Struppi schwieg einen Moment. „Wäre es nicht gerade am Heiligabend schön, ein Zuhause zu haben? Einen Ort, an dem man geliebt wird?“
Das leere Körbchen und der Geist der Hoffnung
Unruhig lief Struppi – wie ihn die Tierheimmitarbeiter getauft hatten – in seiner Box auf und ab. Der Betonboden war kühl unter seinen Pfoten, das Metallgitter vor seiner Nase roch nach fremden Hunden. Bei jedem Quietschen der alten Eingangstür zu den Hundegehegen hob er den Kopf und schaute hoffnungsvoll den Gang hinunter.
„Du brauchst gar nicht immer so erwartungsvoll zu der Tür zu schauen, Struppi“, sagte Max, der alte Rottweiler aus der Nachbarbox. „In zwei Tagen ist Heiligabend!“
„Und was bedeutet das?“, fragte Struppi.
„In der Woche vor Heiligabend und während der Weihnachtstage wird niemand von uns vermittelt.“
Struppi schwieg einen Moment. „Wäre es nicht gerade am Heiligabend schön, ein Zuhause zu haben? Einen Ort, an dem man geliebt wird?“
Vor einem Jahr hatte er noch gewusst, wie sich das anfühlt. Damals war seine Welt warm gewesen. Ein Wohnzimmer mit Teppich unter den Pfoten. Ein eigenes Körbchen mit Kissen. Eine Stimme, die seinen Namen sagte, als wäre er etwas Kostbares. Sophie hatte nur ihn – den elfjährigen Gos d’Atura Català Rüden – und liebte ihn von ganzem Herzen. Wie oft hatte sie ihm beim Kraulen ins Ohr geflüstert: „Du bist das Wichtigste im Leben für mich, Kasper.“
Kasper. So hatte er elf Jahre lang geheißen. So hatte sie ihn gerufen. So hatte er gewusst, wer er war. Hier nannte man ihn Struppi. Ein Name, den er nicht kannte. Ein Name, der ihm nichts bedeutete. Und mit diesem fremden Namen fühlte es sich an, als hätte man ihm auch das Letzte genommen.
„Natürlich wäre das sehr schön“, antwortete Max ruhig. „Aber oft sind wir dann nur billige Weihnachtsgeschenke, die schnell wieder überflüssig werden.“
„Weihnachtsgeschenke …“ Das Wort blieb in Struppis Gedanken hängen. Eigentlich war auch er ein Weihnachtsgeschenk gewesen. Er war am 24. Dezember geboren worden. Seine Züchterfamilie hatte sich damals gefreut, dass ihre ersten Welpen ausgerechnet an Heiligabend zur Welt kamen. Ein gutes Omen für ein wunderschönes Hundeleben hatten sie gesagt.
Und anfangs hatten sie recht behalten. Er und seine vier Geschwister fanden die richtigen Menschen. Er bekam Sophie. Bis zum Sommer. Da stellten die Ärzte plötzlich Krebs bei seinem Frauchen fest. Ihr Zustand verschlechterte sich schnell. Acht Wochen vor Weihnachten starb Sophie.
Die letzten Wochen waren schlimm gewesen. Er hatte den Geruch der Krankheit wahrgenommen. Hatte gespürt, dass etwas nicht stimmte. Und er hatte nichts tun können. Nun saß er hier. Im Tierheim. Keiner der Angehörigen hatte ihn behalten wollen. Oder können. „Der arme Kerl wird es schwer haben bei der Vermittlung“, hatte eine der Mitarbeiterinnen bei seiner Ankunft gesagt. „Wer will schon einen alten und großen Hund? Wäre er kleiner, würde er vielleicht noch bei älteren Menschen unterkommen.“
Fast acht Wochen war er nun hier. Nur wenige Besucher waren vor seiner Box stehen geblieben. Einmal hatte ein kleines Mädchen angehalten und aufgeregt gewunken. „Der hier sieht aus wie Boomer, Mama!“ Doch nach einem kurzen Blick auf den Steckbrief am Gitter kam die Antwort, die er inzwischen kannte: „Nein, mein Schatz. Viel zu alt für uns. Wir suchen doch einen jungen Hund. Einen, mit dem du auch spielen und rennen kannst.“ Mutlos legte sich Struppi in seinen harten Plastikkorb. Zuhause hatte er ein weiches Hundebett gehabt. Sophie hatte ihm sogar ein kleines Kissen dazu genäht. „Weil du doch immer so gerne deinen Kopf auf etwas Weiches legst, mein Schatz“, hatte sie lächelnd gesagt. Er legte den Kopf auf den kalten Rand des Plastikkorbes. „Die schönen Zeiten sind vorbei“, dachte er. Und schlief ein.
