand und ich bin sicher, Zwerg-Riese und ich werden das schon „rocken“. Ein schönes Wochenende für euch alle!
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