„Oha, ich und ein Superfrauchen ...“, war mein erster Gedanke, als Mara mich fragte, ob ich mich an der Blogparade beteiligen würde. Aber irgendwie passt das Thema jetzt auch gut zu den Gedanken, die ich mir in den letzten Tagen gemacht habe. „Ist Gubacca ein glücklicher Hund?“, frage ich mich manchmal. „Wenn er sich selber sein Zuhause aussuchen dürfte, würde seine Wahl auf uns fallen?“ Und natürlich: „Mache ich alles richtig?“
Ich bin sicher, vom „Superfrauchen“ bin ich noch weit entfernt. Hätte man mir die Frage vor einem Jahr bei Chiru gestellt, hätte ich sie ohne Zögern mit einem klaren „JA!“ beantwortet. Gubacca und ich stehen da noch am Anfang unseres gemeinsamen Weges. Ich habe noch ein paar Baustellen, an denen ich arbeiten muss. Und die Betonung liegt eindeutig bei mir und nicht bei Zwerg-Riese.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir beide es schon so schnell geschafft haben, ein solides Fundament aus Vertrauen und Zuneigung aufzubauen. Einige von euch kennen vielleicht meine Geschichte „Ich erzähle dir von Liebe“, die ich vor einiger Zeit für die Fabelschmiede geschrieben habe.
„Und ab wann war es dann Liebe?“ Langsam wurde der Zwerg ungeduldig. „Du stellst Fragen, Zwerg. Es gibt keinen fixen Zeitpunkt. Liebe wächst aus Zuneigung. Stell dir lose Fäden vor. Es werden immer mehr und du drehst das Ganze zur Kordel. Das Band wird immer fester und stabiler – so ist das mit der Liebe zu deinem Frauchen auch.“
Aber wie schafft man es, dass aus den losen Fäden eine feste Kordel wird? Was macht mich zu Gubaccas Superfrauchen, das er liebt und dem er vertraut? Und hier sind wir auch wieder bei meinen eigenen „Baustellen“, aber ebenso bei Dingen, die mir wichtig sind und die ich schon umsetzen konnte.
... ich akzeptiere, dass Liebe wachsen muss.
Natürlich wäre es eine wunderschöne Vorstellung, dass ein neun Wochen alter Welpe einzieht und einen sofort bedingungslos liebt und einem vertraut. Für Chiru war ich die „Sonne am Himmel“, das Gleiche wünsche ich mir natürlich auch bei Gubacca. Aber Liebe entsteht aus Zuneigung, aus gemeinsamen schönen Erlebnissen und positiven Erfahrungen, die man sammelt.
Auch wenn man diesen kleinen, niedlichen Welpen sofort mit Liebe überhäufen möchte, ist für mich am Anfang weniger mehr. Schmusen und Körpernähe sind toll, aber man sollte seinen Welpen nicht sofort damit bedrängen, sondern ihn selber agieren lassen. Schlimm empfinde ich Erziehungstipps in der Art: „Jedes Streicheln oder jeder Körperkontakt geht vom Menschen aus ...“ Bei uns wird Gubacca jedes Mal gestreichelt, wenn er unsere Nähe sucht. Ich freue mich darüber, wenn er mit seiner kleinen Nase kommt und mich anstupst oder mit seinen Vorderbeinen halb über meinem Schoß hängt. Warum soll ich meinen Hund ignorieren, wenn er meine Nähe sucht? Gubacca muss aber ebenso die Möglichkeit haben, sich zurückzunehmen, einfach mal alleine für sich in einer Ecke zu liegen oder auch die Welt für sich zu erkunden.
Ich weiß noch sehr gut, wie enttäuscht ich damals kurz nach Chirus Einzug war. Von Benji und Nicky, meinen vorigen Hunden, war ich es gewohnt, dass sie ständig und überall meine Nähe suchten. Chiru schlief als Welpe viel lieber im Schlafzimmer, wenn wir im Wohnzimmer saßen, und Schmusen und Körpernähe waren absolut nicht sein Ding. Später war er der anhänglichste Hund, den ich mir wünschen konnte. Manche Dinge dauern einfach und man muss seinem Welpen Zeit lassen.
... ich akzeptiere, dass jeder meiner Hunde seinen eigenen Charakter hat.
Gubacca ist in seinem Wesen in vielen Dingen anders als Chiru und das ist gut so! Chiru war anders als Nicky, Benji und Rocky und wir hatten wunderschöne Jahre. Natürlich gibt es auch Eigenschaften, die ich toll an einem Hund finde und die ich mir auch bei Gubacca erhoffe. Aber wie wir Menschen ist auch jeder Hund ein Individuum und hat seinen eigenen Charakter.