. MariaZiellos lief Maria durch die weihnachtlich beleuchtete Innenstadt. Überall funkelten Lichterketten, aus Cafés drang leises Stimmengewirr, Kinder zogen ihre Eltern zu den Schaufenstern. Ihr graute davor, zurück in ihre leere Wohnung zu kommen. Kein freudiges Bellen mehr hinter der Wohnungstür, wenn sie den Schlüssel ins Schloss steckte. Kein aufgeregtes Kratzen auf dem Parkett.
Wie oft hatte sie gesagt: „Du sollst doch nicht springen, Kira“, und sich insgeheim doch darüber gefreut, wenn ihre Hündin außer sich vor Freude war. Der erste Gang führte immer zur oberen Küchenschublade, in der sie Kiras Leckerchen aufbewahrte. Noch bevor sie Mantel und Schuhe ausgezogen hatte. Seit vier Wochen blieb diese Schublade geschlossen.
Vier Wochen war Kira nun tot. Maria konnte es immer noch nicht begreifen. Krebs im Endstadium – die Diagnose war wie aus dem Nichts gekommen. Niemand hatte etwas bemerkt. Noch vor drei Monaten war das große Blutbild vollkommen in Ordnung gewesen. Sie hörte noch die Worte des Tierarztes: „Kira wird mal uralt – so fit wie sie mit ihren elf Jahren ist …“
Jetzt stand neben ihrem Bett eine kleine Urne. Kiras Sachen hatte sie noch nicht weggeräumt. Ihr Körbchen stand immer noch neben dem Sofa im Wohnzimmer. Die Leine hing an der Garderobe. In jeder Ecke lag Spielzeug – als würde Kira jeden Moment aus dem Nebenzimmer stürmen und alles wieder durcheinanderbringen.
Am nächsten Morgen überwand Maria sich dann doch und begann, einige von Kiras Sachen zusammenzupacken. Jeder Gegenstand fühlte sich schwer an. Der Anblick des leeren Hundekorbes tat weh, aber sie scheute sich auch davor, alle Spuren von Kira zu beseitigen. Also entschied sie sich für einen Kompromiss. Das graue Lieblingskörbchen und die Leine durften bleiben. Alles andere wollte sie dem Tierheim spenden.
Bevor sie es sich anders überlegen konnte, trug Maria die Kiste zu ihrem kleinen Auto. Auf dem Weg hielt sie noch einmal am Zoogeschäft an. Es fühlte sich seltsam vertraut an – als hätte sich hier nichts verändert. Langsam ging sie durch die Gänge, blieb vor Regalen stehen, nahm Dinge in die Hand, legte sie wieder zurück. Und irgendwann füllte sich ihr Einkaufskorb ganz von allein. Wenn sie Kira nichts mehr schenken konnte, dann wenigstens den Hunden im Tierheim.
Schwer bepackt schellte Maria an der Eingangstür des Tierheimes. Erst da fiel ihr ein, dass sie die Öffnungszeiten gar nicht überprüft hatte. Das Tierheim war offiziell geschlossen. Ein junger Mann öffnete ihr dennoch freundlich die Tür. „Sind Sie schon der Weihnachtsmann?“, fragte er lachend. „Sie sind ja schwer bepackt! Da werden sich die Hunde aber freuen. Kommen Sie doch bitte rein.“
Maria war seit vielen Jahren nicht mehr in einem Tierheim gewesen. Und obwohl alles ordentlich wirkte, traf sie der Anblick der Boxen mit voller Wucht. Ein paar Quadratmeter Beton. Ein Plastikkorb. Eine Metallschüssel. Mehr nicht. „Darf ich mich einmal kurz umschauen?“, fragte sie leise. „Natürlich. Kommen Sie, ich zeige Ihnen unsere Hunde.“ Bedrückt ging Maria neben ihm den Gang entlang. Zu beiden Seiten reihten sich die Boxen aneinander. Auf kleinen Schildern standen Namen, Alter, Abgabedatum. Rottweiler, Rüde – Max, 10 Jahre, Abgabehund vom 4.5.2012. „Sein halbes Leben in einem Tierheim …“, dachte Maria. Ein Kloß bildete sich in ihrem Hals.
Neben Max hing ein neues Schild. Struppi – Gos d’Atura Català, 11 Jahre. Von Struppi war zunächst kaum etwas zu sehen. Er hatte sich in seinem Plastikkorb unter einer Decke zusammengerollt. Nur ein Stück helles, zotteliges Fell lugte hervor. „So schlief Kira auch immer“, war Marias erster Gedanke. Und sie blieb stehen. Als hätte er ihren Blick gespürt, hob sich langsam ein Kopf aus dem Korb. Zwei bernsteinfarbene Augen sahen sie an. Maria spürte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte. Struppi sah aus wie eine große Version ihrer geliebten Tibet-Terrier-Hündin.
