Im Juni bin ich noch großzügig.
Da liegt der ganze Sommer vor mir, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir selbstverständlich noch unzählige warme Abende am Wasser verbringen, kleine Ausflüge machen und überhaupt sehr viel von all dem erleben werden, wozu man im Winter sagt: „Das machen wir dann im Sommer.“
Und dann ist August.
Ab diesem Moment werde ich leicht nervös. Ich rechne. Nicht mit Zahlen, denn das wäre wenigstens vernünftig, sondern mit Wochenenden, Wettervorhersagen und der Frage, wie oft man wohl noch ohne Jacke draußen sitzen kann.
Innerlich beginne ich bereits, den Sommer zu verabschieden, obwohl er noch gar nicht weg ist. Das ist überhaupt eine meiner zweifelhafteren Begabungen: Dinge schon zu vermissen, während sie noch stattfinden.
Gubacca sitzt währenddessen auf dem Steg.
Er denkt weder darüber nach, wie viele Sommertage noch bleiben, noch ob wir sie bisher ausreichend sinnvoll genutzt haben. Er sitzt einfach da, schaut aufs Wasser und ist vollkommen unbeeindruckt von meiner privaten Restlaufzeitberechnung.
Vielleicht sollte ich mich im August häufiger neben ihn setzen.
Nicht, um etwas Besonderes zu erleben. Sondern damit ich vor lauter Zählen nicht verpasse, dass der Sommer gerade noch da ist.
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