Julianadorp III
Was sollte man in einem Urlaub in den Niederlanden auf jeden Fall machen? Poffertjes essen gehen! Die kleinen dicken Pfannküchlein gibt es hier in vielen Strandpavillons und sie werden in einem tiefen Teller mit viel Butter und Puderzucker serviert.
Wir haben gestern Nachmittag eine der lang andauernden "Sonnenpausen" ausgenutzt - es regnet seit unserer Ankunft fast pausenlos - und haben uns im Paal die kleinen Pfannküchlein schmecken lassen.
Die holländischen Strandpavillons sind oft richtig tolle Hingucker voller schöner Windlichter, Lampen und allem, was das Dekoherz höherschlagen lässt. Schade, dass man die Sachen nicht direkt dort kaufen kann. Ich würde jedes Mal mit vollen Tüten das Lokal verlassen. Das schöne Ambiente zahlt man wahrscheinlich auch bei den Gastronomiepreisen zum Teil mit - die Preise haben es in sich und sind höher als bei uns in Deutschland. Für zwei Tassen Kaffee und zweimal Poffertjes war unsere Urlaubskasse um 24,30 Euro leichter. Eigentlich hatten wir geplant, danach noch einen Strandspaziergang zu machen - der aber dann sprichwörtlich ins Wasser fiel, weil es einfach zu stark geregnet hatte.
Groote Keeten
Vormittags waren wir am Strandslag Groote Keeten und durften uns über einen fast menschenleeren Strand freuen. Es ist dort immer deutlich weniger los als am belebten Paal-6-Abschnitt von Julianadorp.
Groote Keeten gehört zu den ruhigsten und breitesten Stränden Nordhollands. Ich muss allerdings zugeben: Hätte ich das nicht gelesen, wäre mir die besondere Breite wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Auf jeden Fall war es sehr windig und wir waren nach wenigen Minuten pitschnass. Ich weiß nicht, welcher "Wahnsinn" mich geritten hatte, nur in Jeans und ohne Regenhose vor die Tür zu gehen. Selbst Gubacca war nicht so begeistert wie sonst von unserem Strandausflug.
Der ruhige Strand von Groote Keeten sieht heute nach ziemlich klassischer Nordseeküste aus. Seine Geschichte ist deutlich bewegter: Der Ort hieß früher Dubbelduijn und entstand auf Resten der einstigen Insel ’t Oghe, die vom Meer überspült wurde.
Um 1600 begann man hier mit dem Bau der Zanddijk Richtung Huisduinen. Sie sollte unter anderem die gerade eingedeichte Wieringerwaard schützen. 1610 stellte man an der Helmdijk eine sogenannte „Bekwame keet“ auf – eine Art Verwaltungs- und Versammlungsgebäude.
Diese Keet wurde zum Ausgangspunkt der späteren Siedlung Groote Keeten. Ursprünglich lebten hier vor allem Deich- und Polderarbeiter.
Über den Schnappschuss von mir musste ich echt lachen. Egal wie bescheiden das Wetter ist und wie wenig die Hundefrisur noch sitzt - Herr Gubacca wird für unseren Blog fotografiert. Der Herr trägt es mit Fassung, neigt allerdings neuerdings dazu, demonstrativ in eine andere Richtung zu schauen. Aber wer mag es ihm verdenken, bei meinem Hang zur Übertreibung.
Es regnet immer noch
Heute Morgen wurde ich wieder von einer steifen Brise geweckt, die um unser Ferienhaus pfiff, und der Regen prasselte fleißig auf die Dachfenster. Also wieder rein in die Regenklamotten und anstatt zum Strand marschierte ich mit Gubacca wieder quer durch die Ferienanlage. Wobei ich echt erstaunt bin, wie viele der Ferienhäuser um diese Jahreszeit schon belegt sind und alle Urlauber haben eins gemeinsam: mindestens einen, aber in der Regel zwei oder drei Hunde. Viele "Lösemöglichkeiten" gibt es hier im Park nicht. Wir haben aber das Glück, dass gleich gegenüber von unserem Ferienhaus ein großes Wiesenstück liegt, sodass ich abends im Dunkeln nicht noch weit mit Gubacca laufen muss.
Bine geht shoppen
Was macht man bei schlechtem Urlaubswetter? Man fährt shoppen! In Hoogwoud, etwa 30 Kilometer von Julianadorp entfernt, gibt es einen riesigen Blumenladen mit einer tollen Auswahl an allem, was das Dekoherz höherschlagen lässt - inklusive einer Abteilung mit Hundesachen.
Bine im Shopping-Rausch! Nur gut, dass Claudi eine Engelsgeduld besitzt. Zahlreiche schöne Sachen landeten im Einkaufskorb, um dann doch wieder gegen etwas Neues ausgetauscht zu werden. Letztendlich fiel meine Wahl auf eine orientalische Tischlampe mit vier passenden Kerzenständern - ganz nach dem Motto: Klotzen und nicht kleckern. Wobei ich mich später schon wieder geärgert habe, dass ich nicht noch viel mehr gekauft habe.
Erst Wald, dann Strand
Gubacca ist der typische Urlauber - egal wie das Wetter ist, man muss draußen liegen! Kaum lüften wir, verschwindet er auch schon auf die Terrasse und lässt sich den Wind durch das Fell pusten. Nachmittags blieb es dann tatsächlich sogar auch mal trocken und bei uns stand anstatt des obligatorischen Strandspaziergangs diesmal erst eine Runde durch den Wald auf dem Programm. Unterhalb von Julianadorp Richtung Den Helder liegt am Strandslag Duinoord ein schönes Naturschutzgebiet.
Aber ein Abstecher zum Strand musste natürlich auch noch gemacht werden - ansonsten hätten wir wahrscheinlich die einzigen Sonnenstrahlen von diesem Urlaub verpasst.
Zeeland oder Julianadorp?
Ich muss gestehen - jetzt mit dem direkten Vergleich zum Zeeland-Urlaub im November schneidet Julianadorp nicht soooo gut ab. Die Lage von unserem Ferienpark in Kamperland ist unschlagbar gewesen und es hat mir dort doch besser gefallen. Womit Julianadorp bei mir aber auf jeden Fall weit vorne liegt, ist die herrliche, riesige Dünenlandschaft, die sich von Den Helder bis Petten zieht. Hoffentlich haben wir bald besseres Wetter, damit wir uns Fahrräder ausleihen können und die Umgebung so noch ein bisschen erkunden können.
Und während wir dann gemütlich beim Abendessen saßen, fand der spektakuläre Sonnenuntergang am Strand ohne uns statt. Ich habe mich so geärgert, als ich zufällig aus dem Fenster schaute und einen orangefarbenen Himmel über den Dünen sah.
Also, ich würde sagen: Momentan hat unsere Glückssträhne noch nicht angefangen. Aber es ist trotzdem sehr schön, hier zu sein, und wir genießen die "Freundinnen-Zeit" in vollen Zügen.
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