„Struppi ist ein ganz armer Kerl“, sagte der junge Mann leise. „Sein Frauchen ist vor kurzem jung an Krebs gestorben. Jetzt ist er hier bei uns im Tierheim gelandet. Mit elf Jahren hat er keine guten Vermittlungschancen. Wahrscheinlich wird er seinen Lebensabend bei uns verbringen.“
„Darf ich ihn einmal streicheln?“ Die Frage war Maria herausgerutscht, noch bevor sie darüber nachdenken konnte. „Aber gern. Ich schließe Ihnen auf, dann können Sie ihn kennenlernen.“
Als die Boxentür sich öffnete, blieb Struppi in seinem Korb liegen. Er hob nur den Kopf und sah sie an. Bernsteinfarbene Augen, ruhig, wachsam. „Na du hübscher Kerl“, sagte Maria leise. „Darf ich dich einmal streicheln?“ Langsam näherte sie sich dem Rüden, hockte sich neben ihn und legte vorsichtig ihre Hand auf sein Fell. Es war warm. Gepflegt. Kein verwahrloster Hund – nur ein großer Rüde, der einmal irgendwo dazugehört hatte. Maria schluckte. In seinen Augen lag nichts Anklagendes. Kein Vorwurf. Nur eine stille Frage.
Und plötzlich wurde ihr bewusst, was es bedeuten musste, nach elf Jahren nicht nur den geliebten Menschen zu verlieren – sondern auch das Zuhause, das Geräusch der vertrauten Schritte, den eigenen Platz im Raum. Ihre Hand blieb in seinem Fell liegen.
Struppi / Kasper„Hatte Max nicht gesagt, dass das Tierheim um die Weihnachtstage geschlossen hat?“, fragte sich Struppi, als die fremde Frau mit dem Pfleger seine Box betrat. Die Frau roch nach draußen. Nach kalter Winterluft und etwas Süßem. Und nach Traurigkeit.
Sie war anders als Sophie. Sophie war groß gewesen, sicher in ihren Bewegungen, mit klarer Stimme und festen Schritten. Diese Frau bewegte sich vorsichtiger. Ihre Stimme war leiser. Fast so, als hätte sie Angst, etwas falsch zu machen. Und doch lag in ihrer Art zu sprechen etwas Vertrautes. Etwas Ruhiges. So hatte Sophie auch geklungen, wenn sie ihn abends auf ihrem Sofa kraulte.
Als die Frau begann, ihn sanft hinter dem Ohr zu streicheln, schloss er im ersten Moment die Augen und genoss die Zuwendung. Diese Stelle kannte er. Diese Wärme auch. Doch kaum hatte er sich ein wenig gegen ihre Hand gelehnt, schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf.
Durfte er das? Durfte es sich gut anfühlen, wenn nicht Sophie ihn berührte? Ein schlechtes Gewissen kroch in ihm hoch, leise, aber spürbar. Es kam ihm vor wie ein Verrat an seinem Frauchen. Und trotzdem – die menschliche Nähe tat so gut.
MariaAuf der Heimfahrt musste Maria ständig an den Gos-Rüden denken. An seinen Blick. Dieses ruhige, bernsteinfarbene Beobachten, als hätte er etwas verstanden, das sie selbst noch nicht greifen konnte. Wie verloren er in seiner Box gelegen hatte. So groß – und doch so zusammengerollt in diesem Plastikkorb. Sie sah die Szene immer wieder vor sich. Die offene Tür. Der Betonboden. Seine Augen, die sich für einen Moment geschlossen hatten, als sie ihn hinter dem Ohr kraulte. „Hoffentlich findet Struppi trotz seines Alters noch liebevolle Menschen“, hatte sie beim Abschied zum Pfleger gesagt. Jetzt klang dieser Satz in ihrem Kopf nach. Liebevolle Menschen. Sie drückte die Hände fester um das Lenkrad. Warum fühlte es sich plötzlich so an, als hätte sie etwas zurückgelassen?
Zuhause angekommen fiel ihr erster Blick wie automatisch auf das leere Körbchen neben dem Sessel. Es stand noch genauso da wie am Morgen. Sorgfältig ausgerichtet. Als würde Kira jeden Moment zurückkommen und sich hineindrehen. Maria stellte die Einkaufstaschen in der Küche ab. Das Rascheln der Tüten klang in der stillen Wohnung lauter als sonst. Kein erwartungsvolles Trippeln. Kein neugieriges Schnüffeln an den Beinen. Sie zog den Mantel aus und blieb einen Moment im Flur stehen.
