Pflegeleicht? Bis der Filz kommt – Gubacca und sein Wollberg

Dezember 22, 2018

Auf unseren Spaziergängen werde ich oft gefragt, ob Gubaccas Fell besonders aufwendig in der Pflege ist. Eigentlich nicht. Einmal in der Woche gründlich kämmen reicht bei ihm meistens völlig aus. Noch vor einigen Monaten sah Zwerg-Riese zeitweise aus wie ein gerupfter Hahn, inzwischen hat er ein schönes festes Haarkleid bekommen. Gerade weil sein Fell so pflegeleicht wirkt, lauert allerdings eine kleine Falle: Man denkt sich „Ach, morgen reicht auch noch“ – und plötzlich ist er da, der Filz. Genau das ist mir diesmal passiert. Also hieß es: Kamm auspacken, Scheitel ziehen und sich Schicht für Schicht durch Gubaccas Fell arbeiten.
21 Monate · irgendwo zwischen Junghund und erwachsen

Auf meinen Spaziergängen mit Gubacca werde ich oft gefragt, ob sein Fell sehr aufwendig in der Pflege ist. Die Leute sind dann meistens ziemlich erstaunt, wenn von mir ein klares „Nein“ kommt und ich erzähle, dass ich ihn normalerweise nur einmal in der Woche gründlich kämme.

Noch bis vor einigen Monaten sah Zwerg-Riese zeitweise aus wie ein gerupfter Hahn. Die Haare standen ihm am Kopf zu Berge und phasenweise erinnerte er tatsächlich ein bisschen an einen Vogel in der Mauser. Mittlerweile hat sich das verändert und Gubacca hat ein schönes, festes Haarkleid bekommen. Es ist zwar noch immer deutlich kürzer als bei manchen anderen Gos d’Aturas in seinem Alter, aber gerade dadurch ist sein Fell momentan ausgesprochen pflegeleicht.

Pflegeleicht · bis man einmal nicht aufpasst

Und plötzlich ist er da: der Filz

Aber manchmal ist gerade diese Pflegeleichtigkeit die eigentliche Gefahr. Man wähnt sich in Sicherheit, denkt sich „Ach, kämme ich ihn eben morgen“ – und plötzlich ist er überall: der böse, gemeine Filz. Schneller als man schauen kann, hat er sich ausgebreitet. Natürlich bevorzugt an genau den Stellen, an denen Gubacca sich besonders ungern kämmen lässt.

Ich war heute tatsächlich ein bisschen schockiert, als ich die Kämme auspackte und plötzlich an mehreren Stellen Filz entdeckte. Vor meinem inneren Auge sah ich Zwerg-Riese bereits als chinesischen Nackthund durch das Wohnzimmer laufen. Aber es half ja nichts: tief durchatmen, nicht den Mut verlieren und an die Arbeit.

Pflegeleicht. Bis der Filz andere Pläne hat.

Bauch kämmen findet Gubacca zum Glück großartig, deshalb fange ich dort immer an. Zwerg-Riese legt sich entspannt auf die Seite und ich kann mich Schicht für Schicht durch sein Fell arbeiten. Einen Trimmtisch habe ich nicht, also sitze ich dabei mit ihm auf dem Boden. Für Gubacca funktioniert das wunderbar. Mein Rücken sieht die Sache nach einer halben Stunde meistens etwas anders.

Ich ziehe immer wieder einen neuen Scheitel und arbeite mich so langsam durch das Fell, damit ich auch wirklich an die Unterwolle komme und nicht nur oben über das Deckhaar streiche.

Nach einer guten halben Stunde hatten wir es geschafft und Zwerg-Riese war zum Glück wieder weitgehend filzfrei. Lediglich die Stellen direkt hinter den Ohren sind bei uns jedes Mal ein kleiner Kampf. Da werde ich morgen noch einmal in Ruhe ran müssen.

Unser Wollberg konnte sich jedenfalls sehen lassen. :-)

Gestern mit Angela · Fellpflege war da noch kein Thema

Erst Gas geben, dann ins Wasser

Gestern waren wir wieder mit Angela und ihren Aussies unterwegs. Gubacca hatte mit den Jungspunden mega Spaß und gab ordentlich Gas. Wie sieht ein glücklicher Hund aus? Genau wie Gubacca gestern. Später stand Zwerg-Riese mit einem dicken Grinsen im Wasser und war einfach zufrieden mit sich und der Welt.

Ganz ohne Arbeit kamen wir allerdings auch diesmal nicht davon. Natürlich haben wir beim Spaziergang weiter an seiner Leinenführigkeit gearbeitet. In der letzten Woche hatte das schon ziemlich gut funktioniert, aber mit mehreren Hunden um uns herum war die Sache natürlich gleich wieder eine Nummer schwieriger.

Wahrscheinlich ist die Herausforderung dabei für mich größer als für Gubacca. Ich muss die Regeln auf jedem Spaziergang durchhalten und schlicht den längeren Atem haben. Bisher habe ich mich ja ganz gerne einmal mit einer Ausnahme durchgemogelt – diesmal soll es die nicht geben.

Bei Gubacca merke ich immer wieder, dass klare Regeln für ihn leichter zu verstehen sind als ein ständiges „Heute ja, morgen vielleicht und übermorgen kommt es darauf an“. Also muss ICH da jetzt wohl durch.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende. Genießt den 4. Advent und macht es euch gemütlich zu Hause – die Wetterprognose sieht ja wirklich gruselig aus.

Kleiner Tipp
Oben tipptopp – und darunter sitzt der Filz

Der größte Irrtum bei Gubaccas Fell: einmal schön von oben durchkämmen und denken, alles sei bestens. Das Deckhaar kann völlig ordentlich aussehen, während sich darunter längst Filz gebildet hat. Deshalb hebe ich das Fell beim gründlichen Kämmen Schicht für Schicht an und ziehe immer wieder einen neuen Scheitel. Erst dann sieht man, was sich weiter unten tatsächlich versteckt.

Filzstellen schneide ich nicht einfach mit der Schere heraus. Ich arbeite lieber mit einer Effilierschere und schneide damit einmal in den Filz hinein. Dadurch verliert die feste Matte oft schon ihren Zusammenhalt und lässt sich wesentlich leichter Stück für Stück lösen.

Was bei uns außerdem gut funktioniert, ist meine kleine „Häkeltechnik“: Mit der Spitze des Kamms gehe ich wie mit einer Häkelnadel in den zuvor gelockerten Filz und ziehe ihn nach und nach auseinander. So arbeite ich mich langsam durch die Stelle, statt gleich einen ganzen Fellbüschel herauszuschneiden.

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