Aus Versehen nach Petten – und zum Glück dort gelandet

August 23, 2026

Eigentlich wollten wir zum Strand von Sint Maartenszee und landeten in Petten. Dort warteten die Panoramadüne, ein fast leerer Strand und ein sehr glücklicher Gubacca auf uns.
REISETAGEBUCH

Julianadorp aan Zee

Nordholland · April 2019 · Teil 2 von 6
Entdeckung
Panoramadüne
Nordsee
Tag 3 · Montag
Aus Versehen nach Petten

Heute haben wir den Bereich hinter Callantsoog mit dem Auto erkundet. Eigentlich wollten wir zum Strand von Sint Maartenszee, sind dann aber in Petten gelandet. Zwei Frauen und dann noch Bine am Steuer, sage ich nur. ABER so entdeckt man bekanntlich die schönsten Ecken und das trifft auch auf den Strand von Petten zu.

Aufstieg zur Panoramadüne · Petten

Von Weitem war ich zuerst ein bisschen enttäuscht: Anstatt der hohen Dünenlandschaften, die mich in Julianadorp und Callantsoog so beeindrucken, gab es eine eher langweilige Deichanlage. Die Dünen von Petten wurden bei einem Sturm zerstört und seitdem schützt die Hondsbossche Zeewering den Ort vor Überflutungen.

Mit dem Projekt "Kust op Kracht" wurden dann jedoch die Hondsbossche Duinen angelegt, die bis an die Dünen von Schoorl reichen. 35 Millionen Kubikmeter Sand wurden mit Saugbaggern dafür aus dem Meer geholt. Schon von Weitem sieht man die ebenfalls neu angelegte Panoramadüne, die mit ihren 25 Metern Höhe einen tollen Blick über den Strand bietet. Ich muss ja zugeben, bei so etwas kommt sofort die "Entdeckerin" bei mir durch und so bekam Claudi auch Gubacca in die Hand gedrückt und ich marschierte hoch, um die Aussicht zu bewundern.

Reisenotiz · Petten heute
Ein neues Stück Küste vor dem alten Deich

Was ich damals als neue Dünen beschrieben habe, gehört heute ganz selbstverständlich zu Petten: 2015 wurden vor die 5,5 Kilometer lange Hondsbossche Zeewering mit 35 Millionen Kubikmetern Sand ein neuer Strand und die Hondsbossche Duinen gelegt. Der frühere Seedeich liegt seitdem geschützt hinter beziehungsweise unter dem Sand. Und meine 25 Meter waren offenbar ein klein wenig knapp gemessen - die heutige Tourismusseite führt den Piramideduin mit 26 Metern. Von oben sieht man nicht nur Strand und Meer, sondern auch Kanal, Polder und im Frühjahr die Blumenfelder. Für einen Ort, an dem wir eigentlich gar nicht landen wollten, hat Petten ziemlich überzeugend abgeliefert.

Heute ergänzt · Stand August 2026 · Quellen: HHNK · Visit Kop van Holland

Die vielen Treppen hatten sich gelohnt: Bei dem tollen Wetter hatte ich einen herrlichen Blick über den gesamten Strandabschnitt. Und schaut selbst - ein fast komplett leerer Strand nur für uns und die Hunde!

Blick von der Panoramadüne · Petten

Am Fuß der Panoramadüne entdeckten wir dann das Kunstprojekt "Wall of Shame". In einer langen Reihe zum Strand demonstrieren die hier gezeigten Objekte spielerisch die Verschmutzung unserer Strände. So witzig einige "Müllskulpturen" auch aussehen - es war erschreckend zu sehen, was alles einfach weggeworfen wird und wie wir unsere Strände und Meere sinnlos verschmutzen.

Kunstprojekt „Wall of Shame“ · Petten

Breiter Sandstrand, so weit man schauen kann - da war dann auch die Wasserratte Gubacca nicht mehr zu halten. Ein bisschen habe ich ihn ja beneidet und wäre auch gerne einfach so in die "Fluten" gerannt, aber dazu war es dann doch noch zu kalt.

Breiter Sandstrand bei Petten

Mit einem nassen und sehr zufriedenen Gubacca und einer trockenen Raja ging es dann wieder zurück in unser Ferienhaus. Dort zeigte das Thermometer sommerliche 20 Grad an und wir konnten gemütlich in der Sonne sitzen und unsere Törtchen genießen.

Reisenotiz · Koffie met gebak
Die Niederländer können auch Törtchen

Ganz aus der Luft gegriffen war unser täglicher Törtcheneinsatz also nicht. Die koffietijd gehört in den Niederlanden vielerorts zum Tagesrhythmus - oft vormittags und noch einmal am Nachmittag. Dazu darf gerne etwas Süßes kommen, allerdings nicht zwangsläufig das ganz große deutsche Sahnetortenprogramm. Typisch sind zum Beispiel appeltaart met slagroom oder die Tompouce: zwei Lagen Blätterteig, dazwischen eine dicke Schicht Creme und obenauf rosa Glasur. Wie ernst die Niederländer dieses kleine Bauwerk nehmen? HEMA verkauft davon nach eigenen Angaben rund 14 Millionen Stück im Jahr; bei königlichen Anlässen wird die Glasur orange. Ich würde sagen: Unsere Törtchenpause war kulturell tadellos vorbereitet.

Heute ergänzt · Stand August 2026 · Quellen: Regina Coeli · HEMA

Am frühen Abend gab es dann noch eine große Runde mit Gubacca und dann war auch schon der dritte Urlaubstag wieder zu Ende.

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