Im Tierheim hatte es nach Beton und Desinfektionsmittel gerochen. Hier roch es nach ihr. Nach Tee, nach Holz, nach einem Leben, das einmal vollständig gewesen war. Und trotzdem fühlte es sich nicht richtig an. Sie ging ins Wohnzimmer und setzte sich in den Sessel. Ihr Blick wanderte vom Körbchen zur Tür, als würde sie prüfen, ob sie wirklich allein war. Unwillkürlich sah sie wieder Struppi vor sich. Wie er sich in seinem Plastikkorb zusammengerollt hatte. Wie seine Augen sie angesehen hatten, als sie aufstand. „Hoffentlich findet er jemanden“, murmelte sie leise. Doch in der Stille ihrer Wohnung klang der Satz hohl.
Sollte sie den Weihnachtsbaum aus dem Keller holen und aufbauen, um sich ein wenig abzulenken? „Ach, für wen denn“, dachte Maria und setzte sich in den Sessel am Fenster. Draußen drehten die ersten Hundebesitzer ihre Mittagsrunden. Leinen spannten sich, Hunde schnüffelten, jemand lachte. 13 Uhr. Das war immer ihre Zeit mit Kira gewesen. Erst eine Runde durch die Felder, dann auf dem Heimweg am Bäcker vorbei. Ein trockenes Brötchen für Kira, ein Stück Kuchen für sich. Zuhause angekommen, eine Tasse Tee, Kira zusammengerollt im Körbchen. Die Sonne schien draußen. Sollte sie eine Runde spazieren gehen? Alleine? Lieber nicht.
„Ob ich jemals wieder einem Hund meine Liebe schenken kann, ohne ein schlechtes Gewissen gegenüber Kira zu haben?“, fragte sich Maria. Gegen Abend saß sie immer noch in ihrem Sessel. Die Wohnung war still. Zu still. Sie konnte sich zu nichts aufraffen und vermisste Kira so sehr, dass selbst die kleinsten Handgriffe schwerfielen. Marias Eltern waren früh gestorben. Sie hatte keine Geschwister, keinen Partner. Mit Kira hatte sie sich nie einsam gefühlt. Jetzt war die Einsamkeit nicht mehr nur ein Gedanke. Sie saß mit im Wohnzimmer.
„Wie kalt und ungemütlich Struppis Hundekorb war“, dachte Maria am nächsten Morgen beim Aufwachen. Der Gedanke kam noch bevor sie richtig die Augen geöffnet hatte. „Ob ich ihm eines meiner alten Federbetten vorbeibringen darf? Einen Versuch ist es wert“, murmelte sie vor sich hin. Es war nur eine Decke, redete sie sich ein. Mehr nicht. Kurz darauf saß sie wieder im Auto auf dem Weg zum Tierheim.
Auch diesmal machte ihr der junge Mann vom Vortag die Tür auf. „Darf ich Struppi eine Decke und noch ein wenig Spielzeug bringen?“, fragte Maria etwas atemlos, als müsse sie sich beeilen, bevor sie es sich anders überlegte. „Ja, gern. Kommen Sie rein. Struppi macht uns Kummer. Er will nicht fressen und trinken und liegt nur noch in seinem Körbchen“, antwortete der junge Mann ernst. Als sie die Box betraten, hob Struppi kaum den Kopf. Sein sonst so aufmerksamer Blick wirkte matt. „Er trauert ganz schrecklich um sein Frauchen“, sagte der Pfleger leise. „Sie müssen eine sehr enge Bindung gehabt haben. Wenn wir nur wüssten, wie wir ihm helfen können …“
Maria spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. „Und wenn ich ihn mit zu mir nach Hause nehme?“ Die Worte waren heraus, bevor sie sie zurückholen konnte. Erschrocken sah sie selbst zu dem jungen Mann auf. War das nicht ein Verrat an Kira? Kaum zwei Wochen waren vergangen. Durfte man so etwas überhaupt denken? Aber der große, sandfarbene Rüde vor ihr ließ sie nicht los. Und plötzlich wusste sie nicht mehr, ob sie wegen der Decke hier war.
„Wir dürfen kurz vor Weihnachten keine Hunde vermitteln“, antwortete der junge Mann bedauernd. „So sehr ich es dem Kerlchen auch wünschen würde.“ „Warum nicht? Struppi leidet doch sehr unter der Umgebung, wie man sieht.“ „Weil Tiere zu Weihnachten oft verschenkt werden – und ein paar Wochen später wieder hier landen.“ Maria schwieg einen Moment. „Nun ja“, sagte sie schließlich leiser, „ein Weihnachtsgeschenk wäre Struppi ja nicht gerade.“
Der junge Mann lächelte kurz, blieb aber ernst. „Trotzdem. So sind die Regeln.“ Maria spürte, wie ihr Herz schneller schlug. „Und wer dürfte diese Regeln brechen?“ Kaum hatte sie die Frage ausgesprochen, erschrak sie über sich selbst. So bestimmt war sie sonst nicht. Aber der Anblick des großen Rüden im Plastikkorb ließ sie nicht los. „Wenn überhaupt, könnte das nur Frau Finke entscheiden. Unsere Tierheimleiterin.“ „Dann fragen Sie sie bitte“, sagte Maria – ruhiger, als sie sich fühlte.
