Schmuddelwetter und eine schwierige Frage – Kastration ja oder nein?

Dezember 10, 2018

Besonders verlockend sieht der Blick aus dem Fenster heute nicht aus. Dauerregen, grauer Himmel und ein Gubacca, den man bei diesem Wetter eher aus seinem gemütlichen Zuhause locken muss. Facebook erinnert mich währenddessen an den ersten Schnee vor genau einem Jahr – deutlich hübscher als das momentane Schmuddelwetter. Also beschäftigen wir uns vormittags drinnen. Zwerg-Riese darf Zirkushund spielen und hüpft begeistert für seine Lieblingsübung „Wie macht der Elefant?“ auf den Hocker. Danach lande ich allerdings bei einem Thema, über das ich schon seit einigen Tagen nachdenke und zu dem ich noch keine klare Meinung habe: die Kastration beim Rüden – und die Frage, ob sie für Gubacca überhaupt sinnvoll wäre.
21 Monate · irgendwo zwischen Junghund und erwachsen

Besonders verlockend sah der Blick aus dem Fenster heute mal wieder nicht aus. Auf der Morgenrunde hatten wir noch Glück und wurden nicht nass, aber kurze Zeit später setzte schon wieder Dauerregen ein. Seufz. So schlimm die lange Trockenheit für die Natur war – ich muss gestehen, den Regen habe ich inzwischen schon wieder satt.

Facebook erinnert einen ja unermüdlich daran, was man vor genau einem Jahr gepostet hat. Und ich muss sagen: Die Schneebilder vom letzten Dezember gefallen mir wesentlich besser als dieses momentane Schmuddelwetter.

Genau ein Jahr vorher sah die Welt noch so aus

Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich damals über den ersten Schnee für Gubacca gefreut habe und wie viel Spaß Zwerg-Riese beim Toben auf der Wiese hatte. Schrecklich, wie schnell schon wieder ein Jahr vergangen ist.

Aber zurück zu unserem Schmuddelwetter-Sonntag. Vormittags habe ich mit Gubacca ein bisschen „Zirkushund“ gespielt. Zwerg-Riese liebt es, neue Kunststücke zu lernen. Sein absoluter Favorit ist und bleibt „Wie macht der Elefant?“ – kaum hört er die Worte, hopst er schon begeistert auf seinen Hocker.

Ein verregneter Sonntag · viele offene Fragen

Kastration – wäre das für Gubacca überhaupt sinnvoll?

Danach habe ich mich an den Computer gesetzt und mich mit einem Thema beschäftigt, das mich seit einigen Tagen ziemlich umtreibt: die Kastration beim Rüden. Ich habe es bisher nicht geschafft, mir dazu eine eindeutige Meinung zu bilden – vor allem nicht zu der Frage, ob es für Gubacca überhaupt sinnvoll wäre.

Der Hintergrund ist natürlich sein Verhalten gegenüber manchen anderen Rüden. Immer wieder erzählen mir Hundehalter, dass ihre Rüden nach der Kastration auf andere Rüden weniger stark reagiert hätten. Und genau da beginnt bei mir das Gedankenkarussell. Gubaccas Reaktion hängt sehr davon ab, wie der andere Hund auf ihn reagiert. In unserer direkten Nachbarschaft leben sieben unkastrierte Rüden und Begegnungen mit ihnen sind bei uns ein Dauerthema. Auch bei größeren Hundespaziergängen fände ich es natürlich schön, wenn Zwerg-Riese einfach ruhig an jedem Rüden vorbeilaufen würde.

Gleichzeitig hat Gubacca ansonsten ein tolles Sozialverhalten. Mit Hündinnen, älteren Rüden und jungen Hunden ist er freundlich und unkompliziert, und wenn ein anderer Hund ihm deutlich eine Grenze setzt, akzeptiert er das normalerweise sofort. Deshalb frage ich mich immer wieder: Warum sind ausgerechnet manche unkastrierten Rüden für ihn so ein Thema?

Falls Hormone dabei tatsächlich einen entscheidenden Anteil spielen sollten, könnte eine Kastration vielleicht etwas verändern – zumindest war das einer der Gedanken, über die ich damals immer wieder stolperte. Auf der anderen Seite frage ich mich aber genauso: Muss man überhaupt etwas daran ändern, dass Gubacca nicht jeden anderen Rüden leiden kann?

Fragen, Fragen über Fragen.

Ein weiterer Punkt, über den bei diesem Thema immer wieder gesprochen wird, ist der Umgang eines Rüden mit läufigen Hündinnen. Und ausgerechnet auf unserem Nachmittagsspaziergang hatten wir eine Begegnung, die meine Überlegungen nicht unbedingt einfacher machte.

Nachmittags auf der Wiese · Praxistest ungeplant

Eine läufige Hündin – und Gubacca bleibt Gubacca

Auf unserer Runde trafen wir einen Mann mit einer jungen Ridgeback-Mischlingshündin. Gubacca und die Hündin verstanden sich auf Anhieb und begannen sofort, miteinander über die Wiese zu rennen und zu spielen. Die junge Hündin war am Ende ihrer Läufigkeit, was Zwerg-Riese zwar interessant fand – allerdings längst nicht so spektakulär, wie ich vielleicht erwartet hätte. Natürlich wurde ausgiebig geschnüffelt, aber er bedrängte sie nicht und versuchte auch nicht aufzureiten.

Für mich sprach diese Begegnung erst einmal dafür, dass Gubacca in dieser Hinsicht ein ziemlich normaler Jungrüde war und läufige Hündinnen ihn nicht völlig aus der Bahn warfen. Meine Entscheidung machte das natürlich keinen Millimeter leichter.

Aber zumindest hatte ich anschließend einen sehr müden Gubacca – und glücklicherweise keinen liebeskranken Rüden. Darüber war ich dann doch ziemlich froh. :-)

Falls jemand von euch eigene Erfahrungen mit dem Thema Kastration beim Rüden gemacht hat oder einfach seine Gedanken dazu mit mir teilen möchte: Ich freue mich wie immer über eure Mails.

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