Beim Gos gibt es etwas, das viele zum ersten Mal entdecken, wenn sie überraschend beim Streicheln hängen bleiben. Zwei kleine Zehen an der Innenseite der Hinterläufe. Man könnte meinen, sie hätten etwas mit Wölfen zu tun. Aber Überraschung. Wölfe haben sie gar nicht.
Was ist es dann?
Die doppelten Wolfskrallen sind Überbleibsel aus der Evolution, sogenannte Rudimente. Ein bisschen wie unsere Weisheitszähne, nur weniger dramatisch. Viele Hunderassen besitzen hinten überhaupt keine fünfte Zehe. Der Gos schon und zwar doppelt.
An den Vorderpfoten gibt es ebenfalls eine Sonderzehe, die sogenannte Daumenkralle. Sie hat im Gegensatz zur Wolfskralle sogar einen Nutzen. Hunde fixieren damit Kaustangen, halten Spielzeuge fest oder geben sich beim Kratzen zusätzlichen Halt.
Die doppelten Wolfskrallen hinten wirken erst einmal nutzlos. In ihrer ursprünglichen Aufgabe als Hüte und Treibhund hatten sie jedoch Vorteile. In engen Pferchen mit großen Schafsherden verschafften sie dem Hund durch die zusätzliche Auflagefläche mehr Stabilität, besonders wenn er über die Tiere hinwegsteigen musste.
Weil die Wolfskrallen den Boden nicht berühren, fehlt ihnen der natürliche Abrieb und sie müssen regelmäßig kontrolliert werden. Zu lange Wolfskrallen können einreißen, abbrechen oder sich schmerzhaft verhaken.
Und falls du dich fragst, ob man sie einfach entfernen lassen kann. Nein. Das Tierschutzgesetz verbietet das Amputieren dieser Zehen ohne zwingenden medizinischen Grund.
Im offiziellen FCI Standard ist festgelegt, dass der Gos d’Atura Català immer doppelte Wolfskrallen an den Hinterläufen haben muss. Es ist eines seiner typischen Merkmale und ein kleines Stück Geschichte, das er bis heute mit sich trägt.
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