Der junge Mann musterte sie einen Moment. „Wollen Sie Struppi denn für immer bei sich aufnehmen?“ Die Frage traf sie unvorbereitet. So weit hatte sie noch gar nicht gedacht. Ihr Hauptanliegen war gewesen, ihn aus dieser trostlosen Umgebung zu holen. Ihm ein paar ruhige Tage zu schenken. Mehr nicht. Oder doch? Wenn er mit ihr nach Hause ginge, wäre er ihr Hund. Wollte sie das? War sie nach so kurzer Zeit schon bereit dafür? Durfte sie das – nach Kira? Maria spürte, wie Zweifel und Entschlossenheit gleichzeitig in ihr aufstiegen. Aber eines wusste sie plötzlich ganz klar: Wegsehen konnte sie nicht. „Ich würde es zumindest versuchen“, sagte sie schließlich.
Es war ein harter Kampf gewesen, Frau Finke davon zu überzeugen, die Weihnachtsregelung zu brechen. Maria hatte argumentiert, gebeten, wieder neu angesetzt – und zwischendurch selbst nicht mehr gewusst, ob sie gerade mutig oder einfach nur überfordert war. Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss: Struppi wurde offiziell als Marias Pflegehund eingetragen – als vorübergehende Lösung über die Feiertage, damit er zur Ruhe kommen konnte. „Den Rest regeln wir im neuen Jahr“, sagte Frau Finke schließlich. Mit diesen Worten verabschiedete sie Maria und Struppi.
Struppi / KasperNoch ehe Struppi begriff, was um ihn herum geschah, fand er sich auf dem Beifahrersitz von Marias kleinem Auto wieder. Die Welt roch plötzlich anders. Nach Stoff, nach kalter Winterluft, nach dieser Frau. In den Kofferraum passte er nicht, also musste er für das kurze Stück auf dem Sitz Platz nehmen. Ungewohnt. Unsicher. Er stellte die Pfoten vorsichtig ab, als könne der Boden jeden Moment verschwinden.
Als sie an den Boxen vorbeigingen, hob Max den Kopf. Seine dunklen Augen wurden groß. So etwas hatte es in den fünf Jahren, die er nun schon im Tierheim saß, noch nicht gegeben. Ein Hund, der kurz vor Weihnachten das Gelände verließ. „Toi, toi, toi, Kumpel“, raunte Max ihm noch zu. „Ich gönn’s dir von Herzen.“ Struppi wusste nicht, was „Toi, toi, toi“ bedeutete. Aber der Tonfall war warm. Zum ersten Mal seit vielen Tagen hob sich seine Rute ein kleines Stück.
Ein wenig beklommen war Struppi dann doch zu Mute, als er mit Maria vor der Wohnungstür stand. Was würde ihn erwarten? Ob Maria auch allein lebte wie Sophie, fragte er sich. Die Wohnung war leer – das erschnüffelte Struppi gleich beim Betreten. An der Garderobe hing eine hübsche pinkfarbene Leine. Aus dem Augenwinkel erhaschte er einen Blick ins Wohnzimmer: Dort stand ein graues Hundekörbchen neben einem gemütlich aussehenden Ohrensessel.
Ob Maria schon einen Hund hat? Es roch nur schwach nach einem anderen Hund. Zögernd blieb Struppi im Flur stehen. „Schau dich ruhig um, Struppi“, sagte Maria zu ihm und verschwand in der Küche. Unsicher, was er jetzt tun sollte, legte er sich auf den kleinen Flurteppich. Von dort aus konnte er in alle Räume sehen. Dort blieb er liegen, bis Maria ins Wohnzimmer ging und sich in den Sessel setzte.
Vorsichtig stand Struppi auf, näherte sich ihr und setzte sich ein Stück entfernt hin. Zu gerne hätte er sich in das graue Körbchen gekuschelt. Es sah so gemütlich aus – und genau wie sein früheres hatte es ein kleines Kissen für den Kopf. Aber es roch nach einem fremden Hund, und er war sich nicht sicher, ob das dem anderen recht wäre. Der Teppich war kuschelig genug, befand er schließlich. Also rollte er sich ein.
