Endlich war es soweit: das lang ersehnte Osterwochenende und unser erster Besuch bei Gubacca und Svea. Wochenlang hatte ich jedem neuen Foto der vier kleinen Gs entgegengefiebert. Ich kannte inzwischen jede Aufnahme, hatte Gubacca gefühlt hundertmal auf dem Bildschirm betrachtet und war natürlich fest davon überzeugt, dass ich ihn unter seinen Geschwistern sofort erkennen würde. Nun ja.
Bevor wir überhaupt bei den Welpen ankamen, standen erst einmal die erwachsenen Gos vor uns. Und mein erster Gedanke war tatsächlich: Die sind aber riesig! Irgendwie hatte sich „mittelgroßer Hund“ in meiner Vorstellung offenbar etwas kompakter abgespeichert.
Dann kamen endlich die Welpen. Vier kleine wuselige Fellknäuel, die in Bewegung plötzlich ganz anders aussahen als auf den vielen Fotos. Gustav war noch relativ einfach zu erkennen. Aber danach wurde es schwieriger. Sehr viel schwieriger.
Und irgendwann war es mir auch ziemlich egal. Ich saß mitten zwischen Welpen, hatte ständig irgendeinen auf dem Schoß und war einfach nur glücklich. Dass ich dabei zeitweise den falschen Welpen sehr überzeugt für Gubacca hielt, machte die Sache nicht unbedingt übersichtlicher.
Gubacca selbst war zwischendurch ohnehin mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Spielen, schlafen, wieder aufstehen, irgendwo hinwackeln – für ihn war dieses Wochenende offenbar deutlich weniger aufregend als für mich.
Viel zu schnell vergingen die Nachmittage in Chemnitz. Zwischen Welpengeruch, Kaffeetasse, Gesprächen und ständig neuen Fotomotiven flog die Zeit nur so dahin. Meine Kamera hatte in den letzten Monaten Staub angesetzt, fast vergessen im Regal. Aber an diesem Wochenende wusste ich wieder, warum sie mich so fasziniert: Man kann die Zeit nicht anhalten – aber man kann Momente bewahren, die man nie wieder verlieren möchte. Und davon gab es an diesem Wochenende mehr als genug.
Als wir schließlich wieder nach Hause fuhren, begann das Warten von vorne.
Aber diesmal hatte ich Gubacca nicht nur auf Fotos gesehen. Ich hatte ihn auf dem Arm gehabt, ihn beobachtet, ihn gestreichelt – und wusste jetzt noch ein bisschen mehr, worauf ich mich so sehr freute.
Im Buch erzähle ich diesen ersten Besuch inzwischen ausführlicher – einschließlich meiner überraschend ausbaufähigen Fähigkeit, meinen eigenen zukünftigen Hund zwischen vier Welpen zu erkennen. 😄
Kapitel 4: Der erste Besuch – Von Schockmomenten und falschen Welpen →
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