Dogcrossing – einmal quer durch den Hundesport

Januar 21, 2019

Zwar kein Schnee, aber dafür Sonnenschein und trockene Kälte um die null Grad – perfektes Wetter für unsere erste Dogcrossing-Stunde bei Heidi. Eine genaue Vorstellung davon, was uns erwartet, hatte ich vorher nicht. Gerade die Vielseitigkeit hatte mich neugierig gemacht. Auf der großen Übungswiese warteten Wippe, Tunnel, Wackelscheibe, Slalom, Fässer und verschiedene Aufgaben auf uns. Für Gubacca waren die neuen Geräte kaum ein Problem: Seine Neugier siegte meistens sofort. Schwieriger waren für ihn die fremde Übungssituation, die anderen Hunde und die lange Konzentration. Genau deshalb gefiel mir das Angebot so gut – und zusammen mit dem Mantrailing hatten wir plötzlich zwei Beschäftigungen gefunden, die uns beiden richtig Spaß machten.
Januar 2019 · irgendwo zwischen Junghund und erwachsen

Zwar kein Schnee – aber dafür hatten wir am Wochenende jede Menge Sonnenschein und eine trockene Kälte um die null Grad. Einfach herrlich nach den vielen grauen Regentagen. Außerdem war das Wetter perfekt für unsere erste Dogcrossing-Stunde bei Heidi, bei der wir ja auch schon das Mantrailing machen. Es hat uns riesigen Spaß gemacht und ich habe damit eine tolle Auslastungsmöglichkeit für Gubacca und mich gefunden.

Vielseitigkeit · Kopfarbeit · gemeinsam ausprobieren

Was ist Dogcrossing?

Beim Dogcrossing lösen die Teilnehmer*innen gemeinsam mit ihren Hunden Aufgaben aus verschiedenen Sparten des Hundesports. Das kann aus dem Bereich Obedience oder Agility sein oder auch mal Nasenarbeit etc. Im Vordergrund stehen aber nicht die sportlichen Höchstleistungen, sondern viel Spaß, das gemeinsame Erarbeiten einer Aufgabe, Vielseitigkeit und Kopfarbeit – nicht nur für den Hund.

Ich war sehr neugierig, was uns in dem Kurs erwartet. Eine genaue Vorstellung hatte ich im Vorfeld nicht, muss ich zugeben, als ich uns zur Schnupperstunde anmeldete. Abgesehen davon, dass ich Heidi als Trainerin sehr schätze und mag, gefiel mir bei der Kursbeschreibung die Vielseitigkeit. Bisher habe ich mit Gubacca noch keinen Hundesport gemacht und finde, es ist eine tolle Möglichkeit herauszufinden, was uns beiden als Team Spaß macht.

Wippe · Tunnel · Wackelscheibe · Slalom · Fässer · immer ein Stück weiter
Erste Stunde · Schritt für Schritt

Der Parcours wird immer länger

Unsere Gruppe war angenehm klein und eine bunte Mischung. Da war die große Doggendame, ein junger Boxer-Rüde, ein sehr entspannter Labradoodle-Rüde und Gubacca. Auf der großen Übungswiese war einiges für uns aufgebaut. Es gab eine Wippe, einen langen Tunnel, eine Wackelscheibe, Slalom, Fässer und Stationen, bei denen die Hunde einen vorgegebenen Weg laufen mussten.

Schritt für Schritt lernten die Hunde die Herausforderungen kennen und unser Parcours wurde immer länger und anspruchsvoller. Ähnlich wie beim Zirkeltraining waren die Geräte im Kreis aufgebaut, sodass alle vier Teams gleichzeitig laufen konnten. Das fand ich klasse, so entfielen langweilige Wartezeiten. Der Favorit des Tages war bei allen eindeutig der lange Tunnel – da wäre jeder der Hunde am liebsten sofort noch einmal durchgeflitzt. Aber auch die Wippe schafften alle vier mit Bravour.

Gubaccas Herausforderung · nicht unbedingt die Geräte

Neugierig genug für die Wippe – Konzentration ist etwas anderes

Die neuen Geräte hat Zwerg-Riese toll gemeistert. Bei ihm siegte immer die Neugier und ihn störte es auch nicht, wenn es wackelte. Stolz zeigte er seine „Elefanten-Übung“ und schreckte auch vor der großen Wippe nicht zurück.

Für ihn war die fremde Übungssituation und die anderen Hunde die größte Herausforderung. „Gruppenarbeit“ auf dem Platz kennt er ja nur bedingt aus seiner Welpenzeit mit Lennox und das ist auch schon fast wieder ein Jahr her. Auch sich über einen so langen Zeitraum zu konzentrieren, fiel ihm noch sichtlich schwer.

Von daher war bzw. ist das Angebot für uns perfekt, weil es alles Dinge waren, die ihm auch Spaß gemacht haben. So lernt er auf eine sehr schöne und spielerische Art, längere Zeit zu „arbeiten“ und das gemeinsam mit anderen. In der Kombination mit dem Mantrailing haben wir für uns auf jeden Fall eine tolle Freizeitbeschäftigung gefunden. Zum Glück finden die beiden Kurse immer im Wechsel statt, damit es auch nicht zu viel für Zwerg-Riese wird.

Zum Schluss · Ruhrpott-Schnee
Rauhreif geht doch glatt als Schnee durch, oder?!

Zum Schluss gibt es noch ein paar Bilder von Gubacca im Ruhrpott-Schnee :-) – der Rauhreif geht doch glatt als Schnee durch, oder?! Ich wünsche euch einen schönen Start in die neue Woche!

Was ich heute anders sehe
Vielleicht war das Bellen gar nicht die eigentliche Baustelle

Dieses viele Bellen in Hundestunden höre ich auch heute von erstaunlich vielen Gos-Besitzer*innen. Damals dachte ich bei Gubacca vor allem: Er muss lernen, sich länger zu konzentrieren und in einer Gruppe ruhiger zu arbeiten.

Rückblickend sehe ich die Situation anders. Wir trainierten nicht auf einem ruhigen, immer gleichen Hundeplatz, sondern mitten in einer Freizeitanlage. Rundherum waren Menschen, Jogger, Radfahrer und andere Hunde unterwegs. Dazu kam, dass sich die Zusammensetzung unserer Gruppe von Stunde zu Stunde verändern konnte und auch die Aufgaben jedes Mal andere waren.

Für einen jungen Gubacca waren das sehr viele Dinge gleichzeitig: fremde Hunde, wechselnde Menschen, Bewegung rundherum, neue Geräte, neue Aufgaben – und nebenbei sollte er sich auch noch auf mich konzentrieren.

Damals dachte ich, Gubacca müsse lernen, in dieser Situation ruhiger zu arbeiten. Heute denke ich: Er musste dort schlicht zu viel gleichzeitig verarbeiten.

Ein ruhiger Hundeplatz, eine kleine feste Gruppe und wiederkehrende Abläufe wären für ihn vermutlich deutlich leichter zu bewältigen gewesen. Nicht weil er die Aufgaben selbst nicht konnte – gerade an Wippe, Tunnel oder neuen Geräten sieht man ja, wie neugierig und unerschrocken er war. Schwierig wurde es, wenn zu dieser Aufgabe noch sehr viel Umwelt dazukam.

Natürlich bedeutet Bellen in einer Hundestunde nicht automatisch Überforderung. Bei Gubacca passt es rückblickend aber sehr deutlich zu dem, was ich später immer besser verstanden habe: Manchmal war nicht eine einzelne Aufgabe zu schwer. Es war einfach das Zuviel drumherum.

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