Maria„Zum Glück hat er sich nicht in Kiras Korb gelegt“, dachte Maria, als sie sah, wie Struppi sich auf dem Wohnzimmerteppich niederließ. Für sie war das noch immer Kiras Platz. Der Gedanke, den fremden, großen Hund darin liegen zu sehen, hätte ihr wehgetan.
„Jetzt habe ich also wieder einen Hund.“ Der Satz fühlte sich merkwürdig an. Fast fremd. So richtig angekommen wirkte Struppi in ihrer Wohnung nicht. Er lag da, als wolle er jederzeit wieder aufstehen und gehen. „Aber wahrscheinlich ging für ihn – genauso wie für mich – alles viel zu schnell“, beruhigte Maria sich selbst.
Langsam wurde es draußen dunkel. Heiligabend. Um 17 Uhr hatte sie mit Kira immer Bescherung gemacht. Im Oktober hatte sie noch einen riesigen Plüschhund für die Hündin gekauft. „Den schenke ich ihr zu Weihnachten – egal, ob sie ihn kaputt macht“, hatte sie damals lächelnd gedacht. Das Stofftier war fast so groß gewesen wie Kira selbst. Maria hatte es in buntes Geschenkpapier eingepackt – so wie sie es in den Jahren davor immer gemacht hatte. Kira liebte es, Päckchen zu öffnen. Ob mit oder ohne Inhalt: Hauptsache Papier zum Zerreißen.
Struppi / KasperUnglücklich lag Struppi auf dem Teppich. Er wusste, er müsste dankbar sein, dass er nicht mehr im Tierheim war. Und doch fühlte sich alles fremd an. Die Gerüche. Die Geräusche. Die Stille. Er vermisste sein Frauchen schrecklich. Weihnachten war immer ein schönes Fest für sie beide gewesen. Jedes Jahr legte Sophie ihm ein Geschenk vor die Pfoten. Er liebte es, Pakete zu öffnen und das Papier in winzige Stücke zu zerreißen.
Aus den Augenwinkeln beobachtete er Maria. Was machte sie da am Kleiderschrank? Ein Paket. „Hier, Struppi“, sagte Maria leise. „Ich habe ein Geschenk für dich. Es ist doch Weihnachten.“ Sie legte ihm das große Paket direkt vor die Nase. Zögerlich stupste er es an. Ob es wirklich für ihn ist? Maria hatte doch gar nicht wissen können, dass er Heiligabend bei ihr verbringen würde.Aber seine Neugier siegte. Und schneller, als Maria schauen konnte, hatte er das Papier aufgerissen und in alle Richtungen verteilt.
Ein riesiger Plüschhund kam zum Vorschein. Genau so einen – nur ein Stück kleiner – hatte er auch zu Hause gehabt. „Knut“ hatte Sophie ihn genannt. Jetzt lag eine XXL-Version von Knut vor ihm. Neu. Und doch so vertraut. Struppi legte den Kopf auf den weichen Plüsch. Die Welt fühlte sich für einen Moment weniger fremd an. Dann wurde er sehr müde – und schlief mit dem Stoffhund unter seinem großen Kopf ein.
Maria & Struppi / KasperSollen wir eine Runde um den Block laufen?“, fragte Maria, als Struppi wieder wach wurde. „Du musst doch bestimmt mal.“ Für einen Spaziergang war Struppi immer zu begeistern. Fast automatisch begann seine Rute zu wedeln. Draußen war es still. Die Straßen wirkten leerer als sonst, nur vereinzelt begegneten ihnen Menschen auf dem Heimweg.
An der nächsten Ecke kam ihnen eine ältere Frau mit einem kleinen Dackel entgegen. „Fröhliche Weihnachten!“, rief sie Maria zu. Dann blieb sie stehen und musterte Struppi. „Im ersten Moment dachte ich, du kommst mir mit Kira entgegen. Der Hund ist ihr ja zum Verwechseln ähnlich – nur viel größer!“
Struppi spitzte aufmerksam die Ohren. Also hatte es hier tatsächlich einen anderen Hund gegeben. „Wo hast du Kira gelassen? Hast du den Riesen zur Pflege?“, fragte die Frau neugierig weiter. Struppi sah, wie sich Marias Körper veränderte. Ihre Schultern wurden schmaler. Ihre Stimme leiser. „Elisabeth … ich musste Kira einschläfern lassen. Krebs im Endstadium.“ Sie schluckte. „Das ist Struppi. Ich habe ihn aus dem Tierheim.“ Die Frau wich einen Schritt zurück. „Oh. Das wusste ich nicht. Das tut mir sehr leid.“ Sie nickte hastig und ging weiter.
