Nur noch ein bisschen Feinschliff …

September 01, 2026

Für das passende Zitat für September musste ich diesmal ein bisschen länger überlegen. Nicht, weil mir zu Gubacca nichts eingefallen wäre. Eher im Gegenteil. Nach fast zehn gemeinsamen Jahren könnte ich vermutlich mehrere Monatskalender füllen. Aber irgendwann blieb ein Gedanke hängen: Es ist gerade so schön einfach mit diesem Hund. Nicht, weil Gubacca plötzlich alles kann. Nicht, weil wir irgendwann tatsächlich den sagenumwobenen Punkt erreicht hätten, an dem die Hundeerziehung abgeschlossen und der perfekte Begleithund fertig poliert vor einem steht. Ganz im Gegenteil. Samstagmorgen, sieben Uhr. Gubacca und ich sind auf dem Weg zum Bäcker. Wir gehen diesen Weg seit Jahren, der Bäcker befindet sich noch immer an derselben Stelle und auch die Kirchturmuhr gehört zuverlässig zur örtlichen Ausstattung.
Für den September musste ich diesmal ein bisschen länger überlegen. Nicht, weil mir zu Gubacca nichts eingefallen wäre. Eher im Gegenteil. Nach fast zehn gemeinsamen Jahren könnte ich vermutlich mehrere Monatskalender füllen. Aber irgendwann blieb ein Gedanke hängen: Gerade ist es einfach schön mit diesem Hund. Nicht, weil Gubacca plötzlich alles kann. Nicht, weil wir irgendwann tatsächlich den sagenumwobenen Punkt erreicht hätten, an dem die Hundeerziehung abgeschlossen und der perfekte Begleithund fertig poliert vor einem steht. Ganz im Gegenteil. Samstagmorgen, sieben Uhr. Gubacca und ich sind auf dem Weg zum Bäcker.
September 2026
Die schönste Zeit mit einem Hund beginnt dann, wenn man nicht mehr ständig etwas aus ihm machen will.

Für das passende Zitat für September musste ich diesmal ein bisschen länger überlegen. Nicht, weil mir zu Gubacca nichts eingefallen wäre. Eher im Gegenteil. Nach fast zehn gemeinsamen Jahren könnte ich vermutlich mehrere Monatskalender füllen.

Aber irgendwann blieb ein Gedanke hängen: Es ist gerade so schön einfach mit diesem Hund. Nicht, weil Gubacca plötzlich alles kann. Nicht, weil wir irgendwann tatsächlich den sagenumwobenen Punkt erreicht hätten, an dem die Hundeerziehung abgeschlossen und der perfekte Begleithund fertig poliert vor einem steht.

Ganz im Gegenteil. Samstagmorgen, sieben Uhr. Gubacca und ich sind auf dem Weg zum Bäcker. Wir gehen diesen Weg seit Jahren, der Bäcker befindet sich noch immer an derselben Stelle und auch die Kirchturmuhr gehört zuverlässig zur örtlichen Ausstattung.

Um sieben schlägt sie – und Gubacca kommentiert. Natürlich tut er das. Die Kirchturmuhr und er haben offenbar eine Vereinbarung: Sie macht auf sich aufmerksam, Gubacca gibt eine kurze Stellungnahme ab und anschließend können alle Beteiligten mit ihrem Samstag fortfahren.

Ich denke darüber inzwischen ungefähr so lange nach, wie die Glocken läuten.

Das war mal anders.

Oktober 2018 · dringender Handlungsbedarf

Die Kirchenglocken müssen bearbeitet werden

Auch 2018 waren Gubacca und ich morgens auf dem Weg zum Bäcker. Auch damals läuteten die Kirchenglocken. Nur meine Bewertung der Situation klang deutlich weniger entspannt.

Im Blog schrieb ich damals, das Läuten sei für Gubacca „ein großes Problem“. Überhaupt bellte er draußen plötzlich häufiger, ein Igel war am Vorabend zum „Staatsfeind Nr. 1“ erklärt worden und bei anderen Rüden reagierte mein damals eineinhalbjähriger Zwerg-Riese schnell emotional.

Kurz gesagt: Es gab einiges zu analysieren. Und analysieren konnte ich. War es die Pubertät? Waren es die Umweltreize? Musste ich klarere Grenzen setzen? War sein Gehirn wegen Umbauarbeiten gerade wirklich geschlossen? Und natürlich die wichtigste Frage: Was müssen wir jetzt trainieren?

Heute kann ich zumindest einen Teil der damaligen Problemlage abschließend bewerten:

Die Kirchturmuhr funktioniert noch. Gubacca auch.

Zwei Wochen später · die Prognose ist günstig

Fast fertig!

Das Schöne an mir war allerdings schon damals: Lange ließ ich mich von solchen kleinen Irritationen nicht von meinem großen Ziel abbringen. Keine zwei Wochen später schrieb ich hier auf dem Blog, dass es wieder richtig gut laufen würde.

