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Krönchen, Leckerchen und ein ziemlich schöner Tag

März 08, 2026

Es gibt genau ein Lebewesen in meinem Umfeld, für das ich zum Geburtstag einen Aufwand betreibe, als stünde mindestens ein Staatsakt an. Vielleicht sogar zwei. Und dieses Lebewesen trägt Fell, hat vier Pfoten und findet persönlich, dass ein Geburtstag vor allem dann gelungen ist, wenn ausreichend Leckerchen im Spiel sind.Gubacca hatte gestern Geburtstag.Seinen neunten.Ich schreibe diese Zahl hier ganz sachlich hin, aber als ich sie zum ersten Mal in Form einer Kerze vor mir sah, musste ich schon heftig schlucken. Neun? Das kann doch nicht stimmen. Innerlich habe ich noch mal nachgerechnet, als würde sich das Ergebnis mit genügend gutem Willen plötzlich zu einer deutlich sympathischeren Zahl umformen. Geboren 2017. Macht, nach Adam Riese und leider ohne Spielraum für Schönrechnerei, tatsächlich neun.

Es gibt genau ein Lebewesen in meinem Umfeld, für das ich zum Geburtstag einen Aufwand betreibe, als stünde mindestens ein Staatsakt an. Vielleicht sogar zwei. Und dieses Lebewesen trägt Fell, hat vier Pfoten und findet persönlich, dass ein Geburtstag vor allem dann gelungen ist, wenn ausreichend Leckerchen im Spiel sind. Gubacca hatte gestern Geburtstag.Seinen neunten.

Geburtstagsüberraschungen für Gubacca mit Krönchen, Karte, Leckerchen und Dummie

Seinen neunten. Ich schreibe diese Zahl hier ganz sachlich hin, aber als ich sie zum ersten Mal in Form einer Kerze vor mir sah, musste ich schon heftig schlucken. Neun? Das kann doch nicht stimmen. Innerlich habe ich noch mal nachgerechnet, als würde sich das Ergebnis mit genügend gutem Willen plötzlich zu einer deutlich sympathischeren Zahl umformen. Geboren 2017. Macht, nach Adam Riese und leider ohne Spielraum für Schönrechnerei, tatsächlich neun.

Nun haben Geburtstage ja diese ausgesprochen tückische Eigenschaft, dass sie einen zuverlässig überraschen, obwohl sie jedes Jahr am selben Tag stattfinden. Plötzlich steht da diese innere Stimme in der Tür und ruft mit einer Mischung aus Panik und Vorwurf: Überraschung, Gubacca hat übermorgen Geburtstag!

Und so düste ich natürlich auch in diesem Jahr wieder auf den letzten Drücker los, um alles zu besorgen, was ein würdevoller Hundegeburtstag nun mal braucht. Also: die obligatorische Kerze, ein Krönchen für das Geburtstagskind, Luftballons und, aus Gubaccas Sicht der wirklich relevante Teil, ein Tütchen mit Leckerchen. Natürlich nicht irgendeine schnöde Fünferpackung aus dem Regal. Nein. Fein ausgewählt beim Händler meines Vertrauens, wo sich mittlerweile ganze Schlaraffenländer in ungefähr 99 Körbchen für Hunde auftun.

Für Gubacca geht Liebe bekanntlich durch den Magen. Für mich durfte aber auch noch etwas fürs Köpfchen mit. Weil er es liebt, unterwegs den Spürhund zu geben, zog noch ein schicker Dummie mit ein. Dass der farblich perfekt zu seinem Geschirr passte, war selbstverständlich reiner Zufall. Oder eben genau die Art von Zufall, an die nur Menschen glauben, die schon einmal mit Hundezubehör in der Hand vor einem Regal standen und dachten: Ach, das sieht aber schon sehr passend aus.

Am schönsten feiert man Geburtstage natürlich mit lieben Freunden. Oder in unserem Fall: mit Freundinnen. Also machte ich mich direkt nach dem Frühstück, vollbepackt wie eine Mischung aus Partyservice und Hundemutter auf Mission, mit Gubacca auf den Weg zu meiner Freundin. Dort wartete schon das nächste Geschenktütchen auf ihn, inklusive einer liebevoll geschriebenen Geburtstagskarte.

Und ich sag’s, wie es ist: Das hat mich wirklich gerührt.

Dass ich einen Hundegeburtstag zelebriere, als wäre er ein kleiner Nationalfeiertag, ist das eine. Aber wenn eine Freundin das nicht nur mitmacht, sondern von sich aus genauso liebevoll einsteigt, ohne einen auch nur eine Sekunde lang für völlig bekloppt zu erklären, dann ist das eigentlich schon das schönste Geschenk an diesem Tag.

