Samstag hatten wir die erste Verabredung mit Angela und ihren GlenCove-Aussies. Ich war echt neugierig, wie Gubacca sich in ein bestehendes Hunderudel einfügen würde. Bisher kannte Zwerg-Riese ja nur sein Familienrudel und Spaziergänge mit einzelnen Hunden.
Mit Angela verbindet mich eine sehr lange Freundschaft. Ihre Hündin Gioia und Chiru sind schon zusammen aufgewachsen und ich kenne ihre Hündinnen Faye und Neela, seit sie Welpen sind. Gubacca integrierte sich schnell und problemlos in die Gruppe. Faye machte ihm innerhalb weniger Minuten klar, welches Verhalten erwünscht ist, und Zwerg-Riese akzeptierte die Regeln sofort.
Ihm machte es sichtlich Spaß, mit den „Großen“ während des Spaziergangs zu rennen. Trotzdem kam er aber auch sofort angeflitzt, wenn ich ihn rief. Ich muss gestehen – ein wenig platzte ich dann doch innerlich vor Stolz. Ich freute mich riesig, dass er ein so gutes Sozialverhalten hat und sich mühelos in einen festen Verband einordnet.
Plötzlich wirken die Großen gar nicht mehr so groß
Ein wenig schmunzeln musste ich darüber, wie sehr sich mein Größenempfinden schon verändert hat. Bisher kamen mir Angelas Mädels immer riesig vor. Noch bei unserem letzten Spaziergang, kurz vor Gubaccas Einzug, überlegten wir, ob Zwerg-Riese wohl so groß wie Neela werden würde. So groß wie Faye, die größte ihrer Hündinnen, da waren wir uns einig, würde er auf keinen Fall werden.
Gestern musste ich zweimal hinschauen, als Gubacca neben den Mädels stand. Wie konnte ich diese zierlichen Hündinnen bisher immer als groß empfinden, dachte ich nur.
Der abschließende Besuch im Ausflugslokal musste dann aber leider ausfallen – wir haben es fertiggebracht, uns im Wald zu verlaufen. Vor lauter Sorge, unsere normale Strecke könnte für Zwerg-Riese zu weit sein, sind wir falsch abgebogen und haben die Orientierung verloren. Zum Glück kannte ein Jogger sich besser aus und wir fanden dann doch noch unsere Autos wieder.
Den Rest des Samstags hatte ich dann einen sehr lieben und müden Gubacca. Die Abendrunde mit Lennox musste abgesagt werden und Kevin hatte keine Chance.
Sonntag wieder auf dem Prüfstand
Sonntag ist ja bei uns immer Hundeschultag und es ging wieder zum Welpenspiel. Ich muss gestehen, ich freue mich zwar immer auf das Treffen, aber ein nervöses Gefühl im Magen ist auch mit dabei. Wie würde Gubacca sich benehmen? Wie würde er sich dem Geschwisterpärchen gegenüber verhalten? Und ein wenig kommt man sich ja auch immer wie auf einem Prüfstand vor.
Eins kann ich vorwegnehmen: Gubacca musste wieder vorzeitig den Platz verlassen. ABER nicht, weil er sich danebenbenommen hatte, sondern weil ihm das wilde Spiel der anderen zu viel wurde. Ähnlich wie er es schon bei Svea, seiner Züchterin, gemacht hatte, wenn er vor seinen Geschwistern Ruhe haben wollte, verschwand er im Tunnel.
Gubacca rennt mittlerweile viel lieber um die Wette, jagt sich gegenseitig Spielzeug ab und ist nicht mehr der wilde Kämpfer. Eine Entwicklung, die ich sehr schön finde.
Das Team vom Welpenspiel hat sich auch heute wieder viel Mühe gegeben und trotz des Regens hat es wieder sehr viel Spaß gemacht. Für die Hunde wurde ein kleiner Parcours mit verschiedenen Untergründen und sogar einer Miniwippe aufgebaut.
Das coole Söckchen fand die unterschiedlichen Untergründe nicht schlimm, sondern es hat ihm wieder viel Spaß gemacht, Neues zu erkunden. Ein bisschen konnten wir dann gleichzeitig noch an der „Leinenführigkeit“ – was für ein schreckliches Wort – üben. Susi war so lieb und hat das Video von uns dabei gemacht.
Und so geht für uns wieder ein schönes gemeinsames Wochenende zu Ende. Gubacca schläft momentan noch – ich denke, es wird ein ruhiger Abend heute für uns werden!
Hat Faye Gubacca damals „ins Rudel eingeordnet“?
Bei unserem ersten Spaziergang mit den GlenCove-Mädels erlebte Gubacca etwas, das für mich damals sehr nach „die Große zeigt dem Kleinen, wo es langgeht“ aussah. Er wollte in seiner üblichen Art nach vorne flitzen – und Faye begrenzte ihn ziemlich deutlich und schickte ihn zurück.
Hunde können untereinander sehr klar kommunizieren und das Verhalten ihres Gegenübers begrenzen. Gerade junge Hunde lernen in sozialen Begegnungen, auf Körpersprache, Distanzsignale und die Reaktionen anderer Hunde zu antworten. Gubacca verstand Fayes Botschaft damals offenbar ziemlich schnell und passte sein Verhalten an.
Trotzdem wäre es zu einfach, daraus eine klassische „Rudel-Einordnung“ zu machen. Eine feste Rangbeziehung entsteht nicht automatisch bei einer einzigen Begegnung mit fremden Hunden. Wenn in der Verhaltensforschung von Rang oder Dominanz gesprochen wird, geht es um Beziehungen, die sich über wiederholte Interaktionen innerhalb einer sozialen Gruppe zeigen.
Was damals zwischen Faye und Gubacca passierte, lässt sich deshalb viel nüchterner beschreiben: Eine erfahrene Hündin setzte dem jungen Gubacca beim gemeinsamen Laufen eine Grenze – und er reagierte darauf.
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