Gubacca benahm sich bei einem Ausflug zum Hullerner Stausee vorbildlich, ignorierte Spaziergänger und Fahrradfahrer, bekam im Restaurant weitere Sternchen – und plötzlich sah ich es wieder vor mir: den best erzogensten Gos ever, ever, ever.

Zum Greifen nahe! Eigentlich hielt uns nur noch eine Kleinigkeit auf: die Rüdenbegegnungen an der Leine.

Nun ja. Wir schreiben das Jahr 2026. Große fremde Rüden können von Gubacca noch immer mit beeindruckender Geschwindigkeit in die Kategorie potenzieller Staatsfeind einsortiert werden.

Offenbar war der Griff damals ein klein wenig länger als gedacht.

Nächster Meilenstein · jetzt aber wirklich

Der magische dritte Geburtstag

Zum Glück gab es noch einen Termin, auf den man seine Hoffnungen setzen konnte: den dritten Geburtstag. Unter Gos-Besitzern rankten sich darum schließlich Geschichten. Mit drei wird der Katalane erwachsen. Ruhiger. Vernünftiger.

Und tatsächlich war irgendwann sogar vom „schon fast pflegeleichten Hund“ hier die Rede. Natürlich liefen trotzdem nicht sämtliche Hundebegegnungen fortan in meditativer Stille ab.

Aber dafür hatte die damalige Bine ebenfalls eine wunderbare Erklärung: Ein bisschen Luft nach oben muss ja noch bleiben.

Man möchte sie heute ein bisschen drücken. Und ihr vorsichtshalber nicht erzählen, dass das Thema Hundebegegnungen auch Jahre später noch genug Stoff für Blogbeiträge liefern würde.

2022 · das Projekt Begleithund

Aber eine richtige Stadt müsste doch gehen …

Damit war meine Vorstellung vom irgendwann rundum unkomplizierten Begleiter allerdings noch nicht vollständig begraben. 2022 beschäftigte ich mich mit Visionen. Eine davon trug ich schon lange im Kopf herum: Ich mit meinem Hund irgendwo im Süden, kleine Gassen, Restaurants, Menschen, Sonne – und neben mir ein entspannter wuscheliger Rüde, der mich überallhin begleitet.

Sehr schönes Bild. Dann dachte ich an Gubacca. Genauer gesagt an Gubacca und den ersten fremden Rüden, der uns in dieser hübschen kleinen Gasse entgegenkommen könnte.

Aber auch dafür hatte ich selbstverständlich eine Lösung: Dann müssten wir solche Situationen eben öfter trainieren.

Vier Jahre später fällt mir noch eine zweite Möglichkeit ein:

Man fährt einfach nicht mit Gubacca zum Stadtbummel.

Nicht, weil er das überhaupt nicht könnte. Nicht, weil irgendjemand versagt hätte. Sondern weil eine volle Stadt schlicht nicht zu den Dingen gehört, bei denen mein Hund denkt: Endlich! Genau mein Freizeitprogramm! Und inzwischen muss er das auch nicht mehr.

Heute · kein Abschlusszeugnis nötig

Was aus dem Feinschliff geworden ist

Gubacca läuft an Weggabelungen noch immer gerne ein Stück voraus und scheint dabei durchaus eine Vorstellung davon zu haben, welchen Weg wir nehmen sollten. Große Rüden genießen Sonderstatus, Städte dürfen andere Hunde besichtigen und die Kirchturmuhr wird samstags um sieben weiterhin kommentiert.

Natürlich ist Gubacca heute ein anderer Hund als mit eineinhalb Jahren. Vieles wurde mit dem Erwachsenwerden tatsächlich leichter. Wir haben unglaublich viel miteinander gelernt, und Dinge, die früher schwierig waren, spielen heute kaum noch eine Rolle.

Aber mindestens genauso viel hat sich auf meiner Seite der Leine verändert. Früher sah ich etwas, das nicht meinem Bild vom unkomplizierten Begleithund entsprach, und dachte sofort: Da müssen wir noch ran. Heute denke ich erstaunlich oft: Ach ja. Gubacca.

Und genau deshalb passt dieses Zitat für mich gerade so gut in den September.

Die schönste Zeit mit einem Hund beginnt dann, wenn man nicht mehr ständig etwas aus ihm machen will.

Das heißt nicht, dass plötzlich alles egal ist. Wenn Gubacca Unterstützung braucht, bekommt er sie, und wenn eine Situation schwierig werden könnte, passe ich auf. Aber ich führe keine gedankliche Liste mehr darüber, was an meinem Hund vor dem endgültigen Abschluss noch geändert werden müsste.

Der Feinschliff ist ausgefallen.

NNächsten Samstag gehen wir wieder zum Bäcker. Um sieben wird die Kirchturmuhr schlagen, und Gubacca wird vermutlich wieder der Meinung sein, dieses Ereignis brauche dringend seinen Kommentar

Nach all den Jahren steht mein Trainingsplan dafür inzwischen fest:

Wir holen Brötchen.

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