Euphorisch und mit einem dicken Grinsen im Gesicht kam ich Sonntag von der Welpenspielstunde nach Hause. „Mein Gubacca – der tollste und liebste Hund ever, ever, ever ...“ Begeistert wurden WhatsApps verschickt und über unseren Erfolg berichtet. Zwerg-Riese kümmerte das alles wenig und verzog sich erst einmal müde an seinen aktuellen Lieblingsplatz. Er findet es momentan super, sich unter einen der Sessel am Esstisch zu quetschen.
Und dann baute Detlef den Hundepool auf ...
Es hätte so ein schöner Sonntag werden können, wenn Detlef nicht auf die Idee gekommen wäre, den „Hundepool“ aufzubauen. Zwerg-Riese war sofort hellwach und verfolgte aufmerksam die Aktion im Garten.
Endlich war es dann auch so weit – es war genug Wasser in der Sandmuschel und Gubacca konnte sich abkühlen. Ausgelassen hopste er in seinem Pool herum und hatte sichtlich Spaß. Und plötzlich, von einer Minute zur anderen, war er wieder da: unser Kevin.
Vermisst hatte ich ihn in den letzten Tagen nicht, muss ich zugeben. Endlich keine Kratzer mehr an den Armen ... und meine Begrüßung fiel eher frostig aus. Kevin störte das herzlich wenig und zeigte uns, wie schnell ein 14 Wochen alter Gos-Welpe quer durch die Beete flitzen kann. Mit einem kühnen Hechtsprung ging es wieder rein in den Pool, um dann zum Angriff zu „blasen“. Ehe Detlef sich retten konnte, hing Kevin in seinem T-Shirt. Mir erging es direkt im Anschluss nicht besser und meine Leggings hatte zwei Löcher. In dem Moment wünschte ich mir weniger Sprungkraft bei der Rasse. Kevin schafft es mühelos, aus dem Stand einem bis zur Brust zu springen.
Vorbei der Badespaß – gegen Kevin gibt es nur ein Mittel und das heißt „Auszeit“. Hund abgetrocknet und rein mit ihm ... Kevin verabschiedete sich dann auch schnell wieder und zurück blieb ein schlafender Gubacca.
Um 20 Uhr bekam ich dann eine WhatsApp von Susi: „Hat Gubacca auch den restlichen Sonntag verschlafen? Lennox schläft tief und fest seit dem Welpenspiel ...“ Das sind die Nachrichten, über die man sich nach so einem Nachmittag doch riesig freut ;-).
Den Schlaf hat Gubacca dann gestern nachgeholt. Bei 34 Grad auf der Terrasse suchte er sich einen schattigen Platz auf der Wiese und verschlief den Nachmittag. Das Planschbecken blieb an diesem Tag aber sicherheitshalber umgedreht und ohne Wasser. So schnell möchte ich Kevin nicht wieder begrüßen.
Wenn der Welpe zur Klapperschlange wird
Trotz aller positiven Energie mit „ohm“ in Form von Ruhe und Gelassenheit steht momentan die Frage „Wie verhindere ich, dass mein Welpe mich anspringt und beißt?“ auch bei mir ganz oben in der Hitliste der Suchbegriffe bei „Onkel Google“. Momentan vermeide ich es, liebgewonnene Kleidungsstücke zu tragen, weil mir die Gefahr von Löchern zu groß ist. Unsere Schadensliste der letzten Wochen – Detlefs T-Shirt ist hierbei noch nicht berücksichtigt:
Wobei es deutlich besser geworden ist. Beim Spielen ist Gubacca schon vorsichtiger und hat die Beißhemmung bereits recht gut gelernt. Kommt zu Hause „Kevin durch“, wie ich immer sage, hilft nur eins bei Gubacca – rausnehmen aus der Situation und zur Ruhe bringen. In der Regel klappt das ganz gut, sobald ich mich an den Computer setze und er bei mir im Zimmer bleiben muss.
Problematischer ist es, ihn auf Spaziergängen einzuschränken, weil er da gerne an der Leine zerrt und beißt oder mich anspringt. Für die Fälle habe ich momentan unterschiedliche Ansätze, je nachdem, was die Situation gerade bei Gubacca auslöst. Oft ist es einfach so, dass er gerne spielen möchte. Ich versuche dann, das Leinenbeißen umzulenken, indem ich ihm einen Ersatz anbiete. Das kann ein Stöckchen sein oder sein Wurfseil.
Manchmal merke ich aber auch einfach bei ihm, dass die Situation ihn gerade überfordert und es für Zwerg-Riese einfach zu viel war. Häufig fängt er an der Hauptstraße an, in die Leine zu beißen. In solchen Fällen ignoriere ich es einfach und gehe im gleichen Tempo weiter. Sobald er dann die Leine wieder loslässt, lobe ich ihn. Und last but not least ist er manchmal auch einfach überdreht und möchte beachtet werden. Da hilft nur eins ... Fuß auf die Leine und stehen bleiben.
Solltet ihr noch Tipps zum Thema haben, würde ich mich sehr freuen! Wie war das bei euren Hunden? Mutierten die Zwerge auch zu Klapperschlangen oder waren sie schon immer Lämmchen?
Wenn aus dem Welpen plötzlich ein kleiner Piranha wird
Maulen, Schnappen und spielerisches Beißen gehören bei jungen Hunden häufig zum Sozialspiel. Gerade wenn die Erregung beim Spielen steigt, kann aus vorsichtigem Maulen ziemlich schnell deutlich mehr werden.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Situation, in der das Verhalten auftritt. Will der Welpe gerade spielen? Ist er aufgeregt oder frustriert? War die Umgebung besonders aufregend? Dasselbe sichtbare Verhalten kann in ganz unterschiedlichen Situationen entstehen.
Auch deshalb ist nicht jedes wilde Anspringen oder Schnappen automatisch ein Zeichen für „Aggression“. Bei Welpen hilft es meist mehr, erwünschtes Verhalten zu fördern, Spiel rechtzeitig zu unterbrechen und für passende Alternativen und Ruhe zu sorgen, als den kleinen Piranha einfach nur für sein Verhalten zu bestrafen.
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