67.- 69. Tag | Was hat Sauerkraut mit einem Bleistift zu tun?

Juli 16, 2017

Endlich Samstag! Die Sonne schien schon bei uns ins Schlafzimmer und Gubacca erinnerte mich mit seiner kleinen Schlabberzunge, dass Zeit für seine Morgenrunde war. Automatisch habe ich mir seit Zwerg-Rieses Einzug angewöhnt mit den Augen, als erstes den Raum nach nassen Stellen abzusuchen. Beim Blick auf den kleinen Teppichläufer stutzte ich. Was lagen da für komische kleine Holzstückchen? "Der kleine Teufel wird doch nicht das Rattanbett angeknabbert haben?", war mein erster Gedanke. Nein, das Bett war unversehrt. Suchend schaute ich durch das Zimmer und überlegte, was es mit diesen kleinen, komischen Resten auf sich haben konnte. Beim genauen Betrachten der kleinen Holzreste entdeckte ich kleine schwarze Krümmel und langsam dämmerte es mir. Gubacca musste sich einen meiner Bleistifte vom Schreibtisch geholt haben. Fieberhaft suchte ich den Raum nach einem Rest des Stiftes ab. Nichts zu finden und ein mulmiges Gefühl breitete sich aus. Gubacca musste den ganzen Stift gefressen haben!


Ein Blick auf die Uhr 7.20 Uhr - zum Glück machte der Tierarzt bereits um 9 Uhr auf. Ich muss gestehen ich gehöre auch zu den Menschen, die in solchen Fällen immer als erstes ins Internet schauen. In den Hundeforen fand ich unterschiedliche Erfahrungsberichte. Ein Hund bekam in der Tierklinik Medikamente zum Erbrechen, der andere war erst gar nicht beim Arzt. Der einheitliche Tenor war jedoch, dass der Bleistift in der Regel ohne Probleme einfach wieder mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Schon etwas beruhigter packte ich Zwerg-Riese ins Mini-Taxi und fuhr mit ihm zum Tierarzt.


Nach einer gründlichen Untersuchung gab die Tierärztin zum Glück dann auch erst einmal Entwarnung und verordnete Gubacca eine große Portion Sauerkraut mit Nassfutter.  Zwerg-Riese fand das toll - kam er doch zum ersten Mal in seinem jungen Hundeleben in den Genuss der "Schalen für kleine Genießerhunde". Das Sauerkraut fand er ebenfalls klasse und "verdrückte" sofort eine große Menge aus der Dose. 


Damit auch ja alle Bleistiftreste gut geschützt ihren Weg zum "Ausgang" finden, gab es dann noch einen großen Nachschlag von dem Sauerkraut und wir machten uns auf den Weg, meine Eltern zu besuchen. Dort angekommen, stelle Gubacca dann an diesem Nachmittag einen ganz neuen Rekord auf und pieselte zweimal eine große Pfütze mitten ins Wohnzimmer. Ich war vollkommen entsetzt und befürchtete im ersten Moment schon erste gesundheitliche Schäden vom Bleistift. Zum Glück konnte meine Mutter mich dann aber beruhigen: Sauerkraut wirkt nicht nur verdauungsfördernd, sondern auch sehr entwässernd. Armer Zwerg-Riese! Anstatt der befürchteten vielen Häufchen mussten wir den Rest des Tages im Stunden Takt wieder vor die Tür zum Pieseln. Heute morgen kam dann auch endlich der "ersehnte" Haufen - ohne Blut und alles vollkommen normal. Die Episode Bleistift hat Gubacca hoffentlich jetzt gut überstanden...



Zum Abschluss unseres "Sauerkrautberichtes" gibt es noch ein Gubacca-Video von unserem Feldspaziergang am Freitag. Momentan fängt Zwerg-Riese wieder verstärkt an, an der Leine zu ziehen und ich vermeide möglichst längere Strecken mit ihm, bei denen er nicht frei laufen kann. Gubacca hatte wieder sichtlichen Spaß beim Spaziergang und flitzte seinen Lieblingsweg hoch und runter.



Feld- und Wiesenspaziergänge sind mit Gubacca immer sehr entspannend, weil er sich  auch ohne Leine  nie weit von mir entfernt. Bestimmt auch ein bisschen typisch für den Hütehund, aber auch ein Zeichen für mich, dass wir beide schon eine gute Bindung aufgebaut haben.

Heute geht es wieder zum Welpenspiel - hoffentlich nur mit positiven Berichten von Gubacca :-). Aber eigentlich bin ich mir sicher, dass aus dem Rüpel der ersten Stunde längst ein Musterschüler geworden ist!

  • Share:

You Might Also Like

4 Kommentare

  1. Da bin ich aber froh, dass Gubacca das Bleistiftmalheur unbeschadet überstanden hat! Ich glaube, das "schlimmste" was Genki im Welpenalter gegessen hat, war eine Viertel Tafel Schokolade, aber auch das hat er zum Glück völlig unbeschadet überstanden. Ab und zu musste ich das Innenleben eines Plüschspielzeugs aus seinem Rachen retten, aber ansonsten hat er sich lieber an Essbares gehalten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mir ist auch ein Stein vom Herzen gefallen Monika. Wieder einmal ein Zeichen, dass man - oder besser ich - viel gründlicher die Umgebung kontrollieren muss. Gubaccas Plüschtiere sind noch alle "heile". Aber von Chiru kenne ich das Innenleben der Bären auch noch sehr gut ;-). Bei ihm hat ein Bär in der Regel auch nur eine Stunde überlebt.
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  2. Bleistift sind hier noch nicht gefuttert worden - aber andere verrückte und beängstigede Dinge schon. Aber mit Sauerkraut gab es bei uns zum Glück auch nie Probleme (wobei ich nie wieder einen Luftballon alleine mit einem Hund lasse - Dingo hatte den nämlich gefuttert. Mit Sucherkraut kam der zwar wieder ... aber nicht so ganz freiwillig - bedingt durch die Länge. Es gibt Dinge, die will man aus bestimmten Körperöffnungn seines Hundes nicht ziehen ... besonders wenn sie elastisch sind!)

    Liebe Grüße - und danke für das Heraufholen dieser Erinnerung, die mich heute sehr zum Lachen gebracht hat,
    Isabella mit Damon und Car

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für deine Erinnerung - ich musste auch so herrlich lachen bei der Vorstellung wie der Luftballon... Chiru hatte mal seinen schicken Beinverband gefressen und am nächsten Morgen schauten 2 cm blauer Stretchverband raus... War auch eine mehr als doofe Erfahrung, über die man aber heute herrlich lachen kann.
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen