Gubacca hatte bei seinem Familienbesuch ganz schnell seine Stellung im Rudel gefunden ... ganz weit unten ;-). Ich finde es immer wieder faszinierend, wie schnell das unter den Hunden klar ist und wie schnell Gubacca das auch annimmt. Ihn hat das Ganze überhaupt nicht gestört. In den letzten Wochen hatte ich mir oft Gedanken gemacht, ob Gubacca in der Vergangenheit auch genug Sozialkontakte zu anderen Hunden hatte. Kontakt an der Leine hatte ich ja von Anfang an unterbunden und dadurch kennt Zwerg-Riese auch nicht viele fremde Hunde. War das richtig oder falsch gewesen? Aber auch in dieser Hinsicht überraschte er mich wieder einmal. Der kleinste Hinweis der Bentjesgos-Mädels reichte und mein Zwerg-Riese nahm sich zurück.
Aber auch ich stellte bei mir fest, dass ich einen deutlichen Hang verspürte, mich zurückzunehmen. Einige von euch kennen bestimmt das Gefühl beim Besuch der Züchterin – plötzlich lässt man auch gerne die Ziehmutter agieren. Abgesehen davon nutzte ich gerne die Chance, mir Tipps und Ratschläge von Svea geben zu lassen, und so gab es auch einen kleinen Crashkurs für die Jungrüden-Erziehung. Gubacca ließ sich das bereitwillig gefallen und hatte sichtlich Spaß dabei, mit Svea zu üben.
Ich habe in der kurzen Zeit viele wichtige Anregungen und Tipps für mich mitnehmen können. Gerade bei dem gemeinsamen „Arbeiten“ mit Gubacca auf dem Hundeplatz muss ich noch deutlich lockerer werden, habe ich gemerkt. Abgesehen davon war es aber auch einfach spannend zu sehen, wie der Alltag mit sechs Hunden funktioniert. Ich bin ja schon mit Gubacca und Lottchen bei einem gemeinsamen Spaziergang überfordert. Besonders begeistert war ich von „Oma“ Benni, die den kompletten Spaziergang ohne Leine läuft – mein großes Ziel mit Gubacca.
Viel zu schnell war die gemeinsame Zeit bei Svea dann auch schon wieder zu Ende und Micky und ich machten uns wieder auf den Rückweg nach Kassel. Super schön war es – und es war garantiert nicht unser letzter Besuch bei den Bentjesgos. Zum Schluss gibt es noch ein paar Eindrücke von Gubaccas Familie:
In meinem Kopf sieht so ein Wiedersehen natürlich ungefähr so aus: Der verlorene Sohn kommt nach Hause, Mama erkennt ihn sofort, die Tanten rücken zusammen und irgendwo wird schon der Begrüßungstisch gedeckt. Ganz so einfach ist es bei Hunden nicht – aber völlig fremd muss der Rückkehrer deshalb auch nicht sein.
Untersuchungen zeigen, dass Hunde ihre Verwandten erstaunlich lange wiedererkennen können. In Wahltests konnten Mutterhündinnen und ihre inzwischen erwachsenen Nachkommen einander selbst nach rund zwei Jahren Trennung noch anhand des Geruchs unterscheiden. Besonders die Erinnerung zwischen Mutter und Nachwuchs scheint dabei langlebig zu sein.
Wiedererkennen bedeutet aber nicht automatisch: alter Platz im Rudel, alles wie früher. Ein erwachsener Hund trifft auf eine bestehende soziale Gruppe, und wie die Hunde miteinander umgehen, hängt auch von ihrer aktuellen Beziehung und Vertrautheit ab.
Bei Gubacca könnte also durchaus mehr vertraut gewesen sein, als ich damals erkennen konnte. Der Begrüßungstisch blieb trotzdem im Schrank. Die Bentjesgos-Mädels erklärten ihm ziemlich schnell, wie der Laden gerade läuft – und Zwerg-Riese konnte offenbar hervorragend zuhören.
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