Wir Menschen können bei einem Welpen und Junghund vieles prägen, verstärken oder auch unterdrücken, aber wir können nicht einfach den Charakter des Hundes verändern. Noch kann ich nur erahnen, welche Wesenszüge Gubacca später haben wird. Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass er ein ruhiger und entspannter Hund ist und wird. Er ist sehr anpassungsfähig und kann sich schnell auf neue Situationen einstellen. Den Rest wird die Zeit zeigen und ich werde ihn gerne so nehmen, wie er ist.
... ich Gubaccas Verhalten hinterfrage und nicht pauschalisiere.
Ein Hoch auf das „www“ – es gibt kein „Hundeproblem“, für das es im Internet keine Lösung gibt. Häufig wird aber nur das gezeigte Verhalten abtrainiert, ohne auch der Ursache auf den Grund zu gehen. Meiner Meinung nach sollte man viel öfter überlegen: Warum hat mein Hund in dieser Situation so reagiert? Was kann das Verhalten ausgelöst haben?
Und vor allem muss man sich selber dabei ebenfalls hinterfragen. Wie habe ich mich in der Situation verhalten? War ich eindeutig in meiner Körpersprache? Viel häufiger, als uns lieb ist, sind wir der Problemauslöser und nicht unser Hund. Und damit kommen wir zu meinem letzten Punkt für die Blogparade, der auch meine größte Baustelle ist.
... ich fast immer ruhig und entspannt bleibe!
Ich denke, es ist nicht möglich, in allen Situationen gelassen zu bleiben. Für mich ist dieser Punkt momentan noch meine größte Baustelle, an der ich aber fleißig arbeite. Wie werde ich ruhiger? Der Tipp, einfach fünf Sekunden tief durchzuatmen, den ich euch schon einmal bei „Top und Flops Teil 3“ in der Hundeerziehung vorgestellt hatte, hilft mir häufig.
Manchmal ist es aber auch gut, sich einfach Rat von lieben Menschen zu holen. Ich telefoniere regelmäßig mit Svea, Gubaccas Züchterin. Auch von ihr bekomme ich oft gesagt: „Du musst einfach viel gelassener werden und Gubacca seinen Weg gehen lassen. Viele Dinge erledigen sich bei einem Welpen und Junghund auch von alleine.“ Außerdem hilft es oft schon, ein Erlebnis nicht zu einem Ereignis werden zu lassen. Häufig interpretiert man in ein Fehlverhalten schon ein Problem hinein, das überhaupt nicht vorhanden ist.
Ob ich es schaffe, ein „Gubacca-Superfrauchen“ zu werden, könnt ihr ja regelmäßig hier auf dem Blog verfolgen. Warum aber Mara, das Frauchen von Abra, schon jetzt ein „Superfrauchen“ ist, könnt ihr in ihrem aktuellen Blogbeitrag lesen:
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6 comments:
Oh wie schön, dass du mitgemacht hast!
Das sind sooo wichtige Punkte, die du in deinem Artikel ansprichst. Gerade diese zwanghafte "Problemlöserei" via Internet geht mir ziemlich auf den Keks. Oft sitze ich etwas fassungslos vor dem Computer und denke an den schönen Spruch "Wer keine Probleme hat, der macht sich welche".
Lasst den Hund erstmal groß werden, seht zu, dass der sich nicht angewöhnt, Menschen zu fressen, und gebt ihm statt Problemhundestempel das Rüstzeug für den Alltag mit. Und alles wäre viel entspannter. Wobei das von außen natürlich immer leicht gesagt ist.
Ganz liebe Grüße und weiterhin so schöne Gubacca-Geschichten,
Mara und Abra
Ihr beide seid schon jetzt ein tolles Team, davon könnte ich mich vorgestern persönlich überzeugen. Ich habe keinerlei Zweifel, dass es anders sein könnte.
Dicken Knuddler an euch und das Wookie-Riesenbaby,
von Antje��
Danke für deinen lieben Kommentar Mara. Ich habe sehr gerne bei der Blogparade mitgemacht :-). Eine tolle Idee und ich freue mich schon auf die anderen Beiträge zu dem Thema!
Liebe Grüße
Sali
Danke Antje - schön, dass du da warst :-)! Sei froh, dass du nicht Samstag da warst - da gab es einen herben Rückschlag und ich sage nur "ich tobte vor Wut"... Mehr davon im nächsten Blogbeitrag!
Liebe Grüße und bis bald
die Sali
So, so schön geschrieben 👌🏻 Toller Blogpost.
Grüße Anna & Felí
Danke für deinen lieben Kommentar Anna!
Liebe Grüße
Sali
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