Eine Stunde geschenkt – Gubacca und die Zeitumstellung

Oktober 29, 2018

Gestern wurden die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt. Gubacca hat davon erstaunlich wenig mitbekommen. Morgens gab es nur einen irritierten Blick, weil ich nicht wie gewohnt aufstand – während ich selbst um sechs Uhr putzmunter im Bett lag und darüber nachdachte, ob sich eigentlich alle Uhren automatisch umgestellt hatten. Die geschenkte Stunde teilte ich schließlich gerecht auf: eine halbe Stunde fürs Bett und mein neues Buch, die andere Hälfte für eine XL-Runde mit Zwerg-Riese. Nur am Abend wurde es kompliziert. Denn obwohl Gubacca keine festen Futter- oder Spazierzeiten kennt, scheint eine Uhrzeit inzwischen ziemlich fest in seinem Kopf gespeichert zu sein: Gegen 22 Uhr ist Schlafenszeit.
19 Monate · irgendwo zwischen Junghund und erwachsen

Gestern war es ja leider doch wieder so weit und die Uhren wurden eine Stunde zurückgestellt. Ich hatte ein bisschen gehofft, die Idee, es einfach bei der Sommerzeit zu belassen, würde sich vorher noch irgendwie durchsetzen. Aber Pech gehabt – jetzt ist es abends wieder eine Stunde früher dunkel.

Gubacca hat von der ganzen Zeitumstellung erstaunlich wenig mitbekommen. Morgens um sechs gab es lediglich einen etwas irritierten Blick, warum ich denn nicht wie gewohnt aufstehe. Das war's. Ich hatte da schon deutlich größere Probleme. Was macht man, wenn man um sechs Uhr neuer Zeit putzmunter ist und der Bäcker erst in einer Stunde öffnet? Und hat sich diese Uhr jetzt eigentlich schon automatisch umgestellt oder muss ich das noch machen?

Erschreckend finde ich auch, wie sehr man sich von so einer offiziellen Uhrzeit beeinflussen lässt. Samstagmorgen hatte ich überhaupt kein Problem damit, um sieben Uhr die erste Runde mit Gubacca zu drehen. Sonntag kam ich mir plötzlich blöd dabei vor – denn da war es ja offiziell erst sechs Uhr.

Schwachsinn, ich weiß.

Eine Stunde mehr · gar nicht so schlecht

Die geschenkte Stunde wird gerecht geteilt

Aber die geschenkte Stunde war dann doch irgendwie schön. Sollte einem eigentlich öfter passieren. Stellt euch mal vor, regelmäßig käme jemand vorbei und würde sagen: „Bine, weil ich dich mag, bekommst du heute eine Stunde zusätzlich.“ Wäre doch klasse. Und mit eigentlich nichts aufzuwiegen.

Ich habe meine geschenkte Stunde deshalb direkt halbiert. Eine halbe Stunde blieb ich länger im Bett und fing endlich mit meinem neuen Buch an. Die andere Hälfte wurde aus der normalen L-Runde mit Zwerg-Riese kurzerhand eine XL-Runde. So kann man mit Zeitumstellung dann doch ganz gut leben. ;-)

Für Gubacca machte sich die neue Zeit eigentlich erst bei unserer letzten Abendrunde bemerkbar. Feste Fütterungs- oder Spazierzeiten haben wir zum Glück nicht. Den Fehler hatte ich bei meinen ersten Hunden gemacht und wollte ihn nie wiederholen. Benji achtete damals wie ein kleiner Feldwebel darauf, dass sein Napf pünktlich bereitstand, und irgendwann bestimmten die festen Hundezeiten unsere gemeinsame Freizeit doch ziemlich stark.

Gubacca bekommt sein Futter deshalb ganz bewusst zu unterschiedlichen Zeiten. Bei unseren Spaziergängen bin ich natürlich nicht völlig flexibel, weil meine Arbeitszeiten gewisse Grenzen setzen und es im Herbst nun einmal früh dunkel wird. Aber grundsätzlich soll Zwerg-Riese nicht glauben, dass um Punkt 17.03 Uhr der Napf vom Himmel fallen muss.

Eine Ausnahme gibt es offenbar doch

22 Uhr. Letzte Runde. Knut. Bett.

Unsere letzte Runde findet allerdings tatsächlich fast immer gegen 22 Uhr statt. Einmal die Straße hoch, am Feldrand ein paar Mal das Beinchen heben und anschließend hat Gubacca es meistens ziemlich eilig, wieder nach Hause zu kommen.

Dort wird Knut ganz stolz in mein Bett geschleppt und dann ist Zwerg-Riese seiner Meinung nach schlafbereit. Ich habe inzwischen fast den Eindruck, dass er richtig auf 22 Uhr hinfiebert, nur damit diese lästige letzte Runde endlich erledigt ist und er im Bett verschwinden kann.

Dass ich gestern um 21 Uhr neuer Zeit immer noch vollkommen entspannt vor dem Fernseher saß und „Voice …“ schaute, fand er deshalb offenbar ziemlich daneben. Nach alter Gubacca-Zeit wäre es schließlich längst 22 Uhr gewesen.

Wir einigten uns am Ende auf einen Kompromiss und gingen um 21.30 Uhr raus. Wobei ich zugeben muss, dass meine Verhandlungsbereitschaft bei dem nasskalten Wetter ausgesprochen hoch war. Ich war mindestens genauso froh wie Gubacca, diese letzte Runde hinter uns zu bringen.

Heute ist die Zeitumstellung schon wieder Alltag. Und bei diesem düsteren Montag werde ich wahrscheinlich noch nicht einmal groß merken, dass es eine Stunde früher dunkel wird.

Ich hoffe, bei euch ist die Zeitumstellung genauso problemlos verlaufen und ihr habt eure „geschenkte“ Stunde für etwas Schönes genutzt.

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