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Wie man einen Tag nicht aus Versehen verpasst

März 01, 2026

Sobald es abends länger hell ist, passiert bei mir jedes Jahr dasselbe: Ich tue so, als hätte ich plötzlich drei zusätzliche Leben bekommen. Der trostlose Garten soll nach Frühling aussehen. Am besten sofort. Ich sehe irgendwo eine Primel und mein Gehirn ruft: Projekt. Gleichzeitig möchte ich die Eis-Saison eröffnen, weil ich ab März grundsätzlich wieder an Lebensfreude glaube. Und weil ich anscheinend vergesse, dass ich nebenbei einen Vollzeitjob habe, plane ich innerlich schon mal alles, was ich in diese neue Helligkeit reinquetschen könnte.

Gos d'Atura Gubacca im rasenden Flitzeflug

„Zeit rennt. Ich nicht.
Ich will’s ja mitkriegen.“

Sobald es abends länger hell ist, passiert bei mir jedes Jahr dasselbe: Ich tue so, als hätte ich plötzlich drei zusätzliche Leben bekommen.

Der trostlose Garten soll nach Frühling aussehen. Am besten sofort. Ich sehe irgendwo eine Primel und mein Gehirn ruft: Projekt. Gleichzeitig möchte ich die Eis-Saison eröffnen, weil ich ab März grundsätzlich wieder an Lebensfreude glaube. Und weil ich anscheinend vergesse, dass ich nebenbei einen Vollzeitjob habe, plane ich innerlich schon mal alles, was ich in diese neue Helligkeit reinquetschen könnte.

März ist dafür ein gefährlich guter Monat. Mehr Licht fühlt sich an wie mehr Zeit und ich falle zuverlässig drauf rein. Ich renne los, als müsste ich die Saison eröffnen, bevor sie wieder zu macht.

Und dann gehen wir raus.

Gubacca ist dabei der Einzige, der die Sache realistisch einschätzt. Für ihn ist März nicht Neustart. März ist: Runde. Gerüche. Sein Tempo. Und dieses Gesicht, das sagt: Wir müssen jetzt nicht sofort das ganze Leben umsortieren.

Ich dagegen bin in stressigen Phasen talentiert darin, die Arbeit mitzunehmen. Nicht sichtbar. Eher wie so ein unsichtbarer Rucksack, der plötzlich schwer wird, sobald die Haustür hinter mir zu ist. Ich laufe neben ihm her und schreibe innerlich Mails. Ich sortiere Termine. Ich plane gedanklich den nächsten Schritt schon mal durch, als würde ich beim Spazierengehen Bonuspunkte für Effizienz sammeln.

Was natürlich Quatsch ist, weil ich dabei genau das verpasse, wofür ich überhaupt rausgehe. Kurz Luft. Kurz Kopf aus. Kurz wir.

Und als bräuchte es noch ein Mahnmal, steht da auch schon dieses Datum im Raum: 7. März. Gubacca wird neun. Neun. Und ich schwöre, das war doch erst gestern, dass er hier eingezogen ist und mein Leben einmal kurz umgeräumt hat.

Vielleicht ist das genau der Punkt. Die Zeit rennt sowieso. Der März flirtet mit meinem „Ich mache alles“-Modus. Und ich muss nicht mitrennen. Ich muss nur öfter merken, wann ich gerade wieder losspurten will.

Zeit rennt. Ich nicht. Ich will’s ja mitkriegen.

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