Beim Gos gibt es etwas, das viele zum ersten Mal entdecken, wenn sie beim Streicheln überraschend daran hängen bleiben: zwei zusätzliche Zehen an der Innenseite jedes Hinterlaufs. Macht zusammen vier kleine Anhängsel, die aussehen, als hätten sie etwas mit Wölfen zu tun. Aber Überraschung: Wölfe haben sie gar nicht.
Was sind doppelte Wolfskrallen?
Viele Hunderassen besitzen an den Hinterläufen keine oder nur einzelne Wolfskrallen. Beim Gos d’Atura Català gehören dagegen zwei Wolfskrallen an jedem Hinterlauf zum typischen Erscheinungsbild.
An den Vorderpfoten gibt es ebenfalls eine zusätzliche Zehe, die sogenannte Daumenkralle. Sie kann durchaus praktisch sein: Hunde fixieren damit Kaustangen, halten Spielzeug fest oder verschaffen sich beim Kratzen zusätzlichen Halt.
Wozu braucht der Gos sie?
Welchen konkreten Nutzen die doppelten Wolfskrallen ursprünglich hatten, ist nicht eindeutig belegt. Häufig wird angenommen, dass sie Hütehunden auf schwierigem Gelände zusätzliche Stabilität und eine größere Auflagefläche verschafften. Der offizielle Rassestandard beschreibt ihre Funktion jedoch nicht.
Fest steht: Die doppelten Wolfskrallen gehören zum Gos. Im offiziellen FCI-Standard ist festgelegt, dass sie tief angesetzt, knöchern miteinander verbunden und mit Ballen ausgestattet sein sollen. Eine einzelne Wolfskralle gilt als schwerer Fehler, ihr vollständiges Fehlen sogar als ausschließender Fehler.
Kontrolle und Pflege
Da die Wolfskrallen meist nur wenig oder gar keinen Bodenkontakt haben, nutzen sie sich kaum von allein ab. Deshalb sollten sie regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden. Werden sie zu lang, können sie einreißen, abbrechen oder sich schmerzhaft verhaken.
Und falls du dich fragst, ob man sie nicht einfach vorsorglich entfernen lassen kann: Nein. Das Amputieren von Körperteilen ist nach dem Tierschutzgesetz ohne zwingenden medizinischen Grund verboten.
Die doppelten Wolfskrallen sind damit weit mehr als vier kleine Zehen, an denen man beim Streicheln hängen bleiben kann. Sie sind ein typisches Rassemerkmal und ein Stück Geschichte, das der Gos bis heute an seinen Hinterläufen mit sich trägt.
Weitere typische Merkmale und Besonderheiten findest du auf unserer Seite über den Gos d’Atura Català.
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