Langsam setzte Struppi sich wieder in Bewegung. Krebs. Das Wort kannte er. Er hatte es nicht verstanden, als es bei Sophie fiel – aber er hatte gespürt, was es bedeutete. Er ging ein Stück näher an Maria heran. Nicht auffällig. Nur so, dass ihre Schritte sich fast berührten. Traurigkeit roch überall gleich. Nachdenklich betrachtete Maria Struppi, der vor ihr auf dem Teppich mit dem XXL-Stoffhund lag. Sein großer Kopf ruhte auf dem Plüsch, als hätte er sich an etwas Vertrautes geklammert. Es war schön, an Heiligabend nicht allein zu sein. Und doch tat ihr der Anblick des fremden Hundes auch weh. Eigentlich müsste jetzt Kira neben ihr im Körbchen liegen. So war es immer gewesen. Der Platz neben dem Sofa war noch da. Nur Kira fehlte.
Gleichzeitig zog sich ihr Herz zusammen, wenn sie den sandfarbenen Riesen so daliegen sah. Diese stille Traurigkeit in seinem Blick – sie kannte sie. Vielleicht vermisste er sein Frauchen genauso sehr, wie sie Kira vermisste. Ob sie es schaffen würde, dieses Leuchten wieder in seine Augen zu bringen? Maria wusste es nicht. Aber sie wusste, dass sie es versuchen wollte. Langsam setzte sie sich neben Struppi auf den Boden.
„Jetzt fang ich schon wieder an zu heulen“, murmelte sie und wischte sich über die Wangen. Doch diesmal waren es nicht nur Tränen der Traurigkeit. Da war auch etwas anderes. Etwas Warmes. Dankbarkeit vielleicht. Dafür, dass da ein lebendiges Wesen lag, das ihre Nähe nicht ablehnte. Dass sie nicht ganz allein war. Sie legte vorsichtig ihre Hand in sein Fell. Vielleicht musste sie ihn gar nicht retten. Vielleicht reichte es, wenn sie einfach blieb.
Struppi blieb ganz still liegen und tat so, als würde er schlafen. Marias Hand fand wieder die Stelle hinter seinem Ohr. Langsam, ruhig, ohne Druck. Wenn er die Augen nur fest genug schloss, konnte er sich für einen Moment vorstellen, alles wäre wie früher. Wohnzimmer. Teppich. Sophies Stimme.
Dann bemerkte er, dass Maria leise weinte. Er öffnete die Augen einen Spalt. In der Wohnung roch es noch immer nach einem anderen Hund. Nach Kira. Nach Abschied. Vielleicht vermisste sie ihre Hündin genauso sehr, wie er Sophie vermisste. Zaghaft begann er, ihre Hand zu lecken. Erst vorsichtig. Dann ein wenig entschlossener. Er mochte diese Frau. Sie war ruhig. Ihre Bewegungen waren bedacht. Und sie war geblieben. Sie hatte sich für ihn eingesetzt – obwohl er für sie nur ein fremder Hund gewesen war. Struppi verstand nicht alles, was Menschen entschieden. Aber er spürte, wenn jemand es ernst meinte. Er rückte ein kleines Stück näher. Mehr konnte er im Moment nicht tun.
Gerührt ließ sich Maria erst die Hände und dann das Gesicht von Struppi ablecken. Sein warmer Atem auf ihrer Haut fühlte sich unerwartet vertraut an. „Struppi …“, murmelte sie leise. „Das passt gar nicht zu dir.“ Sie strich ihm über den Kopf. „Wenn ich nur wüsste, wie dein Frauchen dich genannt hat.“ Einen Impfausweis hatte es im Tierheim nicht gegeben. Kein altes Halsband. Kein Hinweis auf seinen richtigen Namen. Maria lächelte schwach. „Vielleicht brauchst du einfach einen neuen Anfang.“
Sie sah zum Fenster hinaus. Es war Heiligabend. „Kasper“, sagte sie schließlich nachdenklich. „Nach einem der drei heiligen Könige.“ Sie zuckte leicht mit den Schultern. „Warum eigentlich nicht.“ Dann sah sie ihn wieder an. „Was meinst du, sollen wir dich Kasper nennen?“
Struppi hob den Kopf. Seine Ohren richteten sich auf. Nicht wegen des Namens – sondern wegen des Tons. Ihre Stimme klang heller. Wärmer.
„Und weil ich nur weiß, wie alt du bist, aber nicht, wann du Geburtstag hast …“, fuhr Maria fort, „feiern wir ihn einfach heute. Am 24. Dezember.“ Sie lächelte zum ersten Mal an diesem Abend richtig. „Na, Kasper? Hast du heute Geburtstag?“
Struppis Rute bewegte sich vorsichtig. Ein kleines, tastendes Wedeln. Das Wort kannte er. Und auch wenn Maria es nicht wissen konnte – in diesem Moment fühlte es sich für ihn nicht fremd an.
