„Manchmal merkt man erst unterwegs,
dass man längst richtig ist.“
Der erste Tag im neuen Jahr fühlt sich für mich immer ein bisschen nach Neues Spiel, neues Glück! an. Obwohl es natürlich völliger Quatsch ist, einen Neustart von einem Datum abhängig zu machen. Das weiß ich auch. Und mache es trotzdem jedes Jahr wieder.
Denn kaum steht der Januar vor der Tür, habe ich automatisch das Gefühl, jetzt ganz viel verändern zu müssen. Am liebsten alles auf einmal. Ich schmunzle inzwischen darüber, wie sehr sich meine Ansprüche im Laufe der Jahre verschoben haben.
Klassische gute Vorsätze wie fünf Kilo abnehmen sind längst still und leise in der Versenkung verschwunden. Nicht, weil sie erreicht worden wären – sondern weil sie mir inzwischen erstaunlich egal sind.
In den letzten Jahren ging der Fokus eher in eine andere Richtung. Mental-Coaching. Ganz im Sinne des Zeitgeists. Mehr Mut für Neues haben. Raus aus der Komfortzone. Oder mein persönlicher Dauerbrenner: Mehr Ruhe und Gelassenheit.
Alles sehr löbliche Ziele. Und ja, ich habe sogar hier und da an den kleinen Stellschrauben des Lebens gedreht. Manches davon hielt erstaunlich lange. Manches war allerdings schon im Februar wieder vergessen. Stillschweigend. Ohne großes Drama.
Woran das lag?
Vielleicht an der Erkenntnis, dass das, was bisher war, gar nicht so schlecht oder falsch gewesen ist. Und da wären wir auch schon bei unserem Zitat des Monats. Wir müssen nicht alle unsere Ecken und Kanten glatt polieren, um genau richtig zu sein. Und das gilt – Überraschung – genauso für unsere Hunde.
In unserer heutigen Social-Media-Welt sind wir permanent von scheinbar perfekten Mensch-Hund-Teams umgeben. Perfekte Leinenführigkeit. Perfekte Körpersprache. Perfekte Gelassenheit. Und irgendwo zwischen all dem fragt man sich kurz, ob man vielleicht doch noch irgendwas optimieren müsste.
Dabei übersieht man leicht, dass man selbst längst ziemlich gut unterwegs ist. Vielleicht nicht so plakativ. Nicht so fotogen. Aber dafür echt.
Dein Hund läuft vielleicht immer noch nicht perfekt an der lockeren Leine neben dir. Aber er kugelt dir beim Spazierengehen auch nicht gerade den Arm aus. Perfekt. Vielleicht ist genau das das Ziel, das ihr gemeinsam – mit seinem Temperament – erreichen könnt.
Natürlich wünsche ich mir insgeheim manchmal auch einen Gubacca, der in jeder stressigen Situation ganz ruhig und gelassen hinter mir bleibt. So ein Hund, der tief durchatmet, kurz nickt und denkt: Alles gut, ich regel das innerlich.
Nur vielleicht hätte ich mir dann auch nicht gerade einen Gos d’Atura aussuchen sollen – eine Rasse, die Außenreize ungefähr so spannend findet wie andere Leute Serienfinals. Bei all den Zielen, die wir uns im Leben setzen, übersehen wir oft, dass wir unsere ganz persönlichen, machbaren Ziele längst erreicht haben.
Deshalb gibt es für mich keine guten Vorsätze für das neue Jahr.
Sondern eher diese leise Einsicht:
Es ist vielleicht nicht perfekt.
Aber es ist verdammt gut so, wie es ist.
Wir wünschen euch ein schönes neues Jahr 2026 - Happy New Year!
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