Bine und Gubacca lassen seinen Geburtstag am Wasser ruhig ausklingen

Nach einer großen Runde um den See, bei der natürlich auch gleich die ersten Erinnerungsfotos entstehen mussten, ging es zu ihr nach Hause. Ritual ist Ritual. Nur dass diesmal das Wohnzimmer nicht einfach Wohnzimmer blieb, sondern kurzerhand zum Fotostudio umfunktioniert wurde. Was insofern bemerkenswert war, als Hundefreundin Nika es kurz vorher noch geschafft hatte, im Wasser am Garten ein Vollbad zu nehmen. Wir haben Tränen gelacht. So viel also zu der Vorstellung von zwei geschniegelt gestylten Gossis, die geschniegelt und geschniegelt vor der Kamera sitzen. Das Leben hat bekanntlich eigene Pläne.

Nicht weniger unterhaltsam war das Aufblasen der Luftballons. Wann macht man das eigentlich zuletzt? Und warum erinnern sich die Finger nie daran, wie man diese Dinger verknotet, ohne sich dabei selbst in eine mittelschwere Krise zu manövrieren? Es war herrlich. Ein bisschen chaotisch, ein bisschen unperfekt und genau deshalb schön.

Irgendwann stand dann aber tatsächlich alles bereit. Das Geburtstagskind saß mit Krönchen auf dem Sofa, Nika artig daneben und rührte sich keinen Millimeter. Was bei ihr ungefähr so alltäglich ist wie ein unaufgeforderter Wohnungsputz durch unsichtbare Heinzelmännchen. Dieser Moment allein war schon Gold wert.

Gubacca und Nika mit Krönchen auf dem Sofa beim Hundegeburtstag

Nur die Idee mit der gemeinsamen kleinen Geburtstagstorte, in Wahrheit natürlich Hundefutter in festlicher Verpackung, sollten wir künftig vielleicht noch einmal überdenken. Für einen sehr kurzen Augenblick gerieten sich die beiden nämlich in die Haare, beziehungsweise ins Fell. Nichts Dramatisches, mehr so ein kleiner Hinweis darauf, dass Freundschaft bei Futter ihre Grenzen kennen kann. Wenige Augenblicke später lagen sie allerdings schon wieder friedlich nebeneinander, als wäre gerade überhaupt nichts gewesen. Hunde können in manchen Dingen beneidenswert schnell wieder zur Tagesordnung übergehen.

Am Nachmittag machten wir noch einen schönen Spaziergang, bevor es wieder nach Hause ging. Wobei „nach Hause gehen“ bei mir ja selten bedeutet, dass ein Hund nach einem ereignisreichen Tag einfach Feierabend hat. Denn wie die Bine nun mal ist, musste Gubacca auch dort noch einmal für ein schönes Blogfoto herhalten.

Und ich musste dabei gleichzeitig lachen und schlucken.

Weil ihm schon fast die Augen zufielen. Weil er so sichtbar müde war. Und weil er sich trotzdem noch einmal zusammennahm, still saß, in die Kamera schaute und sich Mühe gab, als wüsste er ganz genau, dass Frauchen wieder in ihrem Element ist. Irgendwann war dann aber auch gut. Kamera weg. Feierabend. Selbst ein Geburtstagskind mit Geduld hat schließlich Grenzen.

Müder, glücklicher Gubacca mit Krönchen nach einem langen Geburtstag

Am frühen Abend holte ich noch einmal das Gubacca-Taxi raus und wir fuhren zu unserem Lieblingsplatz. Dort durfte der neue Dummie direkt ausprobiert werden, wir saßen gemütlich im Strandkorb, schauten in die sinkende Sonne und ließen diesen Tag ganz in Ruhe ausklingen.

Und vielleicht war genau das am Ende das Schönste an diesem Geburtstag: nicht das Krönchen, nicht die Luftballons, nicht einmal die Leckerchen, so schwer das aus Gubaccas Sicht auch zu glauben sein dürfte. Sondern dieses Gefühl von gemeinsam verbrachter Zeit. Ein Tag, der nichts Großes sein musste und gerade deshalb so viel war. Mit meiner Freundin, mit ihm, mit Lachen, kleinen verrückten Momenten, schönen Bildern und ganz viel Herz.

Neun Jahre Gubacca.

Ich kann es immer noch nicht so recht fassen.

Aber wenn ich ehrlich bin, dann hätte dieser Tag gar nicht besser zu ihm passen können: ein bisschen Tamtam, ein bisschen Chaos, viel Liebe, gutes Futter und am Ende ein Sonnenuntergang an einem Ort, den wir beide mögen.

Geburtstag kann er. Und ich offenbar auch.

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