Struppi / KasperDas Wort traf ihn wie ein vertrauter Geruch. Er hob den Kopf etwas höher. Sein Herz schlug schneller, ohne dass er wusste, warum. Dieses Wort kannte er. Es gehörte zu warmen Händen, zu einer Stimme, die ihn gerufen hatte, wenn Futter im Napf war. Zu Abenden auf dem Sofa. Zu seinem Platz im Leben.
Kasper.
Er stand auf, trat einen Schritt näher und sah Maria an. Sie hatte keine Ahnung. Sie konnte es nicht wissen. Und doch hatte sie genau dieses Wort gewählt. Kein „Struppi“. Kein fremder Laut. Kasper. Er wedelte jetzt deutlicher. Nicht stürmisch. Aber sicherer. Als sie weiterredete und vom Geburtstag sprach, verstand er die Worte nicht. Aber er verstand den Ton. Leicht. Hoffend. Fast vorsichtig glücklich. Er trat noch näher, berührte mit der Nase ihre Hand. Vielleicht musste er nichts verstehen. Vielleicht reichte es, dass sie ihn ansah, als gehöre er schon dazu. Und in diesem Moment fühlte sich sein Name nicht wie ein Zufall an. Sondern wie ein Wiederfinden.
Dicht nebeneinander saßen sie noch eine Weile auf dem Teppich. Kasper hatte sich an Maria gelehnt, sein warmer Körper fest und verlässlich. „Alles Gute zum Geburtstag“, flüsterte sie und lächelte durch ihre Tränen. Später, als die Wohnung still geworden war, nahm Maria ein großes Kissen vom Sofa und legte sich zu ihm auf den Teppich. Die flauschige Decke zog sie über ihre Schultern – und ein Stück auch über ihn. Kasper blieb still neben ihr liegen.
Maria & Struppi / KasperIn den nächsten Tagen wurde aus dem Provisorium langsam Alltag. Keine großen Gesten. Kein Wunder. Nur gemeinsame Schritte durch kalte Winterluft. Gemeinsames Aufwachen. Gemeinsames Schweigen.
Ein paar Tage nach Weihnachten hatte Maria über das Tierheim den Namen von Kaspers Frauchen erfahren. Sophie. Der Name blieb ihr im Kopf. Es war nicht schwer gewesen, den kleinen Friedhof am Ortsrand zu finden. Und doch hatte sie den Weg dorthin nicht sofort angetreten. Erst als sich der Gedanke nicht mehr wegschieben ließ, nahm sie einen schlichten Strauß und machte sich mit Kasper auf den Weg.
Am Friedhof blieb Maria vor dem Grab stehen. Der Winter hatte die Erde hart gemacht, ein dünner Hauch Frost lag auf dem Gras. Sie stellte die Blumen vorsichtig ab und zündete eine Kerze an. „Ich werde gut auf deinen Kasper aufpassen“, sagte sie leise. „Und du passt da oben bitte auf meine Kira auf.“ Für einen Moment war es ganz still. Kein Wind. Kein Rascheln.
Kasper stand neben ihr und sah auf die Flamme. Das Wort „Sophie“ hatte er gehört. Es vibrierte in ihm wie eine Erinnerung, die nie ganz verschwunden war. Er setzte sich. Nicht, weil man es ihm sagte. Nicht, weil es ein Kommando war. Sondern einfach so. Als würde er wissen, dass dieser Ort wichtig war.
Maria spürte seine Schulter an ihrem Bein. Warm. Schwer. Wirklich. Und zum ersten Mal seit Wochen fühlte sich ihre Trauer nicht mehr wie ein Abgrund an. Sondern wie etwas, das man teilen konnte.
Mal schauen ob es zu Weihnachten wieder mit einem Plüschteddy klappt. Wobei bei der Wetterprognose habe ich da nicht viel Hoffnung...
Zu Gubacca ´s Ehrenrettung muss ich auch noch schreiben, dass er im Anschluss auf der Wiese wirklich alles versuchte um wieder einigermaßen sauber zu werden. Phasenweise war er fast komplett im Schnee verschwunden.
Wir sind MY GUBACCA
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Gubacca ist ein Gos d’Atura Català und ich eine leidenschaftliche Bloggerin.
Gemeinsam erzählen wir euch – immer mit einer gehörigen Portion Humor – von unserem Alltag, der mit einem Katalanen nie langweilig wird.
Vom Welpenwahnsinn zum Seelenhund. Begleite uns auf dem Weg zum fertigen Buch.
Ich will’s ja mitkriegen.“
Wie diese Rasse denkt, fühlt und im Alltag überrascht.
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